Rentner lassen es sich gut gehen

Seit dem Jahre 2005 ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Rentner den Lohnsteuerjahresausgleich durchführen müssen.

Rentner können aber deutlich höhere Freibeträge in Anspruch nehmen, als dies bei den meisten berufstätigen Personen der Fall ist.

Warum dies so ist, wird im folgenden Beitrag geklärt.

Unterschiedliche Prozentsätze bei der Versteuerung der Rente

Wer im Jahre 2005 oder früher in Rente gegangen ist, muss grundsätzlich die Hälfte seiner Alters- oder Erwerbsunfähigkeitsrente versteuern. Die andere Hälfte bleibt steuerfrei. Später steigt der zu versteuernde Anteil um 2% pro Jahr, bis im Jahre 2040 die volle Besteuerung der Rente erreicht sein wird.

Alle Personen, die im Jahre 2006 das Rentenalter erreicht haben, müssen demzufolge 52% ihrer Rente versteuern, der Rentenjahrgang 2007 müsste 54% versteuern und der Rentenjahrgang 2008 müsste 56% versteuern. Diese Rechnung ließe sich beliebig fortsetzen.

Sollte die Rente so niedrig sein, dass sie eine bestimmte Freigrenze unterschreitet, könnte auf einen Lohnsteuerjahresausgleich verzichtet werden. Ein entsprechender Antrag auf eine Nichtveranlagungsbescheinigung müsste allerdings beim zuständigen Finanzamt gestellt werden.

Lohnsteuerjahresausgleich für Rentner - Zusätzliche Einkünfte

Gar nicht so selten kommt es vor, dass ein Rentner zusätzliche Einkünfte erzielt. Diese Einkünfte können sowohl aus einem Arbeitsverhältnis als auch einer selbstständigen Tätigkeit oder Miet- beziehungsweise Kapitaleinnahmen stammen. Hierfür gelten gesonderte Regelungen.

Sofern die Voraussetzungen gegeben sind, könnten für die Nebeneinkünfte bestimmte Vergünstigungen wie zum Beispiel der Altersentlastungsbetrag, in Anspruch genommen werden.

Wird zur Altersrente noch eine zusätzliche Rente, wie zum Beispiel eine Witwen- oder eine Hinterbliebenenrente bezogen, müsste diese Rente ebenfalls im Lohnsteuerjahresausgleich berücksichtigt werden.

Genauso wie die meisten Arbeiter oder Angestellten könnten auch Rentner

  • verschiedene Werbungskosten
  • außergewöhnliche Belastungen
  • oder Sonderausgaben

im Lohnsteuerjahresausgleich geltend machen.

Dies ist insbesondere deshalb sehr wichtig, weil gerade im Alter die Zahl der außergewöhnlichen Belastungen und der Sonderausgaben kontinuierlich steigt.

Für die Werbungskosten steht ein monatlicher Pauschalbetrag in Höhe von 102 Euro zur Verfügung.

Bei Miet- oder Kapitaleinnahmen sind bestimmte Freigrenzen zu beachten. Minijobs werden pauschal versteuert.

  • Eine Person, die Witwen- oder Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht, sollte unbedingt auf die Verdienstgrenzen achten.
    Ansonsten kann es sehr schnell passieren, das die Einkünfte aus einem Nebenjob mit den Renteneinnahmen verrechnet werden. Als Folge davon könnte es zu erheblichen Rentenkürzungen kommen.

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