Die wichtigsten Fakten


Ein Kind hat definitiv eine Auswirkung auf die eigene steuerliche Situation - allerdings muss es sich bei dieser nicht zwangsläufig um die Lohnsteuerklasse drehen, sondern kann sich auch auf die Lohnsteuer beschränken. Wichtig ist, in welcher Lohnsteuerklasse man zuvor gewesen ist.

Steuerklasse-mit-Kind

Steuerklassen mit Kind - Beispiele für Veränderungen

Ist man verheiratet und befindet sich gemeinsam mit dem Partner in der Klasse IV, so ändert sich die Steuerklasse mit Kind nicht, wohl aber die Lohnsteuer. Denn beide Partner haben je Anspruch auf die Hälfte vom Kinderfreibetrag, der 7.356 Euro beträgt, also 3.678 Euro pro Person.

Waren die beiden Eheleute in den Lohnsteuerklassen III und V, so verändert sich die Steuerklasse mit Kind ebenfalls nicht. Allerdings erhält der Partner, der in der Lohnsteuerklasse III war, in diesem Fall den vollen zusätzlichen Freibetrag für das Kind.

Eine wirkliche Veränderung der Steuerklasse mit Kind tritt ein, wenn man ledig ist: In diesem Fall war man zuvor in die Lohnsteuerklasse I eingestuft. Als Alleinerziehender/ Alleinerziehende gibt es allerdings eine spezielle Steuerklasse mit Kind - die Steuerklasse 2.

Der Unterschied ist, dass hier zusätzlich zum Kinderfreibetrag ein Entlastungsbetrag in der Höhe von 1.908 Euro vorgesehen ist, der sich wie ein zweiter Freibetrag für das Kind auf die Lohnsteuer auswirkt.

  • Lebt ein unverheiratetes Paar mit dem eigenen Kind zusammen, bleiben beide Partner in Steuerklasse 1. Da sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben, profitieren sie nicht von den Vergünstigungen für Alleinerziehende.

Die richtige Steuerklasse mit Kind in der Übersicht

LebenssituationSteuerklasseBesonderheit
VerheiratetIV und IVHalber Kinderfreibetrag für beide Partner
VerheiratetIII und VVoller Kinderfreibetrag für den Partner in der Klasse III
UnverheiratetI und IHalber Kinderfreibetrag für beide Partner
AlleinerziehendIIVoller Kinderfreibetrag und zusätzlicher Entlastungsbetrag
Verwitwert und AlleinziehendIII oder IISicherer Wechsel in die II erst im übernächsten Jahr: Berechnung für die Lohnsteuer, ob Entlastungsbetrag oder höhere Vorsorgepauschale günstiger ist

Kein Entlastungsbetrag in Steuerklasse III

Praktisch passiert es immer wieder, dass Alleinerziehende sich auch der in der Lohnsteuerklasse III befinden. Kommt es zu einem Ableben des Partners, darf der Witwer oder die Witwe für das laufende Jahr und das darauffolgende Jahr in der Steuerklasse III verbleiben.

Oft ist dabei jedoch noch ein Kind im Haus. Die Klasse III ist allerdings nicht als Steuerklasse mit Kind konzipiert. Dies bedeutet, dass der Entlastungsbetrag hier nicht in Anspruch genommen wird. Eigentlich wäre deshalb ein Wechsel in die Klasse II anzuraten, die kann sich jedoch in einigen Fällen negativ auf die Lohnsteuer auswirken.

Häufig gestellte Fragen

Wird ein Kind geboren, hat das auf die Steuerklasse nur dann eine Auswirkung, wenn man nicht verheiratet ist. Denn dann war man zurvor der Steuerklasse 1 zugeordnet und wechselt mit dem Kind in Steuerklasse 2. Voraussetzung: Man ist sorgeberechtigt und auch nach der Geburt des Kindes weiter unverheiratet.

Je nach Familienstand gibt es unterschiedliche Steuerklassen. Die Steuerklassen 3, 4 und 5 sind für verheiratete Personen, die Steuerklassen 1 und 2 für unverheiratete Personen.

Bekommt eine unverheiratete Person ein Kind und zieht sie dieses Kind alleine auf, wechselt sie automatisch von Steuerklasse 1 in Steuerklasse 2. Denn diese bietete Alleinerziehenden steuerliche Vorteile.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder

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