Die wichtigsten Fakten

  • Eine Scheidung führt zwangsläufig zu einem Wechsel der Steuerklassen.
  • Das Datum der Trennung - also der Beginn des Trennungsjahres - hat Einfluss auf die Steuerklasse.
  • Eine gemeinsame Veranlagung der Einkommensteuer im Trennungsjahr ist möglich.
  • Ein Steuerklassenwechsel kann bereits während des Trennungsjahres in best. Fällen sinnvoll sein.

die Steuerklasse im Trennungsjahr

Steuerklasse im Trennungsjahr - Die gemeinsame Veranlagung

Grundsätzlich muss man als Arbeitnehmer wissen, dass im Trennungsjahr noch eine gemeinsame Veranlagung der Einkommenssteuer möglich ist.

Dabei reicht es, wenn man im bezüglichen Steuerjahr auch nur noch wenige Wochen zusammengelebt hat. Im folgenden Jahr müssen die Ehepartner dann getrennt veranlagt werden.

Entscheidend für die Steuerklasse im Trennungsjahr ist dabei die Frage, in welchem Kalenderjahr die Trennung erfolgt. Stichtag für die Veranlagung ist dabei der 31.12..

Trennt man sich demnach Anfang Dezember, dann hat dies zur Folge, dass bereits ab 1. Januar des kommenden Kalenderjahres die Steuerklasse 1 zum Einsatz kommt.

Trennt man sich jedoch Anfang Januar, dann kann man noch das gesamte Jahr von der Steuerklasse 3 profitieren.

Häufig gestellte Fragen

Bevor die Scheidung einer Ehe  erfolgen kann, ist es in familienrechtlicher Hinsicht erforderlich, dass die Ehegatten ein Trennungsjahr durchführen.

Während dieser Zeit müssen die Parteien voneinander getrennt leben, das heißt der eine Partner darf für den anderen keinerlei „Leistungen“ mehr erbringen – auch dann nicht, wenn innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung getrennt voneinander gelebt wird.

Grundsätzlich besteht im Familienrecht die Verpflichtung der Ehegatten, im Trennungsjahr einer gemeinsamen Steuerveranlagung zuzustimmen, damit der Ehegatte, der die höheren Steuern gezahlt hat, keine finanziellen Nachteile erleidet.

Aus steuerlicher Sicht können Ehegatten natürlich eine getrennte Veranlagung beantragen, aber im Falle einer Trennung kann sehr schnell der Verdacht aufkommen, dass ein Partner die Zustimmung zur gemeinsamen Veranlagung böswillig verweigert, um dem Ehepartner zu schaden.

So ist es im Familienrecht geregelt, dass man dem Begehren, im Trennungsjahr eine gemeinsame Steuererklärung abzugeben, nachkommen sollte. Ansonsten könnte gegenüber dem Ehegatten, der durch eine getrennte Veranlagung finanzielle Nachteile hinnehmen müsste, eine Pflicht zum Schadensersatz begründet werden.

Der Ehepartner, der die gemeinsame Veranlagung begehrt, muss sich allerdings verpflichten, den anderen Partner von eventuell dadurch entstehenden steuerlichen Nachteilen freizustellen.

Keine Seltenheit ist es, dass es während des Trennungsjahres zu einer Versöhnung kommt. Allerdings muss der Versuch einer Versöhnung länger als drei Monate dauern, ansonsten wird das Trennungsjahr hierdurch nicht unterbrochen.

  • Es ist wichtig, die Versöhnung zu dokumentieren und das Finanzamt hierüber umgehend in Kenntnis zu setzen.

 

Die Rückerstattung zu viel gezahlter Steuern steht im Trennungsjahr dem Ehegatten zu, der diese auch gezahlt hat. Es kommt also darauf an, ob beide Ehepartner berufstätig waren und wie hoch das jeweilige Einkommen gewesen ist.

  • Wenn einer der Partner keine steuerpflichtige Tätigkeit ausgeübt hat, steht ihm auch die Steuerrückzahlung nicht zu.

Er kann sich natürlich –bestenfalls vor Unterschrift unter die gemeinsame Steuererklärung- mit dem getrennt lebenden Partner darüber einigen, einen bestimmten Anteil von der Steuerrückerstattung zu erhalten.

Steuerlicher Unterschied zwischen Steuerklasse 1 und Steuerklasse 3

Es macht also einen wesentlichen Unterschied, zu welchem Zeitpunkt man sich offiziell trennt und das Trennungsjahr beginnt. Dies ist den wenigsten Arbeitnehmern bewusst.

Wirft man einen Blick auf Beispielzahlen, wird offensichtlich, wie drastisch der Unterschied gerade bei einem hohen Einkommen ist:


  • Verdient man als Arbeitnehmer 100.000 Euro brutto, dann beträgt der steuerliche Unterschied zwischen Steuerklasse 1 und Steuerklasse 3 in etwa 9000 Euro pro Jahr.

Steuerklassenwechsel im Trennungsjahr

In manchen Fällen ist jedoch ein Wechsel der Steuerklasse bereits während des Trennungsjahres sinnvoll. So zum Beispiel, wenn während der Ehe die Steuerklassen in 3 und 5 aufgeteilt waren.

Während des Zusammenlebens wurden die finanziellen Unterschiede kompensiert, da beide Ehepartner in der Regel im gleichen Haushalt lebten.

Nach der Trennung jedoch fällt dieser Vorteil zumeist weg. Der Ehepartner mit Steuerklasse 5  ist durch seine schlechte Steuerklasse im Trennungsjahr großen finanziellen Einbußen ausgesetzt.

In diesem Fall empfiehlt es sich, die Steuerklasse im Trennungsjahr zu wechseln. Beide Partner sollten in Steuerklasse 1 bzw. der Partner, bei dem die gemeinsamen Kinder verbleiben sollen, in Steuerklasse 2 wechseln. Dieses Vorgehen führt jedoch für die Person, die vorher in Steuerklasse 3 veranlagt war, zu großen finanziellen Einbußen.

Kein Wunder also, dass dies oftmals der Grund für Auseinandersetzungen ist. Der betroffene Ehepartner kann seine Zustimmung verweigern.

  • Die Konsequenz aus der Weigerung eines Wechsels der Steuerklasse im Trennungsjahr: der Ehepartner, der den Wechsel verweigert, muss die steuerlichen Entlastungen, die dem anderen Partner durch die Weigerung entstehen, für die restliche Zeit des Trennungsjahres kompensieren.

 

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Folgen bei Trennung und Scheidung
  2. Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.: Ratgeber zu den wichtigsten Fragen bei Trennung und Scheidung

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