Steuerklasse Single

Wenn man damit beginnt, Geld zu verdienen, muss man sich zwangsläufig damit beschäftigen, welche Steuerklasse gilt.

Häufig macht sich nach einer ersten Recherche schnell Ernüchterung breit, denn es scheint nicht so, als habe man wirklich Auswahlmöglichkeiten unter den Steuerklassen.

Die Steuerklasse als Single ist zugleich auch noch die, welche die geringsten Abzüge bei der Lohnsteuer erlaubt.

Die Steuerklasse für den Single: Nummer I

Unter den Steuerklassen ist grundsätzlich die Nummer I für Personen ohne Partner reserviert. Das Gleiche gilt, wenn man dauerhaft getrennt vom Partner lebt und sich dieser im Ausland befindet und man folglich faktisch Single ist.

Kennzeichen der Nummer I als Steuerklasse für einen Single ist, dass diese die geringsten Abzugsmöglichkeiten bietet, um die Lohnsteuer zu senken. Enthalten sind der allgemeine Freibetrag in Höhe von 8.820 Euro sowie der Arbeitnehmerpauschbetrag (1000 Euro), der Sonderausgabenpauschbetrag (36 Euro) und die Vorsorgepauschale (abhängig vom Einkommen).

Die Nummer VI: Eine zweite Steuerklasse für den Single

Ohne Partner wird zumeist die Nummer VI unter den Lohnsteuerklassen für Singles relevant. Diese ist keine Alternative zur Steuerklasse I, sondern eine Ergänzung.

Wenn man eine zweite, dritte sowie jeder weitere Tätigkeit aufnimmt, wird die Lohnsteuer für diese Arbeiten nach der Steuerklasse VI berechnet.

Kennzeichen dieser Steuerklasse ist, dass es keine Abzugsmöglichkeiten gibt. Auf jeden verdienten Euro der zusätzlichen Beschäftigungen wird die volle Lohnsteuer erhoben.

Die Nummer II: Die Steuerklasse für einen Single mit Kind

Ein Wechsel der Steuerklassen ist auch ohne Partner möglich.

Bedingung hierfür ist, dass der Singe alleinerziehend ist. In diesem Fall erfolgt eine Einstufung in die Klasse II.

Pro Kind erhält man einen zusätzlichen Freibetrag in der Höhe von 7.356 Euro (Stand 2017).

Hinzukommen 1.908 Euro Freibetrag als Entlastung für Alleinerziehende.


Warum sind weitere Wechsel der Steuerklassen ohne Partner nicht möglich?

Die Wahlmöglichkeiten dafür, welche Steuerklasse als Singe tatsächlich genommen werden kann, sind folglich begrenzt. Dies hat den Hintergrund, dass sich im Aufbau der Steuerklassen ein politisches Konzept verbirgt: Der Staat möchte die Gründung von Familien befördern und belohnt deshalb die Personen mit Ehepartner finanziell.

Der Kinderfreibetrag ist ein Zeichen dafür, dass auch diese in der Gesellschaft willkommen sein sollen - und zwar ganz gleich, in welche familiäre Situation sie geboren werden. Aus diesem Grund gibt es auch den Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende.

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