Erbpacht

1947 wurde die Erbpacht in Deutschland verboten. Und eigentlich hat sich daran bis zum heutigen Tag nichts geändert.

Der Begriff ist trotzdem noch in Gebrauch, bezeichnet aber eigentlich eine spezielle Figur aus dem Erbbaurecht von 1919.

Was kompliziert klingt, ist es auch tatsächlich. Merken muss man sich: Was einmal günstig erscheint, muss es nicht auf Dauer bleiben.

Was ist die Erbpacht?

Ganz allgemein bezeichnet der Ausdruck einen Zustand, bei dem Eigentums- und Nutzungsrechte eines Grundstücks getrennt sind.

In Deutschland reichen die Wurzeln dieser Rechtsfigur sehr weit zurück: Ursprünglich stand das Lehenswesen Pate.

Jemand bearbeitet also ein Land und zahlt dafür eine Nutzungsgebühr. Nur hatte ursprünglich die Person, die das Land nutzte, keine Wahl, ob sie dies überhaupt wollte.

Das ursprüngliche Erbpachtgesetz von 1900 wurde diesem Problem nicht ganz gerecht und deshalb verboten.

In der heutigen Form wird ein Vertrag geschlossen, der an die Miete einer Wohnung oder von Gewerbeflächen erinnert: Man pachtet das Land zwischen 50 und 99 Jahren und zahlt dafür einen jährlichen Zins.

Der eigene Erbe übernimmt das Nutzungsrecht und die Zahlungsverpflichtung. Vor allem die Kirchen stellen ihre Grundstücke diesbezüglich zur Verfügung. Möglich ist es aber, mit jedem Besitzer von Grundeigentum einen solchen Vertrag abzuschließen.

Eine Besonderheit der Erbpacht findet man auf vielen Friedhöfen: Auch hier kann man die Gräber auf Wunsch für z.B. 100 Jahre mieten.

Was sind die Vor- und Nachteile der Erbpacht?

Die Vor- und Nachteile des Konzepts lassen sich gemeinsam mit einem Wort beschreiben: Kosten.

Anfangs ist es positiv, denn man muss nichts bezahlen. Dann kommt allerdings der jährliche Zins ins Spiel, der sich zwischen zwei und drei Prozent des Grundstückswerts bewegt.

Ironischerweise tut der Pächter einiges dafür, dass er mehr zahlen muss: Durch Bebauung oder gewerbliche Nutzung steigt der Verkehrswert: Man muss also tiefer in die Tasche greifen.

Langfristig gesehen kann die anfangs so billige Pacht sehr teuer werden. Sinkt allerdings der Verkehrswert, kann es ein sehr gutes Geschäft sein. Risiko ist bei jedem Erbpachtgeschäft dabei. Eine Chance aber auch.

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