Elterngeld und Steuerklasse


Die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse kann sich auf die Höhe des Elterngeldes auswirken.
  • Am günstigsten wirkt sich die Steuerklasse 3 auf die Berechnung aus.
  • Zukünftige Eltern sollten sich früh Gedanken um einen Steuerklassenwechsel machen.
  • Zur Berechnung des Elterngeldes werden vom Bruttoeinkommen pauschale Abzüge abgezogen.

elterngeld-steuerklasse

Warum gibt es einen Zusammenhang zwischen Elterngeld und Steuerklasse?

Ein niedriges Nettoeinkommen (auf Basis der Berechnung mit Pauschalabzügen vom Bruttoeinkommen) hat ein niedrig ausfallendes Elterngeld zur Folge. Ein höheres Einkommen dagegen bringt ein höheres Elterngeld mit sich.

Deshalb lohnt es sich, wenn der Partner, der nach der Geburt das Elterngeld bezieht, in die Steuerklasse 3 wechselt. Dort wird mit niedrigeren Abzügen gerechnet und es bleibt mehr Netto vom Brutto.

Für die Zeit vor der Geburt ist die steuerliche Situation für das Paar insgesamt zwar ungünstiger. Dieser Nachteil kann jedoch durch die Steuererklärung und das höher ausfallende Elterngeld ausgeglichen werden.

  • Das berechnete Elterngeld Nettoeinkommen ist nicht gleichzusetzen mit dem normalen Nettoeinkommen auf der Gehaltsabrechnung.

Elterngeld und Steuerklasse – Wichtige Fragen

Seit dem 1.1.2013 ist das Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs in Kraft getreten. Es schränkt die Möglichkeit, in eine andere, günstigere Steuerklasse zu wechseln, deutlich ein.

Denn der Steuerklassenwechsel muss spätestens sieben Monate, bevor die werdende Mutter ihren sechswöchigen Mutterschutz antritt, beantragt werden. Faktisch ist der Wechsel der Steuerklasse daher nur bis zur zweiten Schwangerschaftswoche möglich.

Gerade, wenn ein Kind nicht geplant ist, ist zu diesem Zeitpunkt die Schwangerschaft oftmals noch gar nicht bekannt. Ist ein Kind aber in Planung, ist es sinnvoll, bereits vor der Schwangerschaft in die günstigere Steuerklasse zu wechseln.

Der Wechsel der Steuerklasse wird im Folgemonat nach Antragsstellung gültig.

Formular Steuerklassenwechsel

  • Ist als Termin für die Geburt des Kindes zum Beispiel der 25.1. berechnet, beginnt der Mutterschutz am 16.12. In diesem Fall muss der Antrag auf Wechsel der Steuerklasse spätestens bis zum 15.5. gestellt worden sein. Auf diese Weise wird er im Juni wirksam.

Erfolgt der Antrag zum Wechsel der Steuerklasse zu spät, gibt es eine Möglichkeit, dennoch vom maximalen Elterngeld zu profitieren.

Hierzu muss die werdende Mutter beantragen, dass der Mutterschutzmonat bei der Berechnung mit eingerechnet wird. In der Regel wird dieser nämlich aus der Berechnung ausgeschlossen, denn in dieser Zeit wird ja bereits kein volles Gehalt mehr gezahlt.

Wenn man darauf verzichtet, dass die Mutterschutzzeit nicht in die Berechnung miteinbezogen wird, dann gewinnt man ein paar Wochen.

  • Das Familienministerium hat bestätigt, dass dieses Vorgehen absolut korrekt ist und gegen keinerlei Gesetze verstößt.

Sobald die Zahlung des Elterngeldes endet, sollten beide Ehepartner wieder die Steuerklasse wählen, die ihren persönlichen finanziellen Verhältnissen und ihren Bruttoverdiensten am besten entspricht.

Sind die Bruttoverdienste in etwa gleich, wäre dies für beide die Steuerklasse 4. Bei unterschiedlich hohen Bruttoverdiensten sollte der besser verdienende Ehepartner in die Steuerklasse 3 und der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 eingeordnet werden.

Elterngeld und Steuerklasse – Ein Beispiel

Elterngeld-und Steuerklasse

Herr und Frau Steuerzahler verdienen ungefähr gleich viel und sind deshalb in Steuerklasse 4. Bald erwarten sie jedoch ein Baby und Frau Steuerzahler möchte nach der Geburt eine Zeit lang Zuhause bleiben und Elterngeld beziehen.

Die Abzüge in Steuerklasse 4 sind höher als in Steuerklasse 3. Daher wechselt Frau Steuerzahler rechtzeitig in Steuerklasse 3, damit sie ein höheres Nettogehalt und somit auch ein höheres Elterngeld erhält.

Ihr Mann muss zwangsläufig in die Steuerklasse 5 wechseln. Er hat nun zwar sehr hohe Abzüge auf sein Gehalt, nach der Geburt wechselt er aber wiederum in Steuerklasse 3 und profitiert dann von niedrigeren Abzügen.


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Allgemeine Infos zum Elterngeld

Das Elterngeld ist eine Ersatzleistung des Staates. Es soll ein durch die Betreuung der eigenen Kinder bedingtes ausfallendes Gehalt nach der Geburt kompensieren.

Ein Elternteil kann mindestens zwei und maximal 12 Monate Elterngeld beziehen. Beteiligt sich der andere Partner ebenfalls an der Betreuung kann das Elterngeld zwei Monate zusätzlich (also maximal 14 Monate) in Anspruch genommen werden.

Alleinerziehenden Eltern können maximal 14 Monate Elterngeld bekommen.

Die Höhe des Elterngeldes beträgt in der Regel zwischen 65% und 67% des Nettoeinkommens.

Vorheriges EinkommenErsatzrate des Elterngeldes
1.000 – 1.200 Euro67 %
1.220 – 1.240 Euro66 %
ab 1.240 Euro65%
unter 1.000 Euro67 % bis schrittweise 100 %
  • Mindestsatz: 300 Euro / Monat
  • Höchstsatz: 1.800 Euro / Monat
  • Weitere Kinder beeinflussen die Höhe des Elterngeldes. So gibt es den Geschwisterbonus, der 10 % des Elterngeldes, mindestens aber 75 Euro ausmacht sowie bei Mehrlingsgeburten den Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro für jedes weitere Kind.

Das Elterngeld Plus unterstützt Eltern, die nach der Geburt Elterngeld beziehen und gleichzeitig in Teilzeit arbeiten möchten. Das hat zur Folge, dass sie das Elterngeld

  • doppelt so lange, wie üblich
  • in maximal halber Höhe als üblich

in Anspruch nehmen können.

  • Außerdem gibt es den Partnerschaftsbonus. Dieser tritt in Kraft, wenn beide Elternteile gleichzeitig vier Monate 25 – 30 Stunden pro Woche arbeiten. Der Bonus sieht vier zusätzliche Elterngeld Plus Monatszahlungen pro Elternteil vor.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Elterngeld
  2. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Elterngeld für Alleinerziehende
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Elterngeld und Elterngeldersatzleistungen
  4. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 

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