Die Steuerklasse nach der Heirat

Nach der Heirat ändert sich vielNach einer Heirat ist es immer erforderlich, die Steuerklasse zu ändern. Dies gilt unabhängig davon, ob die beiden Ehepartner bisher in die Steuerklasse 1, die Steuerklasse 2 oder eine andere Steuerklasse eingeordnet waren.

Die Steuerklasse nach der Heirat können die Ehepartner selbst festlegen.

Dazu müssten sie bei dem für sie zuständigen Finanzamt vorsprechen, ihre Heiratsurkunde vorlegen und ein entsprechendes Formular zur Änderung der Steuerklasse ausfüllen.

Steuerklasse nach der Heirat – mögliche Kombinationen

Je nachdem, ob beide Ehepartner in etwa gleich viel verdienen oder ob sich ihre Bruttoverdienste erheblich voneinander unterscheiden, sollten sie nach der Heirat die Steuerklasse 4 wählen oder ein Ehegattensplitting beantragen.

Letzteres sieht unter anderem vor, dass der eine Ehepartner in die Steuerklasse 3 und der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 eingeordnet wird.

In der Steuerklasse sind die Lohnabzüge deutlich geringer als in der Steuerklasse 4 oder 5. So liegt der Grundfreibetrag in dieser Steuerklasse nicht bei 8004 Euro, sondern bei 16008 Euro pro Jahr.

Sofern der gut verdienende Ehepartner diese Steuerklasse nutzt, kann dies nicht selten dazu führen, dass das Ehepaar deutlich mehr Geld zur Verfügung hat, als dies in der Steuerklasse 4 der Fall wäre.

Sollten die Ehepartner jedoch feststellen, dass sie ungefähr gleich viel verdienen, wäre es besser, wenn sie sich nach der Heirat für die Steuerklasse 4 entscheiden würden.

Die Steuerklasse 4 würde beiden Ehepartnern zuerkannt. Sie sieht einen jährlichen Grundfreibetrag in Höhe von 8004 Euro und einen Kinderfreibetrag in Höhe von 3504 Euro vor.

Der Kinderfreibetrag ist zwar nur halb so hoch wie in in den Steuerklasse 1, 2 und 3, er wird jedoch beiden Ehepartnern gleichermaßen zugesprochen, so dass sie in der Gesamtsumme wieder auf 7008 Euro pro Jahr und pro Kind kommen.

Die Steuerklasse 5

Entscheidet sich das Ehepaar nach der Heirat für die Steuerklasse 3 in Kombination mit der Steuerklasse 5, führt dies unter anderem dazu, dass einer der beiden Ehepartner deutlich höhere Lohnabzüge hinnehmen muss, als dies in den meisten anderen Steuerklassen der Fall wäre.

In der Steuerklasse 5 gibt es weder einen Grundfreibetrag, noch einen Kinderfreibetrag. Nur der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1000 Euro, der Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 Euro und der Vorsorgepauschbetrag in individuelle Höhe könnten unverändert geltend gemacht werden.

Die Steuerklasse 6

Immer dann, wenn sich einer der beiden Ehepartner entscheidet, mehrere Jobs gleichzeitig auszuführen, wäre die Steuerklasse 6 von Bedeutung. Dies gilt selbstverständlich auch dann, wenn beide Ehepartner nebenbei jobben und auf diese Weise ihre Haushaltskasse aufbessern möchten.

In der Steuerklasse 6 gibt es keinerlei Freibeträge. Deshalb sind die Abzüge sehr hoch.

Die Steuerklasse nach der Heirat: bei der Wahl der Steuerklasse sollt man sich immer Gedanken machen über Elterngeld oder Arbeitslosengeld

steuerklasse nach der heiratBei der Wahl der Steuerklasse nach der Heirat sollten man immer Weitblick walten lassen, da ein Wechsel der Steuerklasse nur einmal im Jahr möglich ist.

Daher ist es wichtig, die weitere Entwicklung zu überblicken. Ist es zum Beispiel absehbar, dass ein Ehepartner Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld in naher Zukunft beziehen wird, sollte dies bei der Wahl der Steuerklasse nach der Heirat berücksichtigt werden. Denn die Lohnersatzleistungen berechnen sich nach dem letzten Nettoeinkommen.

Bei der Steuerklasse 3 liegt dies höher als bei der Steuerklasse 5. So wäre es sinnvoll, dass, wenn die Geburt eines Kindes ansteht, vorher in Steuerklasse 3 zu wechseln. Auf diese Weise würde sich das Elterngeld erhöhen.

Wechsel der Steuerklasse nach Heirat nach dem Start von ELStAM 2013

Nachdem am 1.1.2013 das Verfahren “Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale“ (ELStAM) gestartet ist, übermittelt die Meldebehörde automatisch nach einer Eheschließung den geänderten Familienstand und die Identifikationsnummer an die Finanzverwaltung.

Beide Ehepartner werden dabei automatisch in die Steuerklasse 4/4 eingeordnet. Voraussetzung dafür ist, dass bei Ehepartner ihren Wohnsitz im Inland haben. Auch dem Arbeitgeber wird die Steuerklasse als ELStAM zum Abruf zur Verfügung gestellt.

Wichtig ist es zu wissen, dass man somit auch die Steuerklasse 4 erhält, wenn der Ehepartner keinen Arbeitslohn bezieht. Es erfolgt nicht automatisch eine Einteilung in Steuerklasse 3.

Wenn eine Einstufung in eine andere Steuerklasse gewünscht wird als die Steuerklasse 4/4 also beispielsweise 3/5, dann muss dies beantragt werden. Der Antrag ist kostenlos.

Ebenfalls muss man selbst tätig werden, wenn der Arbeitgeber noch nicht am ELStAM Verfahren teilnimmt. In diesem Fall stellt das Finanzamt dem Arbeitgeber eine Bescheinigung über die geänderte Steuerklasse auf die bisher übliche Weise aus.

Es kann auch ein Antrag auf einen Wechsel  in Steuerklasse 2 erfolgen, wenn ein Ehepartner im Inland lebt und der andere  Ehepartner zwar nicht im Inland wohnhaft ist, aber in einem EU-Staat.

Steuerklassen > Lohnsteuerklassen > Die Steuerklasse nach der Heirat