Ehegattensplitting Beispiel

Das Ehegattensplitting ist inzwischen älter als 50 Jahre. Wie es konkret funktioniert, wissen viele Menschen allerdings immer noch nicht.

Sie haben nur davon Kenntnis, dass sie durch das Verfahren einen Steuervorteil gewinnen.

Ein Beispiel soll illustrieren, wie sich dieser konkret zeigt.

Wie funktioniert das Ehegattensplitting?

Vor dem Beispiel muss verdeutlicht werden, wie das Splitting funktioniert, damit man dieses richtig verstehen kann.

Nur gemeinsam bzw. zusammen veranlagte Paare können es in Anspruch nehmen. Ihre zu versteuernden Einkünfte werden addiert und dann halbiert.

Für das Ergebnis berechnet man den Steuertarif, der dann verdoppelt wird.

Das Ergebnis müssen beide Partner gemeinsam bezahlen. Die jeweiligen Tarife kann man in einer Tabelle des Bundesfinanzministeriums zum Splitting schnell recherchieren.

Wie lautet ein Beispiel für das Ehegattensplitting?

Der Steuerexperte Frank Hechtner hat ein eindrucksvolles Beispiel aufgestellt, wie sich das Ehegattensplitting konkret auswirkt.

Ausgangsbedingung ist, dass Partner A 90.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr hat und Partner B nichts.

Es handelt sich also um einen Extremfall, um die Auswirkungen sehr gut sichtbar zu machen.

Der Steuervorteil beträgt durch das Splitting 7912 Euro pro Jahr (mit Solidaritätszuschlag sogar 8347,16 Euro. Kirchensteuer wurde als Null gesetzt).

Die Steuerbelastung für eine Einzelveranlagung hätte 29.604 Euro (für 2013) betragen. Durch das Splitting sinkt sie auf 21.692 Euro.

Werden die Gewichte im Beispiel noch deutlicher verschoben, dehnt sich auch das Splitting aus: Wenn der Alleinverdiener auf 114.000 Euro pro Jahr kommt, so steigt der Vorteil durch das Splitting auf über 8600 Euro.

Nähern sich die Gehälter der beiden Partner hingegen an, so wird der Steuervorteil kleiner. Als Beispiel: Verdient Partner A 5000 Euro Brutto monatlich und Partner B 3000 Euro, so beträgt der jährliche Steuervorteil noch etwa 550 Euro.

Sind die beiden Einkünfte hingegen (nahezu) identisch, schmilzt der Vorteil komplett ab, wendet sich aber nie ins Gegenteil. Da Paare nur sehr selten wirklich gleich viel verdienen, ist das Ehegattensplitting in aller Regel finanziell vorteilhaft.

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