Steuerklasse 4 Abzüge - die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse 4 ist Ehepaaren vorbehalten.
  • Nach einer Heirat kommen beide Ehepartner automatisch in die Steuerklasse 4.
  • Wenn beide Ehepartner in etwa gleich viel verdienen, sollten beide in der Steuerklasse 4 bleiben.
  • Anders als in der Steuerklasse 1 gibt es in der Steuerklasse 4 noch einen Kinderfreibetrag.
  • Ansonsten gibt es in der Steuerklasse 4 dieselben Abzüge wie in der Steuerklasse 1.

Die Steuerklasse 4 ist für Eheleute reserviert. Anders als die Kombination der Steuerklassen 3 und 5 sollte sie vor allem von Paaren genutzt werden, die etwa gleich viel verdienen und in der Folge etwa gleiche Abzüge für die Lohnsteuer geltend machen wollen.

Die Steuerklasse nach der Heirat

Die Abzüge in der Steuerklasse 4

Die Abzüge in den Steuerklassen 1 und 4 sind vergleichbar. In der Steuerklasse 4 kommt lediglich noch ein Kinderfreibetrag von 3.678 Euro hinzu. Die Grenze für die Lohnsteuer ohne Kind liegt im Jahr 2017 bei 9.856 Euro.

AbzügeHöhe in Euro (Stand 2017)
Grundfreibetrag8.820 Euro
Pauschbetrag für Arbeitnehmer1000 €
Pauschbetrag für Sonderausgaben36 €
Vorsorgepauschalegehaltsabhängig
Kinderfreibetrag7.356 Euro

Steuerklasse 4 Abzüge - Häufig gestellte Fragen

In den weiteren Steuerklassen mit Kinderfreibetrag dürfen für diesen 7.356 Euro - also doppelt so viel - abgezogen werden. Zu bedenken ist aber, dass die vierte Steuerklasse nur von Eheleuten genutzt werden darf.

Der andere Partner erhält also auch noch einmal einen Kinderfreibetrag von 3.678 Euro Euro pro Kind. Somit gleicht sich der Betrag wieder aus. Die Halbierung des Freibetrags in derSteuerklasse 4 ist notwendig, um diese nicht zu bevorteilen.

Die vierte Steuerklasse ist dann sinnvoll, wenn einer der Partner bis höchstens 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens beisteuert. Ab diesem Moment sollte mit Hilfe eines Steuerklassenrechners durchgespielt werden, ob nicht ein Transfer in die Steuerklassen 3 und 5 oder zumindest die Hinzunahme des Faktors günstiger für die Lohnsteuer wären.

Die Steuerklasse 4 macht keinen Sinn mehr, wenn einer der Partner in absehbarer Zeit staatliche Transferleistungen beziehen wird, deren Höhe vom letzten Netto-Gehalt abhängen.

In einem solchen Fall sollte das Paar in die Steuerklassen 3 und 5 wechseln - wobei der Partner, der die Transferzahlungen erhalten wird, sich für die Nummer 3 entscheiden sollte.

Entscheidet sich das Paar dafür, den Faktor zu integrieren, so sorgt dieser dafür, dass beide Ehegatten prozentual nur etwa den Wert an Lohnsteuer zahlen, den sie auch zum gemeinsamen Einkommen beitragen. Die Abzüge werden entsprechend durch den Faktor verändert.

Allerdings ändert sich an den genannten Rechengrundlagen nichts. Die Höhe des Faktors hängt vom individuellen Fall ab.

Um Mitglied der Steuerklasse 4 sein zu dürfen, müssen beide Partner durch eine Ehe oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft verbunden sein. Zudem muss der jeweilige Partner ebenfalls Mitglied in dieser Steuerklasse sein.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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