Junge Doktoranden lernen in Gemeinschaft

Obwohl sich Doktoranden formell noch in der Ausbildung befinden, sind sie in den allermeisten Fällen bereits fest angestellt. Ihr Arbeitgeber ist dabei die Universität, an der die Promotion stattfinden soll.

Unabhängig davon, ob die Doktoranden eine 0,5- oder 0,75%-Stelle begleiten, müssen sie beim Überschreiten der Jahresverdienstgrenze von 8.820 Euro (Stand 2017) Steuern zahlen.

Sie werden dabei in die gleiche Steuerklasse eingeordnet, die auch für andere Arbeitnehmer maßgebend ist. Diese Steuerklasse ist einzig und allein vom Familienstand und niemals von der Art und der Form des Arbeitsverhältnisses abhängig.

Ledige Doktoranden

Für ledige Doktoranden ohne Kinder gilt ausschließlich die Steuerklasse 1.

Sollten sie bereits Kinder haben, allein erziehend sein und regelmäßig Kindergeld beziehen, käme auch die Steuerklasse 2 infrage, welche sich in erster Linie durch besondere finanzielle Vergünstigungen auszeichnet, die die alleinerziehenden Personen spürbar entlasten sollen.

Auch wenn es eher die Ausnahme ist, gibt es doch einige Doktoranden, die bereits geschieden, getrennt lebend oder verwitwet sind. Für sie gilt in der Regel die Steuerklasse 1.

Eine Ausnahme bilden lediglich jene Personen, deren Partner im laufenden oder im vergangenen Jahr verstorben ist. Hier wäre die Steuerklasse 3 bindend.

Verheiratete Doktoranden

Im Gegensatz zu den ledigen Doktoranden können die verheirateten Doktoranden selbst festlegen, in welche Steuerklasse sie eingeordnet werden möchten. Dies können sie jedoch nicht allein, sondern nur gemeinsam mit ihrem Partner tun.

Verdient der Partner in etwa gleich viel oder ist ebenfalls Doktorand, wäre die Steuerklassenkombination 4 und 4 sinnvoll.

Ganz anders verhält es sich, wenn einer der beiden Partner bereits sehr gut verdient und voll im Berufsleben steht. Hier bietet sich das Ehegattensplittung an, wobei der gut verdienende Ehepartner die Steuerklasse 3 und der Doktorand die Steuerklasse 5 wählen sollte.

Steuerliche Behandlung von Nebenjobs

Viele Doktoranden wünschen sich einen Nebenjob. Dabei wäre es jedoch wichtig zu wissen, dass sie vor der Aufnahme eines Nebenjobs die Erlaubnis ihres Arbeitgebers einholen müssen. Dies gilt ganz besonders für den öffentlichen Dienst.

Ab dem 1. Januar 2013 gelten neue Regelungen für Minijobs. So können nun bis zu 450 Euro steuerfrei verdient werden. Bisher lag diese Grenze bei 400 Euro.

Möchte der Doktorand jedoch mehr verdienen, müste er auch für den Nebenjob Steuern zahlen. Diese Tatsache fällt umso stärker ins Gewicht, weil in diesem Falle die Steuerklasse 6 bindend wäre. Zuviel gezahlte Steuern können allerdings über die jährliche Steuererklärung zurückgeholt werden.

Besondere Regelungen gelten, wenn der Nebenjob auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis ausgeübt wird. Hier wäre nicht die Steuerklasse 6, sondern die steuerliche Veranlagung für Selbstständige und Freiberufler bindend.

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