Rente mit 63
Rente mit 63 Jahren

Es ist das Projekt, mit dem die SPD in der Neuauflage der Großen Koalition unter Angela Merkel neben dem Mindestlohn am meisten verbunden wird:

Die Rente mit 63. Doch es stellen sich eine Vielzahl von Fragen: Wann soll das neue System greifen? Für wen gilt es? Hat das frühere Eintrittsdatum in den Altenteil vielleicht auch die Konsequenz, dass man weniger Rente bekommt?

Was genau ist die Rente mit 63?

Künftig wird es möglich sein, schon mit 63 Jahren in Rente zu gehen. Die von der letzten großen Koalition getroffene Regelung, dass Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen, wird nicht nur aufgehoben, sondern sogar umgekehrt - zumindest für viele Rentenbezieher.

Flächendeckend wird das Eintrittsalter voraussichtlich nicht gesenkt. Es müssen bestimmte Bedingungen von den Versicherten erfüllt werden, damit diese abschlagsfrei in den Altenteil wechseln dürfen.

Welche Bedingungen gelten für die Rente mit 63?

Die magische Zahl bei der Rente mit 63 wird die 45 sein. Nur die Personen, die 45 Beitragsjahre haben, dürfen mit 63 in Rente gehen.

Man muss also spätestens mit Vollendung des 18.Lebensjahres angefangen haben zu arbeiten. Damit wird auch schon deutlich, für wen die Rente mit 63 nicht greifen wird: Akademiker haben keine Chance, ohne Abschläge zu diesem Zeitpunkt ihr Berufsleben zu beenden. Für sie gilt im Gegenteil nach wie vor die Verlängerung ihres Renteneintrittsalters auf 67 Jahre.

Wie wird Arbeitslosigkeit bei der Rente mit 63 berücksichtigt?

Zeiten, in denen man ALG I bezogen hat, werden voll angerechnet. Dies bedeutet, sie werden als normale Beitragsjahre behandelt.

Anders verhält es sich für die Phasen, in denen man Sozialhilfe bzw. das heutige ALG II bekommen hat:

Diese Zeiten werden nicht angerechnet. Wer beispielsweise ein Jahr ALG II bezogen hat, kann erst mit 64 in Rente gehen.

Ab wann gilt die Rente mit 63?

Da sie derzeit noch nicht final verabschiedet worden ist, sind die folgenden Angaben unter Vorbehalt: Es wird einen sogenannten rollierenden Stichtag geben. Der Begriff klingt schlimmer als er ist.

Er bedeutet eigentlich nur, dass jedes Jahr zum 1.Juli bestimmt wird, ob man die 45 Beitragsjahre bereits geleistet hat.

Der erste Stichtag soll der 1.Juli 2012 sein. Wer zu diesem Zeitpunkt die Erfordernisse erfüllt hat, darf abschlagsfrei in Rente gehen.

Anschließend wird er Jahr für Jahr einfach um zwölf Monate nach hinten verlegt. 2015 ist der Stichtag dann aller Voraussicht nach der 1.7.2013.

Warum gibt es den Stichtag für die Rente mit 63?

Ursprünglich war im Zusammenhang mit der Rentenreform auch geplant, den gezielten Wechsel in den Ruhestand im Alter von 61 Jahren zu ermöglichen.

Dieses Projekt wurde jedoch von der Union abgelehnt. Der Stichtag, der hinter der realen Zeit zwei Jahre zurückhängt, verhindert dies.

Wann soll die Rente mit 63 endgültig verabschiedet werden?

Die SPD möchte es Betroffenen ermöglichen, zum 1.Juli 2014 in Rente zu gehen. Damit müssten die Neuregelungen bis zu diesem Tag in Gesetzesform gegossen sein. Da die Parteien der Großen Koalition einen Kompromiss erzielt haben, dürfte dem nichts im Wege stehen.

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