Die Vorteile von Steuerklasse 4 mit Faktor-Verfahren


Vorteile vom Faktor-VerfahrenIm Jahr 2009 wurde das sogenannte Faktor-Verfahren eingeführt. Es gilt ausschließlich für Ehepaare bzw. in Zukunft auch für eingetragene Lebensgemeinschaften, die sich gemeinsam in der Steuerklasse 4 befinden. Ziel des Faktor-Verfahrens ist es, Steuernachzahlungen zu vermeiden und die Nachteile der bisherigen Kombinationen (3/5 oder 4/4 ohne Faktor) zu beseitigen.

Zugleich soll die Steuerschuld gerecht verteilt werden und insbesondere Frauen sollen dazu motiviert werden, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen, deren Bezüge sich etwa auf dem Niveau des Mannes befinden.

Wie funktioniert das Faktor-Verfahren?

Die Erläuterungen für die Kombination Steuerklasse 4 mit Faktor-Verfahren lesen sich immer wieder ausgesprochen kompliziert. Der Faktor muss kleiner Eins sein, drei Nachkomma-Stellen besitzen und wird auf der Lohnsteuerkarte eingetragen.


Ganz so kompliziert ist es jedoch nicht: Das Finanzamt ermittelt mit der Splitting-Tabelle die voraussichtliche Einkommenssteuer beider Eheleute und teilt diese durch die Summe der vermutlichen Lohnsteuer des Paares in der Steuerklasse 4.

Der Faktor wird nun mit ursprünglichen Bruttolohnsteuer multipliziert. Herauskommt die neue – realistische – Lohnsteuer, die noch einmal durch Zwölf geteilt wird, um den monatlichen Betrag zu ermitteln.

Steuerklasse 4 mit Faktor: Ein Zahlenbeispiel

Gesetzt sei das Pärchen Herr X und Frau Y. Herr X verdient 30.000 Euro Brutto, seine Frau kommt auf 23.000 Brutto. Da die Gehälter dicht beieinander liegen, sind die Eheleute in Steuerklasse 4. Der Faktor würde hierbei bei 0,993 liegen.

EheleuteLohnsteuer ohne FaktorLohnsteuer mit FaktorGesamte Lohnsteuer des Paares zusammen
Herr X4073 Euro4044 Euro6464 Euro ohne Faktor
Frau Y2391 Euro2374 Euro6422 Euro mit Faktor

Je weiter die Gehälter der beiden Eheleute auseinandergehen, desto mehr Vorteile bringt das Faktor-Verfahren in Steuerklasse 4. Allerdings muss eine Einschränkung getroffen werden.

Wenn die Löhne sich zu weit auseinander bewegen, so macht es dann doch mehr Sinn, statt auf Steuerklasse 4 mit Faktor-Verfahren auf die Steuerklassen 3 und 5 zu vertrauen. Die Grenze liegt bei 60 Prozent zu 40 Prozent.

Die Vorteile der Steuerklasse 4 mit Faktor-Verfahren: Einige Hinweise

Gewöhnlich ist man nicht in jedem Jahr zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Wer allerdings die Vorteile des Faktor-Verfahrens in der Steuerklasse 4 in Anspruch nehmen möchte, muss dies in jedem Jahr tun.

Das Faktor-Verfahren wird beim zuständigen Finanzamt gemeinsam beantragt. Dies muss bis zum 31. November geschehen sein.

Zudem spielt das Faktor-Verfahren auch dann eine Rolle, wenn ein Partner weiß, dass er im kommenden Jahr Lohn-Ersatzleistungen in Anspruch nehmen muss. Diese hängen nämlich vom Netto-Gehalt ab, das durch das Faktor-Verfahren erhöht wird. In diesem Fall lohnt es sich immer, den Wechsel zu vollziehen, um so auch später noch zu profitieren.

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