Steuerklassen für Geringverdiener

Sie müssen 3,9% ihres monatlichen Bruttoverdienstes an die Rentenkasse abführen, während der Gesamtbeitrag bei 18,9% liegt. Den Differenzbetrag zwischen 3,9 und 18,9% muss der Arbeitgeber beisteuern.

Auch wenn der erste Minijob steuerfrei ist, sollten sich alle Geringverdiener mit den wichtigsten Bestimmungen des deutschen Steuerrechts vertraut machen und bei Bedarf die passende Steuerklasse wählen.

Haupt- und Nebenbeschäftigung

Viele geringfügig beschäftigte Personen üben ihre Tätigkeit zusätzlich zu einer hauptberuflichen Arbeitnehmertätigkeit aus. In diesem Falle wäre für sie die Steuerklasse 6 bindend, während sie in ihrem Hauptjob in eine andere Steuerklasse eingeordnet würden. Diese Steuerklasse wäre einzig und allein von ihrem Familienstand abhängig.

Die Steuerklasse 6 wäre auch zutreffend, wenn mehrere Minijobs ausgeübt werden, bei denen der Bruttoverdienst deutlich unter der Grenze von 450 Euro liegt. Zuviel gezahlte Steuern könnten über den Lohnsteuerjahresausgleich zurückgeholt werden.

In der Steuerklasse 6 können die geringfügig beschäftigten Arbeitnehmer keinerlei Freibeträge geltend machen. Dies ist ein ganz wesentlicher Unterschied zu allen anderen Steuerklassen. Sogar der Arbeitnehmerpauschbetrag fällt in der Steuerklasse 6 weg.

Geringfügig beschäftigte Ehepartner

Gar nicht so selten kommt es vor, dass ein Ehepartner voll berufstätig ist und der andere Ehepartner lediglich eine kleinen Nebenverdienst erzielt. In vielen Fällen wird es sich bei dem geringfügig beschäftigten Ehepartner um die Frau handeln. Es ist aber auch die umgekehrte Variante denkbar.

Unabhängig davon, wer letzten Endes der Hauptverdiener ist und wer nur einen kleinen Beitrag zur Aufbesserung der Haushaltskasse leistet, wäre es sinnvoll, wenn das Ehepaar die Steuerklassenkombination 3 / 5 und damit das Ehegattensplitting wählt.

Geringfügig beschäftigte Singles

Es kann zahlreiche Gründe geben, warum ein Single nur geringfügig beschäftigt ist. Oftmals besteht zwar der Wunsch nach einer regulären Voll- oder Teilzeitbeschäftigung, er lässt sich aber nicht immer realisieren.

Gerade bei einem Single wird es sehr häufig der Fall sein, dass er von den Einnahmen aus seinem Minijob nicht leben kann und deshalb ergänzende Hartz 4 Leistungen beantragen muss.

Bis zu einer Verdienstgrenze von 100 Euro pro Monat bleibt das Einkommen anrechnungsfrei. Von allen Verdiensten, die darüber hinaus gehen, kann der Hartz 4 Empfänger lediglich 20% behalten. Die restlichen 80% würden mit seiner laufenden Hartz 4 Leistung verrechnet.

Dennoch kann es sich lohnen, einen geringfügigen Job anzunehmen. Das monatliche Haushaltsnettoeinkommen ist in jedem Falle deutlich höher, als wenn nur Hartz 4 Leistungen bezogen würden.

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