Ehegattensplitting

In letzter Zeit werden wieder verstärkt Diskussionen laut, ob das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form noch zeitgemäß ist.

Einige Politiker wollen das Ehegattensplitting ganz abschaffen, andere möchten es zumindest deutlich reformieren.

In diesem Zusammenhang mehren sich auch die Stimmen, die ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich das Ehegattensplitting seit Jahrzehnten bewährt hat und deshalb unverändert beibehalten werden sollte.

Ehegattensplitting gesondert beantragen

Niemand wird gezwungen, sich für das Ehegattensplitting zu entscheiden. Dies gilt auch für Ehepaare, die sehr unterschiedliche Bruttoverdienste erzielen und durch ein Ehegattensplitting klar im Vorteil wären.

Alle Ehepaare, die nichts unternehmen, werden vom Finanzamt automatisch in die Steuerklassenkombination 4 / 4 eingeordnet. Nur dann, wenn sie die Steuerklassenkombination 3 / 5 wünschen, müssten sie einen gesonderten Antrag stellen.

Vor- und Nachteile des Ehegattensplittings

Sinn und Zweck des Ehegattensplittings ist es, die Ehe und die Familie als eine Wirtschaftsgemeinschaft zu betrachten. Aus diesem Grunde können die Eheleute steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen, die allen anderen Personen nicht zur Verfügung stehen.

Die Befürworter des Ehegattensplattings möchten an dieser Regelung festhalten und betonen in diesem Zusammenhang auch die besondere Verantwortung, die der Staat für die Förderung der Ehe und der Familie hat.

Für die Gegner des Ehegattensplittings zählen diese Argumente wenig. Sie halten es für längst überfällig, dass auch Personen, die sich für alternative Lebensformen entscheiden, die selbe Förderung wie Ehepaare erhalten.

Abschaffung der Steuerklasse 5 gefordert

Immer wieder wird betont, dass es in der Praxis meistens der Fall ist, dass der Mann die Steuerklasse 3 und die Frau die Steuerklasse 5 wählt.

Dadurch muss die Frau nicht nur deutlich höhere Lohnsteuerabzüge als in der Steuerklasse 3 oder der Steuerklasse 4 hinnehmen, sondern hat auch oft das Gefühl, dass ihre Arbeit weniger Wert sei.

Diesen Punkt nehmen verschiedene Politiker zum Anlass, um sich für die Abschaffung der Steuerklasse 5 stark zu machen. Laut ihrer Aussage würden die Frauen dann stärker motiviert, eine Vollzeitbeschäftigung und nicht nur eine geringfügige Tätigkeit auszuüben.

Viele Ehepaare verzichten durch das Ehegattensplitting gänzlich auf die Berufstätigkeit der Frau. Dies war das gängige Familienmodell in der alten Bundesrepublik.

Heute ist es aber nahezu selbstverständlich, dass die Frauen auch nach der Heirat und nach der Geburt ihrer Kinder berufstätig bleiben wollen.

Ob und in welchem Umfang das Ehegattensplitting dabei hinderlich ist, kann nicht eindeutig beurteilt werden. Sicherlich hängt dies nicht nur von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auch von verschiedenen persönlichen Faktoren ab.

Warum gibt es das Ehegattensplitting?

Die steuerliche Veranlagung des Steuerbürgers richtet sich nach seinen persönlichen Verhältnissen. Durch die Berücksichtigung privater Situationen im Steuerrecht will der Gesetzgeber erreichen, dass jedem möglichst viel Steuergerechtigkeit zugutekommt.

Außerdem ist das Steuerrecht eines der wenigen Instrumente des Staates, um familienpolitische Zwecke zu erzielen. Beispielsweise, in dem Kinder steuerlich gefördert werden, soll die Anzahl der Kinder erhöht werden.

In diesem Sinne wirkt das Steuerrecht sogar auf die Durchsetzung des Grundgesetzes ein.

Das Grundgesetz fordert den Schutz von Ehe und Familie

Ehegattensplitting

Denn das GG verlangt explizit den Schutz von Ehe und Familie. Um die Menschen dazu zu bewegen, eine Ehe einzugehen, wird diese Ehe durch besondere Veranlagung von Ehegatten steuerlich gefördert.

Dies geschieht durch das sogenannte Ehegattensplitting. Einer der steuerlichen Begriffe, der durch die öffentliche Diskussion der letzten Jahre immer wieder in das gesellschaftliche Bewusstsein gerückt wurde.

Neueste Rechtsprechung bezüglich des Ehegattensplittings

Das Ehegattensplitting stellt Ehepaare steuerlich günstiger als einzeln lebende Menschen oder gleichgeschlechtlich ohne eingetragene Partnerschaft lebende.

Wobei die neueste Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes in Zukunft die steuerliche Gleichbehandlung eingetragener Lebenspartnerschaften fordert. Deshalb wird das Ehegattensplitting über kurz oder lang ein Familiensplitting werden müssen.

Wie berechnet sich das Ehegattensplitting?

Die steuerliche Veranlagung von Ehepaaren im Ehegattensplitting berechnet sich folgendermaßen: Die Einkommen beider Eheleute werden zusammengezählt. Die so entstandene Summe wird durch zwei geteilt. Der auf diese Weise ermittelte Betrag ist die Grundlage für die Ablesung des Steuerprozentsatzes in den Steuertabellen.

Dieser Prozentsatz wiederum wird dann auf das gesamte ermittelte Einkommen angewendet. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Man muss dazu wissen, dass die steuerliche Progression ein höheres Einkommen prozentual höher versteuert als ein niedriges.

Durch das Ehegattensplitting wird die steuerliche Progressions ausgehebelt

Und genau diese steuerliche Progression wird durch das Ehegattensplitting ausgehebelt. Im Internet sind genaue Rechenbeispiele dafür zu finden.

Wenn Ehepaare es wünschen, können sie sich auch getrennt veranlagen lassen. Dann entfällt das Ehegattensplitting, es kann trotzdem steuerlich günstiger sein. Etwa dann, wenn einer der Ehepartner wesentlich mehr Geld verdient als der andere.

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