Abfindung versteuern

Wer eine Abfindung erhält oder weiß, dass diese ansteht, macht sich in den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über deren konkrete Höhe häufig zu wenig Gedanken darüber, dass auf diese auch eine Steuer erhoben wird.

Viele Menschen denken, diese Einmalzahlung wäre steuerfrei. Nach dem Versteuern folgt deshalb zu oft der Schock: Es bleibt viel weniger von der Abfindung als gedacht.

Wie muss man die Abfindung versteuern?

Die Steuer auf eine entsprechende Entschädigungszahlung wird über die sogenannte Fünftelregelung errechnet. Grundsätzlich lautet die zugehörige Formel:

20 Prozent der Abfindung + das reguläre Gehalt im Veranlagungszeitraum? Die Steuer auf diese Summe berechnen? Von dieser wird die Einkommensteuer auf die regulären Bezüge im Veranlagungszeitraum abgezogen.

Das Ergebnis wird mit Fünf multipliziert. Diese Summe wird von der Abfindung als Steuer abgezogen.

Grundsätzliche Bedingung dafür, dass die Fünftelregelung ohne Probleme vom Finanzamt akzeptiert wird, ist, dass eine Zusammenballung von Einkünften vorliegt.

Im Klartext bedeutet dies: Dem Steuerpflichtigen müssen noch andere Einnahmen zufließen. Ist die Abfindungszahlung eine Entschädigung für eine Kündigung, so ist dies überhaupt kein Problem: In diesem Fall darf man sie immer nach der Fünftelregelung versteuern.

Wann ist eine Abfindung steuerfrei?

Grundsätzlich ist die Abfindungszahlung seit 2006 eine normale Einnahme. Für die Personen, welche die Abfindungen erhalten, ist dies ein Problem:

Sonderregelungen, wann Abfindungen steuerfrei sind, gibt es deswegen mittlerweile nämlich nicht mehr.

Nicht versteuert werden müssen solche Zahlungen nur dann, wenn die Gesamteinkünfte des Jahres inklusive der Abfindungszahlung den Grundfreibetrag (8.820 Euro für 2017) nicht übersteigen.


  • Man erhält schon für Ende Januar die Kündigung. Das Bruttogehalt für diesen Monat lag bei 2130 Euro. Hinzu kommen 5999 Euro Abfindungszahlung.

Die Grenze wurde nicht gerissen: Folglich ist die Zahlung von der Steuer befreit. Das Beispiel verdeutlicht auch gut, dass es sich in vielen Fällen lohnen kann, eine niedrigere Zahlung zu akzeptieren, um am Ende durch die Steuer einen finanziellen Gewinn zu verbuchen.

Das könnte Sie auch interessieren