Die Steuerklasse nach der Heirat


Die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse nach der Heirat ist automatisch die Steuerklasse 4.
  • Wer die Steuerklassenkombination 3/5 haben möchte, muss dies schriftlich beim Finanzamt beantragen.
  • Auch wenn ein Ehepartner kein Gehalt erhält, wird man automatisch in die Steuerklasse 4 eingeordnet.
  • Für Ehepaare gibt es nur folgende mögliche Steuerklassenkombinationen: 3/5 und 4/4.
  • 3/5 lohnt sich bei unterschiedlichen Verdiensten und 4/4 bei annähernd gleichen Verdiensten.

Die Steuerklasse nach der Heirat

Wichtige Fragen zur Steuerklasse nach der Heirat

Verdient ein Ehepartner signifikant mehr als der andere, kann sich auch ein Ehegattensplitting steuerlich lohnen.

Es sieht unter anderem vor, dass der eine Ehepartner in die Steuerklasse 3 und der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 eingeordnet wird.

1. Ehepartner

Steuerklasse ➂

2. Ehepartner

Steuerklasse ➄

In der Steuerklasse 3 sind die Lohnabzüge deutlich geringer als in der Steuerklasse 4 oder 5. So liegt der Grundfreibetrag in dieser Steuerklasse nicht bei 8.652 Euro, sondern bei 17.304 Euro pro Jahr.

SteuerklasseGrundfreibetragKinderfreibetrag
Steuerklasse 317.304 €7.248 €
Steuerklasse 48.652 €3.624 €
Steuerklasse 50 €0€

Sofern der gut verdienende Ehepartner diese Steuerklasse nutzt, kann dies nicht selten dazu führen, dass das Ehepaar deutlich mehr Geld zur Verfügung hat, als dies in der Steuerklasse 4 der Fall wäre.

Allerdings ist es nicht selten, dass ein Ehegattensplitting bei der Einkommensteuererklärung regelmäßig zu Nachzahlungen führt und darauf sollte das Ehepaar vorbereitet sein.

Di Steuerklasse 5 ist für den Ehegatten mit dem geringerem Einkommen von beiden gedacht. Der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1000 Euro, der Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 Euro und der Vorsorgepauschbetrag in individueller Höhe könnten in dieser Steuerklasse unverändert geltend gemacht werden.

Allerdings hat das Ehegattensplitting speziell für den Ehepartner in der Steuerklasse 5, neben der relativ hohen Wahrscheinlichkeit, Steuern nachzahlen zu müssen,  einen weiteren Nachteil. Er wird deutlich höhere Lohnabzüge hinnehmen müssen, als dies in den meisten anderen Steuerklassen der Fall wäre.

  • In der Steuerklasse 5 gibt es weder einen Grundfreibetrag noch einen Kinderfreibetrag.

Bei der Wahl der Steuerklasse nach der Heirat sollte man immer Weitblick walten lassen, da ein Wechsel der Steuerklasse nur einmal im Jahr möglich ist.

Daher ist es wichtig, die weitere Entwicklung zu überblicken. Ist es zum Beispiel absehbar, dass ein Ehepartner in naher Zukunft Lohnersatzleistungen wie

beziehen wird, sollte dies bei der Wahl der Steuerklasse nach der Heirat berücksichtigt werden. Denn die Lohnersatzleistungen berechnen sich nach dem letzten Nettoeinkommen.

  • Bei der Steuerklasse 3 ist das Nettoeinkommen höher als bei der Steuerklasse 5. Vor der Geburt eines Kindes kann es sich daher lohnen, vorher in Steuerklasse 3 zu wechseln. Auf diese Weise würde sich das Elterngeld erhöhen.

Steuerklasse nach der Heirat: Wechselformular und ELStAM

Wer von der Steuerklassenkomination 4/4 in die Steuerklassen 3 und 5 wechseln möchte, muss dies mit dem „Antrag auf Steuerklassenwechsel für Ehegatten“ beantragen.

Seitdem das Verfahren „Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale“ (ELStAM) eingeführt wurde, übermittelt die Meldebehörde automatisch nach einer Eheschließung folgende Informationen an die Finanzverwaltung:

  • den geänderten Familienstand
  • die Identifikationsnummer

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass beide Eheleute ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Ein weiterer Vorteil von ELStAM ist, dass auch dem Arbeitgeber die Steuerklasse als ELStAM automatisch zum Abruf zur Verfügung gestellt wird.

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Szenarien/Rechenbeispiele

Im Folgenden werden drei gängige Szenarien für die Steuerklasse nach der Heirat vorgestellt. Um sich die Details zu einem der Szenarien anzusehen, klicken Sie dazu einfach auf den jeweiligen Button.

An dieser Stelle haben die Betroffenen sicher den geringsten Aufwand. Hintergrund: In Deutschland gilt seit einigen Jahren der Grundsatz, dass im Rahmen der Eheschließung die Finanzbehörden informiert werden.

Aufgrund dessen erfolgt automatisch die Einordnung der Ehepartner in die neue Lohnsteuerklasse. Für beide gilt zuerst die Steuerklasse 4, welche im Anschluss individuell angepasst werden kann.

Hier sieht die Situation folgendermaßen aus: Zuerst vergibt das Finanzamt nach der Heirat für beide Partner – ganz automatisch – Steuerklasse 4. Um die Abgabenlast positiv zu beeinflussen, kann sich der Wechsel in die Kombination Steuerklasse 3/5 lohnen. Dieser Wechsel muss aber beantragt werden. Alternativ besteht die Chance, mit der Steuerklasse 4 mit Faktor zu arbeiten.

Wird die Ehe während der Schwangerschaft geschlossen, sollte sich das Paar zum Handeln entschließen. Da die Höhe des Elterngeldes ans Nettoeinkommen gekoppelt ist, hat die Steuerklasse 3/5 positive Auswirkungen. Allerdings kann es – je nach Situation – für das andere Elternteil eventuell zu Nachteilen kommen.

Häufig gestellte Fragen

Je nachdem, ob beide Ehepartner in etwa gleich viel verdienen oder ob sich ihre Bruttoverdienste erheblich voneinander unterscheiden, sollten sie in der automatisch zugewiesenen Steuerklasse 4 verbleiben. Die Steuerklasse 4 sieht pro Person einen jährlichen Grundfreibetrag in Höhe von 8.652 Euro und einen Kinderfreibetrag in Höhe von 3.624 Euro vor.

Der Kinderfreibetrag ist zwar nur halb so hoch wie in den Steuerklassen 1, 2 und 3, er wird jedoch beiden Ehepartnern gleichermaßen zugesprochen, so dass sie in der Gesamtsumme wieder auf 7.248 Euro pro Jahr und pro Kind kommen.

Immer dann, wenn sich einer der beiden Ehepartner entscheidet, mehrere Jobs gleichzeitig auszuführen, wäre die Steuerklasse 6 von Bedeutung.

In der Steuerklasse 6 gibt es keinerlei Freibeträge. Deshalb sind die Abzüge sehr hoch.

Dies gilt selbstverständlich auch dann, wenn beide Ehepartner nebenbei jobben und auf diese Weise ihre Haushaltskasse aufbessern möchten.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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