Steuerklasse 5 trotz eines niedrigen Nettogehalts verlassen

Die Kombination aus den Steuerklassen 3 und 5 macht für Paare immer dann Sinn, wenn ihre Einkünfte stark unterschiedlich sind. Es reichen schon zehn Prozent Differenz, um monatlich einen finanziellen Vorteil zu erhalten.

Der Besserverdiener ist in diesem Fall in Steuerklasse 3, der Geringverdiener wählt die Steuerklasse 5. Nicht in jedem Fall macht es aber Sinn für den Geringverdiener, auch in Steuerklasse 5 zu verbleiben.

Selbst, wenn sich seine Einkünfte nicht ändern, kann der gemeinschaftliche Wechsel in Steuerklasse 5 oder sogar der Wechsel vom Geringverdiener in Steuerklasse 3 Sinn machen. Entscheidend hierbei sind die Nettoeinkünfte sowie die Zukunftsperspektiven.

Bei nahender Arbeitslosigkeit die Steuerklasse 5 verlassen

Wer sicher weiß, dass er in Zukunft arbeitslos werden wird, weil beispielsweise sein Vertrag nicht verlängert worden ist oder er ein Kündigungsschreiben erhalten hat, der sollte die Steuerklasse 5 verlassen und gemeinsam mit dem Partner in die Steuerklasse 4 wechseln.

Denn die betroffene Person wird in Zukunft staatliche Leistungen (Arbeitslosengeld I) erhalten, deren Höhe sich am letzten Nettogehalt bemessen. Durch die hohen Abzüge der Steuerklasse 5 fallen die Bezüge dementsprechend geringer aus. Zumeist rechnet es sich deshalb für das Paar, den Wechsel vorzunehmen.

Bei Kinderwunsch ebenfalls die Steuerklasse 5 verlassen

Wenn sich ein Paar Kinder wünscht und der ersehnte Nachwuchs auf dem Weg ist, macht es ebenfalls Sinn, die Steuerklasse 5 zu verlassen.

Denn die Höhe des Elterngelds hängt ebenso wie die des Arbeitslosengeldes I vom letzten Nettogehalt ab. Da das Elterngeld zudem länger bezogen werden darf als das Arbeitslosengeld I, ist der Wechsel in diesem Fall noch einmal sinnvoller.

Auf die Frist achten

Allerdings gilt es, auf eine Frist zu achten, die der Staat gesetzt hat. Paare dürfen zwar jedes Jahr die Steuerklasse wechseln, doch muss dieser Wechsel wenigstens drei Monate vor dem Bezug staatlicher Leistungen beantragt werden.

Beim Elterngeld ist dies kein Problem.

Bei drohender Arbeitslosigkeit wird dies schon problematischer, da die Kündigungsfrist in der Regel erst nach langer Betriebszugehörigkeit (acht bis zehn Jahren) die drei Monate übersteigt.

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