Altersteilzeit und Steuererklärung – was Arbeitnehmer in Altersteilzeit beachten müssen

Ältere Dame trinkt WasserAltersteilzeit ist leider ein aus der Mode gekommenes Modell, mit dem rentennahe Jahrgänge bereits lange vor Beginn ihres Rentnerlebens in den Genuss von Freizeit kommen.

Dabei gab es, teilweise gesetzlich verordnet, die Möglichkeit für Arbeitnehmer ab 58 Jahren, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.

Die zwei Modelle der Altersteilzeit

2 Modelle der Altersteizeit standen dafür zur Verfügung. Zum einen das Blockmodell, das am häufigsten angewendet wurde. Dieses besagt, dass die Hälfte der Zeit der Altersteilzeit voll gearbeitet wird, die andere Hälfte ist dann bezahlte Freistellung.

Während der gesamten Zeit der Altersteilzeit wurde ein geringerer Lohn gezahlt. Anfangs waren dies 82 % des letzten Nettoverdienstes später 70 %. Der Arbeitgeber bezahlte dabei nur 50 % des letzten Nettoverdienstes, der Rest wurde vom Arbeitsamt zugesteuert. Das 2. Modell war eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit für die gesamte Zeitdauer der Altersteilzeit.

Die Alterszteilzeit – eine WIN WIN Sitation

Diese Altersteilzeit war, als sie eingeführt wurde, sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer eine WIN WIN Situation. Zum einen konnte der Arbeitgeber ältere Arbeitnehmer, die in der Regel mehr Lohn kosten als ein Berufseinsteiger, elegant loswerden.

Denn er musste ihm nur die Hälfte des Lohnes Zahlen, die andere Hälfte zahlte das Arbeitsamt. Und der Arbeitnehmer erkaufte sich mit dem Verlust von 18 % bzw. später 30 % seines Einkommens zusätzliche Lebenszeit ohne Arbeitsverpflichtung.

Später wurden die Altersteilzeitregelungen jedoch immer weiter so gestaltet, dass sich letztendlich für beide diese nicht mehr lohnte.

 

Die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung bei Altersteilzeit

Wer einen Altersteilzeitvertrag mit seinem Arbeitgeber abgeschlossen hat, wird dadurch automatisch verpflichtet, eine jährliche Einkommensteuererklärung abzugeben. Auch dann, wenn er aufgrund seiner Steuerklasse oder anderer steuerlicher Sachverhalte nicht unbedingt zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet gewesen wäre.

Denn da ein Teil der Bezüge während der Altersteilzeit vom Staat gezahlt wird, möchte dieser wissen, ob der betreffende Arbeitnehmer noch anderweitige Einkünfte hat, die gegebenenfalls versteuert werden müssten.

Altersteilzeit Steuererklärung während des Bezuges von Altersteilzeitbezügen

Kurz gesagt: Ein Arbeitnehmer muss immer dann eine Steuererklärung abgeben, wenn er vom Staat irgendwelche Gelder erhält. Dies können sein: Zuschüsse zur Altersteilzeit, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Erziehungsgeld usw. und sofort.

Die Abgabe einer Altersteilzeit Steuererklärung während des Bezuges von Altersteilzeitbezügen ist nicht einfacher oder komplizierter als ohne diesen Bezug. Man muss lediglich in die entsprechenden Zeilen des Formulars die richtigen Summen eintragen.

Ein Lohnsteuerhilfeverein kann helfen

Wir jedoch bis dato noch keine Einkommensteuererklärung abgegeben hat, wird sich damit schwertun. Es empfiehlt sich in diesem Fall, entweder einen Lohnsteuerhilfeverein mit der Erstellung der Einkommensteuererklärung zu beauftragen oder ein entsprechendes Computerprogramm zu verwenden.

Wobei die Beauftragung eines Lohnsteuerhilfevereins immer dann von Vorteil ist, wenn der betreffende Arbeitnehmer so gut wie gar keine Ahnung von dem Metier hat.

Aufstockungsbeträge in Altersteilzeit

Sobald en Arbeitnehmer in Altersteilzeit geht, ändert sich auch das Entgelt. Es besteht ab diesem Zeitpunkt aus der Hälfte des bisherigen sozialversicherungspflichtigen Entgelts und dem sogenannten Aufstockungsbetrag. Wichtig ist es zu wissen, dass der Aufstockungsbetrag vollständig vom Arbeitgeber übernommen wird. Der Aufstockungsbetrag ist sozialversicherungsfrei.

Außerdem unterliegt er dem Progressionsvorbehalt. Das ist auch der Grund, weshalb eine geringere Steuer fällig wird. Der Arbeitgeber muss auch die zusätzlichen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung übernehmen. Diese liegen bei 80% des Entgelts, das in der Altersteilzeit bezahlt wird.

Wie hoch ist der Aufstockungsbetrag?

AltersteilzeitIn der Altersteilzeit sieht der Gesetzgeber einen Mindestaufstockungsbetrag von 20% des Entgelts vor. Jedoch wird  in vielen  Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge ein deutlich höherer Mindestaufstockungsbetrag festgelegt.

Mit der Abgabe einer Einkommenssteuererklärung verhindert man eine Pauschalbesteuerung

Viele Arbeitnehmer haben während Ihrer regulären Berufstätigkeit keine Einkommenssteuererklärung abgegeben. Allerdings muss jeder, der in Altersteilzeit geht, eine Einkommenssteuererklärung erstellen.

Wird dies versäumt, erfolgt eine pauschale Besteuerung. Dies wirkt sich nachteilig aus und zudem spielt in diesem Fall der Progressionsvorbehalt keine Rolle mehr.

Altersteilzeitrechner: Das Einkommen in der Altersteilzeit berechnen

Für die meisten Arbeitnehmer ist es von großer Bedeutung, auszurechnen, wie hoch das Entgelt ist, das sie in der Altersteilzeit erhalten. Eine effektive Methode, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen mit wie hohen Bezügen in der Altersteilzeit zu rechnen ist, bietet ein Altersteilzeitrechner.

Im Internet findet man Altersteilzeitrechner, die jedem Arbeitnehmer nach Eingabe einiger Eckdaten, schnell ein Ergebnis liefern. Die Altersteilzeitrechner, die im Internet zur Verfügung stehen, sind in der Regel kostenlos.

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