Welche Steuerklasse sollte ein Ehepaar wählen?


Die wichtigsten Fakten


Eine Hochzeit bringt Ehepaaren steuerliche Vorteile. Diese können durch die richtige Wahl der Steuerklassen und gegebenenfalls einem Steuerklassenwechsel erreicht werden.

Steuerklasse-Ehepaar

Welche Steuerklassenkombinationen sind für ein Ehepaar möglich?

Vor der Hochzeit dürften die meisten künftigen Partner in der Steuerklasse I gewesen sein. Nach der Hochzeit sind drei Kombinationen möglich:

  • Die Steuerklassen IV und IV
  • Die Steuerklasse III und V
  • Die Steuerklasse IV und IV mit Faktor

Nach der Trauung wird das Ehepaar automatisch in die Kombination IV und IV eingestuft, kann diese aber problemlos wechseln. Grundsätzlich gilt, dass Verheiratete jedes Jahr einmal die Steuerklasse wechseln dürfen. Die Summe der Steuerklassen-Kombination sollte, so der Merksatz, dabei immer acht ergeben.

Die möglichen Steuerklassen für Ehepaare in der Übersicht

IV/IVIV/IV mit FaktorIII/V
bei ungefähr gleichen Einkommen (Unterschied maximal 10%)bei unterschiedlichen Einkommenbei deutlich unterschiedlichen Einkommen (ein Partner verdient 60% des Gesamteinkommens, der andere 40%)

Was sind die Vorteile der verschiedenen Kombinationen?

Die Einstufung in die Steuerklasse IV lohnt sich für ein Ehepaar dann, wenn beide Partner etwa gleich viel verdienen. Die Regel lautet, dass die Differenz des Gehalts zehn Prozent nach Möglichkeit nicht überschreiten sollte.

Beide Partner erhalten in dieser Variante die gleichen Abzüge, die in etwa mit den Freibeträgen der Steuerklasse I vergleichbar ist. Alle Vergünstigungen werden zu gleichen Teilen gesplittet. So bleiben beiden Partnern netto die meisten Euro vom Bruttogehalt.

  • Einer der größten Vorteile dieser Variante für ein zusammenveranlagtes Ehepaar ist zudem, dass dieses nur eine Steuererklärung abgeben muss.

Die Steuerklassen III und V sollten gewählt werden, wenn die beiden Partner unterschiedlich viel verdienen.

Die Faustregel lautet: Verdient einer der Eheleute 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens und der andere 40 Prozent, sollte ein Wechsel in die Steuerklassen III und V durchgeführt werden. Der besserverdienende Teil vom Ehepaar wählt dabei die Steuerklasse III.

Er erhält in dieser weitreichende Abzugsmöglichkeiten: Sein Freibetrag wird verdoppelt. Dies gilt ebenso für die Vorsorgepauschale.

Diese Kombination lässt dem Ehepaar also beispielsweise dann netto die meisten Euro vom Brutto, wenn der eine Partner beispielsweise arbeitslos ist oder nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht.

  • Ist absehbar, dass ein Teil vom Ehepaar bald eine Lohnersatzleistung beziehen muss, kann es Sinn machen, die Einstufungen zu drehen. Wie viel Euro Elterngeld oder Arbeitslosengeld eine Person erhält, orientiert sich an seinem Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate. Durch einen Tausch können diese Ersatzleistungen so nach oben gebracht werden.

Erst seit einigen Jahren kann sich ein Ehepaar auch dafür entscheiden, die Variante IV und IV mit Faktor zu wählen. Die Idee dahinter ist, dass jeder Partner tatsächlich nur in etwa prozentual den Teil der Steuern zahlen muss, den er auch beim Einkommen beisteuert.

Diese Variante eignet sich also wiederum dann, wenn das Ehepaar nicht gleich viel verdient, die Gehaltsdifferenz sollte allerdings noch nicht so groß sein, dass die Variante III und V mehr Sinn macht.

Grundlage für den Faktor sind die voraussichtlichen Arbeitslöhne des laufenden Jahres. Die persönlichen Freibeträge werden sofort abgezogen. Man spricht auch davon, dass sich der Splittingvorteil sofort positiv auswirkt.

Durch den Faktor werden große Nachzahlungen (ebenso wie Rückzahlungen) am Jahresende vermieden. Entscheidet sich ein Paar für diese Variante, sollte es wissen, dass es monatlich einige Euro weniger netto vom Bruttogehalt haben kann.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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