Brutto Netto Krankengeld

Nach einem Sturz ist der gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit einem komplizierten Beinbruch arbeitsunfähig krankgeschrieben.

Während der ersten sechs Wochen der Krankschrift zahlt der Arbeitgeber das vertraglich vereinbarte Arbeitsentgelt in voller Höhe fort.

Danach entsteht ein Anspruch gegen die Krankenkasse auf Zahlung von Krankengeld. Der Arbeitnehmer muss sich jetzt mit erheblich weniger seines normalen Brutto und Netto einrichten.

Voraussetzungen für den Bezug von Krankengeld

Anspruch auf Krankengeld haben pflichtversicherte Arbeitnehmer. Wer pflichtversichert ist, regelt § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V. Voraussetzungen für den Krankengeldbezug sind:

  • Der Arbeitnehmer ist arbeitsunfähig krank.
  • Ein Arzt hat die Arbeitsunfähigkeit bestätigt, beziehungsweise der Arbeitnehmer befindet sich in einer stationären Behandlung oder in einer Einrichtung der Rehabilitation.
  • Es besteht kein Anspruch (mehr) nach § 3 EntGFG auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Für Empfänger von Arbeitslosengeld I (ALG I) gilt:

Sechs Wochen zahlt die Agentur für Arbeit das Arbeitslosengeld fort, danach beginnt der Krankengeldbezug von der Krankenkasse. Es gibt keine Brutto-Netto-Anpassung, Krankengeld wird in Höhe des Arbeitslosengeldes bezahlt.

Keinen Anspruch auf Krankengeld haben Familienversicherte, Studenten, Praktikanten und Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II).

Wählen freiwillig Versicherte für ihre Absicherung einen gesetzlichen Versicherungsträger, gibt es 3 Möglichkeiten:

Art des Tarifs in der gesetzlichen VersicherungKrankengeldbezug
Ermäßigter BeitragKein Krankengeld
Erhöhter Beitrag 15,5 %Krankengeld nach 6 Wochen wie Arbeitnehmer
WahltarifIndividuelle Vereinbarung, zum Beispiel Krankentagegeld ab 1.Tag

Die Berechnung des Krankengeldes und formelle Voraussetzungen

Die Höhe des Krankengeldes beträgt 70 % des regelmäßigen Brutto-Entgelts und maximal 90 % des regulären Netto-Entgelts.

Der höhere Betrag von beiden wird in der Folge um die gesetzlichen Arbeitnehmeranteile gekürzt, die Differenz ergibt den Auszahlungsbetrag.

Regelmäßige Einmalbezüge werden dem Brutto-Netto begünstigend hinzugerechnet.

Formelle Voraussetzungen für den Krankengeldbezug sind Verdienstbescheinigung und Auszahlschein.

Der Brutto Netto Rechner bei der Krankengeldberechnung

Wer die Höhe seines Krankengeldes selbst berechnen möchte, den unterstützen Online Krankengeldrechner dabei.

Einfach das letzte Brutto/Netto, eventuelle Einmalbezüge und mögliche Zusatzbeträge zur Pflegeversicherung eingeben, und der Betrag wird errechnet.

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