Die wichtigsten Fakten

  • Steuerklasse 3 und 5 lohnt sich, wenn das Einkommen des Ehepaares in einem 60:40 Verhältnis steht.
  • Ehepaare in dieser Steuerklassenkombination müssen allerdings oft viel nachzahlen.
  • Eine hohe Nachzahlung kann jedoch vermieden werden.

Ehepaare, die gemeinsam in den Steuerklassen 3 und 5 veranlagt werden, erwartet am Ende des Jahres oft eine unangenehme Überraschung: eine hohe Nachzahlung. Es kann sich deshalb lohnen, bereits frühzeitig die Höhe der Nachzahlung zu berechnen, um geeignete Maßnahmen treffen zu können.

Steuerklassen-3-und-5-Nachzahlung-berechnen

Warum muss in den Steuerklassen 3 und 5 so häufig nachgezahlt werden?

Die Steuerklassen 3 und 5 sind für Paare, die deutlich unterschiedliche Gehälter beziehen. Wenn ein Partner mehr als 60 Prozent des Gesamteinkommens beisteuert, sollte man diese Klassen wählen und nicht in Steuerklasse 4 verbleiben. Jedes Gehalt wird nun erst einmal einzeln veranlagt.

Der Partner in Steuerklasse 5 zahlt zwar praktisch ab dem ersten Euro Lohnsteuer, doch sehr wenig. Am Ende wird sein Gehalt jedoch aufgrund der gemeinsamen Veranlagung mit dem des Partners, der in Steuerklasse 3 ist, zusammengerechnet. Es ist folglich viel höher, weshalb die gezahlte Lohnsteuer nicht ausreicht und die Nachzahlung erforderlich wird.

Auf einen Blick: Nachzahlung in den Steuerklassen 3 und 5 vermeiden

Nachzahlung in den Steuerklassen 3 und 5 vermeiden: Die wichtigsten Schritte
  1. Beide Gehälter addieren
  1. Bereits gezahlte Lohnsteuer berechnen
  1. Zu zahlende Lohnsteuer mit Hilfe der Splittingtabellen berechnen
  1. Nachzahlung berechnen: Gezahlte Lohnsteuer von der zu zahlenden abziehen
  1. Mit dem Finanzamt eine Vorauszahlung ausmachen oder die Steuerklasse wechseln

So kann man die Nachzahlung in den Steuerklassen 3 und 5 berechnen

Man kann mit einer einfachen mathematischen Operation herausfinden, wie viel Lohnsteuer nachgezahlt werden muss.

Die Gehälter der Partner aus den Steuerklassen 3 und 5 werden addiert, ganz so, als seien sie von nur einer steuerpflichtigen Person erwirtschaftet worden. Anschließend wirft man einen Blick auf die zu zahlende Lohnsteuer für diesen Betrag.

Hierbei können die aktuellen Splittingtabellen helfen, die über die Höhe der Lohnsteuer informieren.  Nun zieht man von der zu zahlenden Lohnsteuer den bereits entrichteten Betrag ab und erhält im Ergebnis die eigene Nachzahlung.

Häufig gestellte Fragen

Es ist möglich, die Nachzahlung zu vermeiden, wenn man dafür in Kauf nimmt, monatlich weniger Geld in der Tasche zu haben.

Entweder man

  • wechselt aus den Steuerklassen 3 und 5 in die 4. oder
  • leistet eine sogenannte Vorauszahlung
  • Die Vorauszahlung wird jedes Quartal gezahlt. Ihre Höhe wird mit dem Finanzamt ausgehandelt.

 

Steht das Einkommen in einem Verhältnis 60:40, dann ist es in der Regel sinnvoll, sich für die Steuerklassen 3 und 5 zu entscheiden. Der Ehegatte mit dem höheren Einkommen sollte sich dabei für die Steuerklasse 3 entscheiden.

Grundsätzlich ergibt sich durch diese Wahl keine Steuerersparnis. Vielmehr wird hier die Steuererstattung, die man nach der Steuererklärung bekäme, schon monatlich durch die geringeren Lohnsteuerabzüge, sprich das höhere Nettoeinkommen, erreicht.

Will man Nachzahlungen vermeiden, empfiehlt sich ein Wechsel in die Steuerklasse 4 /4 oder auch die Nutzung der Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren.

Entscheidet man sich für die Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren, dann berechnet das Finanzamt für beide Ehepartner die Steuerlast, die voraussichtlich fällig wird.

Die vorausberechnete Steuer wird dann durch den monatlichen Lohnsteuerabzug getilgt. Im besten Fall erreicht man durch einen Wechsel in die Steuerklasse 4 Faktorverfahren eine Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung von 0 Euro.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  2. Bundesministerium für Finanzen: Splittingtabelle 
  3. Bundesministerium für Finanzen: Durchschnittsbelastung Splittingtabelle
  4. Bundesministerium für Finanzen: Grenzbelastung Splittingtabelle

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