Kapitalertragsteuer – wie genau das Geld besteuert wird

kapitalertragssteuerJeder wünscht es sich, aber man rechnet trotzdem nicht damit: Einmal das große Geld erben oder im Lotto gewinnen. Und dann passiert es doch.

Wenn sich plötzlich der Kontostand ändert, fangen viele Menschen zum ersten Mal an, sich zu fragen, wie genau das Geld besteuert wird.

Dabei kann es sich auch bei viel kleineren Summen, wie einem normalen Sparkonto, schon lohnen sich mit dem Thema Kapitalertragsteuer auseinanderzusetzen.

Was ist die Kapitalertragsteuer?

Die Kapitalertragsteuer bezeichnete bis zum 31.01.2008 die Steuer, welche auf sämtliche Einkünfte aus irgendeiner Art Kapital gezogen wurden. Als Kapital zählen zum Beispiel:

Seit 2009 gibt es stattdessen die Abgeltungssteuer. Der alte Name wird jedoch wegen der treffenden Bezeichnung trotzdem von vielen weiterverwendet.

Kapitalertragsteuer und Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer wurde in erster Linie eingeführt, um die Steuern leichter und übersichtlicher einziehen zu können. Vorher gab es für jede Art Kapital eine andere Besteuerung.

Und obwohl alles unter dem Oberbegriff Kapitalertragsteuer fiel, musste es an verschiedenen Stellen in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Die Rechtslage vollständig zu überblicken, war deshalb außerordentlich schwierig.

KapitalertragsteuerAbgeltungssteuer
GeltungszeitraumBis 31.12.2008Seit 01.01.2009
Art des SteuereinzugAnrechnung auf die EinkommenssteuerDie Bank behält das Geld direkt ein und gibt es weiter.
Höhe der BesteuerungAbhängig vom Kapital zwischen 10 und 35 Prozent, zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (und eventuell Kirchensteuer)25 Prozent, zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf sämtliche Kapitalerträge (und eventuell Kirchensteuer)

Keine oder weniger Kapitalertragsteuer zahlen

Die Steuer wird automatisch eingezogen. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten gar nichts oder wenigstens nicht den vollen Betrag zahlen zu müssen.

Diesen Betrag lässt die Bank dem Steuerzahler in den meisten Fällen nicht von selbst auf dem Konto. Es muss entweder ein Antrag gestellt oder am Ende des Jahres in der Einkommenssteuererklärung zurückgefordert werden.

Das sind die häufigsten Möglichkeiten zum Geldsparen in Bezug auf die Kapitalertragssteuer:

  • Menschen mit einem Einkommen unter dem Grundfreibetrag (zum Beispiel Kinder) sind generell nicht abgeltungssteuerpflichtig.
  • Freistellungsaufträge müssen vom Steuerzahler selbst beantragt werden. Das Ausfüllen des Formulars lohnt sicher aber in jedem Fall, denn so muss er auf Kapitalerträge in der Höhe des Sparerpauschbetrags (aktuell 801 Euro) keine Steuern zahlen.
  • Wenn zum Beispiel Aktien mit Verlust verkauft werden, kann dieser Verlust mit den Kapitalerträgen verrechnet werden.

Ein Blick auf die gezahlten Steuern lohnt sich

Mit einem einfachen Antrag ist es möglich viel Geld zu sparen. Langfristig betrachtet, lohnt sich das schon bei kleinen Sparguthaben, aus denen nur geringe Kapitalerträge hervorgehen. Gerade von diesen möchte man schließlich nicht auch noch etwas abgeben.

Wenn man mehr Geld zur Verfügung hat, wird das Ganze um einiges aufwendiger, besonders beim taktischen Verkauf von Aktien und Ähnlichem. Es lohnt sich jedoch immer, die eigenen Möglichkeiten regelmäßig zu prüfen, um auch bei Gesetzesänderungen möglichst viel Geld auf dem eigenen Konto zu behalten.


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