Home Paar hält sich die Hand

Viele Personen, die eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft eingehen wollen, fragen sich völlig zu Recht, welche konkreten Auswirkungen dieser Schritt auf ihre steuerlichen Belange haben wird.

Dabei spielt insbesondere die Frage, ob und in welchem Umfang ein Ehegattensplitting auch in der gleichgeschlechtlichen Ehe möglich ist, eine entscheidende Rolle.

EU- und Verfassungsrichter bestehen auf Gleichberechtigung

In den letzten Jahren ist es immer wieder vorgekommen, dass gleichgeschlechtliche Lebenspartner steuerrechtlich wie Singles behandelt und deshalb automatisch in die Steuerklasse 1 eingeordnet wurden.

Sofern einer der beiden Partner Kinder zu erziehen hatte, war unter bestimmten Voraussetzungen auch die Steuerklasse 2 möglich. Die Steuerklassenkombination  3/5 blieb ausschließlich der Ehe zwischen Mann und Frau vorbehalten und war in gleichgeschlechtlichen Ehe nicht möglich.

Viele gleichgeschlechtliche Paare sahen sich dadurch benachteiligt und klagten vor dem örtlichen Finanzgericht oder vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. In fast allen Fällen bekamen sie damit Recht, mit der Konsequenz, dass ihnen ab sofort die Möglichkeit gegeben werden muss, bei Bedarf das Ehegattensplitting anzuwenden.

Die EU-Richter gingen hier noch einen Schritt weiter und sagten, dass es grundsätzlich verboten sei, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften in irgendeiner Form zu benachteiligen.

Die richtige Steuerklassenkombination wählen

Ähnlich wie bei heterosexuellen Ehepaaren kommt es auch in der Homo Ehe entscheidend darauf an, diejenige Steuerklassenkombination zu wählen, die der persönlichen Lebenssituation am ehesten entspricht.

Gleichgeschlechtliche Ehepartner, deren Bruttolöhne in etwa gleich hoch sind, sollten in der Steuerklasse 1 oder der Steuerklasse 4 verbleiben. Nur für diejenigen Ehepartner, die sehr unterschiedlich verdienen, lohnt es sich, ernsthaft über ein Ehegattensplittung und damit auch über die Einordnung in die Steuerklassenkombination 3 / 5 nachzudenken.

Der Partner, der am meisten verdient, sollte die Steuerklasse 3 und der andere Partner die Steuerklasse 5 wählen. In der Steuerklasse 3 können deutlich höhere Grundfreibeträge als in allen anderen Steuerklassen geltend gemacht werden.

Dies hätte unter anderem zur Folge, dass sich der Nettoverdienst, der vom Brutto übrig bleibt, deutlich erhöht. Der andere Partner, der sich in der Steuerklasse 5 befindet, müsste im Gegenzug dazu allerdings mit sehr hohen Abzügen rechnen.

Die Steuerklassenkombination 3 und 5 ist auch dann sinnvoll, wenn nur einer der beiden Partner berufstätig ist oder wenn ein Partner eine selbstständige beziehungsweise freiberufliche Tätigkeit ausübt.

Nebentätigkeiten

Wer neben seinem Hauptjob eine oder mehrere Nebentätigkeiten ausüben möchte, müsste dabei akzeptieren, dass er in die Steuerklasse 6 eingeordnet wird. Eine Ausnahme bestünde lediglich dann, wenn die Nebentätigkeit auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis durchgeführt wird.

Diese Verfahrensweise unterscheidet sich nicht von der Verfahrensweise, die auch bei anderen Ehepaaren oder bei Singles praktiziert wird.

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