Die Veränderungen als Witwe

Wenn ein Ehepartner stirbt, ist dies immer ein großer Einschritt.

Damit zu den ohnehin großen Sorgen nicht noch finanzielle Probleme hinzukommen, hat der Gesetzgeber hier entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen.

Dazu gehört es unter anderem auch, dass alle Personen, die ihren Ehepartner verloren haben, eine Zeit lang in die Steuerklasse 3 eingeordnet werden, obwohl sie vom rechtlichen Standpunkt eher als Alleinstehende zu betrachten wären.

Die Steuerklasse für Witwen - Steuerklasse 3

Auch wenn in den allermeisten Fällen von einer Steuerklasse für Witwen gesprochen wird, heißt dies noch lange nicht, dass die entsprechenden Regelung nicht auch für Witwer gültig wären. Grundsätzlich ist sogar davon auszugehen, dass es keinerlei Unterschiede zwischen einer Steuerklasse für Witwen und einer Steuerklasse für Witwer gibt.

Um die durch den Todes des Ehepartners entstehenden finanziellen Nachteile zumindest teilweise ausgleichen zu können, wird die Witwe oder der Witwer sowohl im Jahr des Todes als auch im darauffolgenden Jahr in die Steuerklasse 3 eingeordnet.

Diese Steuerklasse für Witwen gilt unabhängig davon, in welcher Steuerklasse sie sich vor dem Tod des Ehepartners befunden haben.

In der Steuerklasse 3 kann ein erhöhter Grundfreibetrag geltend gemacht werden, der exakt das Doppelte dessen beträgt, was in Steuerklasse 1, 2 oder 4 üblich ist. Die Steuerklasse der Witwe würde also einen Grundfreibetrag in Höhe von 17.640 Euro im Jahr 2017 umfassen.

Steuerklasse für Witwen - Steuerklasse 1

Ab dem übernächsten Jahr nach dem Tod des Ehepartners werden Witwen in die Steuerklasse 1 eingeordnet und damit wie ledige, geschiedene oder getrennt lebende Personen behandelt.

Die Steuerklasse für Witwen schließt einen Grundfreibetrag in Höhe von 8.820 Euro (im Jahr 2017), einen Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1000 Euro, einen Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 und einen individuellen Vorsorgeausgabenpauschbetrag mit ein.

Eventuell bestünde auch der Anspruch auf einen oder mehrere Kinderfreibeträge in Höhe von 7.356 Euro im Jahr 2017.

Steuerklasse für Witwen - Steuerklasse 2

Gar nicht so selten kommt es vor, dass ein Ehepartner verstirbt und zu diesem Zeitpunkt noch minderjährige Personen im Haushalt leben.

Sofern die Voraussetzungen für die Steuerklasse 3 nicht mehr gegeben sind, die Witwe die Kinder allein großzieht und Kindergeld in Anspruch nimmt, kann sie anstelle der Steuerklasse 1 in die Steuerklasse 2 eingeordnet werden.

Dies hätte unter anderem zur Folge, dass sie einen zusätzlichen Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1908 Euro pro Jahr und pro Kind erhalten würde.

Steuerklasse für Witwen - erneute Heirat

Sobald sich eine Witwe dazu entschließt, mit einer anderen Person die Ehe einzugehen, wird die Steuerklasse für Witwen ab dem Zeitpunkt der Heirat hinfällig.

Zusammen mit ihrem neuen Ehepartner müsste sich die Witwe überlegen, ob sie eher die Steuerklassenkombination 4/4 oder die Steuerklassenkombination 3/5 bevorzugen würde.

Eine dementsprechende Entscheidung müsste dem Finanzamt mitgeteilt werden, welches die Einordnung in die neuen Steuerklassen vornimmt.

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