Arbeitslos: Welche ist die richtige Steuerklasse?

Arbeitslos -der Familienstand entscheidet über SteuerklasseWird man arbeitslos und bezieht die gesetzlichen Unterstützungsleistungen nach ALG I (Arbeitslosengeld) oder ALG II (Hartz IV), so hat dies erst einmal keinerlei Auswirkungen auf die eigene Steuerklasse.

Denn durch die Arbeitslosigkeit und die Unterstützungszahlungen entfällt die Steuerpflicht, allerdings nicht der Zwang zur Abgabe einer Steuererklärung.

Arbeitslos – was passiert mit der Steuerklasse ?

Entscheidend für die Steuerklasse ist der Familienstand, wie die folgende Übersicht zeigt:

SteuerklasseFamilienstand
Steuerklasse 1Ledig, verwitwet bzw. verwitwert
Steuerklasse 2Alleinerziehend und ledig
Steuerklasse 3Verheiratet
Steuerklasse 4Verheiratet
Steuerklasse 5Verheiratet
Steuerklasse 6Entfällt praktisch immer. Ist man arbeitslos, kann man so gut wie nie einer zweiten Tätigkeit mehr nachgehen, für die diese Steuerklasse reserviert ist.

 

  • Wird man arbeitslos, hat dies einzig eine Auswirkung, wenn man bislang auch in der Steuerklasse 6 veranlagt gewesen ist. Diese entfällt. Ist man arbeitslos und ledig, bleibt man in der Klasse 1, ansonsten in der Klasse, die man mit dem Ehepartner ausgesucht hat.

Verheiratet und arbeitslos: Steuerklasse nur mit Genehmigung wechseln

Wird man arbeitslos, tritt allerdings häufiger bei Ehepaaren der Wunsch auf, einen Wechsel der Steuerklasse durchzuführen.

War der Mann bislang der Besserverdiener, so hatte er vermutlich die Steuerklasse 3 und die Frau die 5. Verdienten beide etwa gleich viel, waren beide in der 4. Wird der Mann nun arbeitslos, möchte das Paar je nach Gehalt der Frau entweder so wechseln, dass von nun an die Ehegattin in der 3 und der Mann in der 5 ist oder beide in die 4 wechseln.

Weiß das Paar, dass der Mann arbeitslos wird, ist dies kein Problem, da jedes Paar einmal pro Jahr die Steuerklasse wechseln darf.

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Kommt die Arbeitslosigkeit hingegen überraschend, entsteht ein Problem: Jeder derartige Wechsel ist dann, wenn man staatliche Leistungen bezieht, nur dann möglich, wenn er von der Arbeitsagentur bzw. der zuständigen Institution genehmigt wird.

Hier prallen allerdings Interessen aufeinander: Die Behörde wird den Wechsel dann erlauben, wenn die Leistungen an die arbeitslose Person sinken. Das Ehepaar wird hingegen versuchen, durch den Wechsel einen finanziellen Vorteil zu erreichen.

In manchen Fällen ist dies möglich, häufig allerdings auch nicht. Deshalb sollte der Wechsel nach Möglichkeit immer durchgeführt werden, bevor man tatsächlich arbeitslos ist.

Stirbt der Ehepartner, so wechselt der Arbeitslose automatisch in die Steuerklasse 3 und bleibt hier für den Rest des Jahres sowie für das folgende Jahr. Anschließend wird er automatisch in die Steuerklasse 1 eingestuft, sollte sich seine Situation nicht erneut verändert haben. Dies kann beispielsweise durch Adoption eines Minderjährigen (dann Klasse 2) oder eine erneute Hochzeit passieren.

Arbeitslos und Nebenjob

Auch wenn man arbeitslos ist, darf man einen Nebenjob ausüben. Je nach Familienstand gilt dann eine der ersten fünf Steuerklassen.

Ist man verheiratet, wird man wahrscheinlich in die Steuerklasse 5 gehen, es sei denn, der Partner ist auch arbeitslos.

In sehr seltenen Fällen darf man trotz Arbeitslosigkeit auch zwei Nebenjobs ausüben.

Im zweiten Job kann allerdings maximal zweistellig verdient werden.


In diesem Fall wird man mit der zweiten Nebenbeschäftigung auf jeden Fall in die Steuerklasse 6 eingestuft.

Die hier zu viel gezahlten Leistungen erhält man über die Steuererklärung zurück.

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