Ausfüllhinweise für die Schenkungsteuererklärung

Wenn eine Person einer anderen eine Zuwendung aus dem eigenen Vermögen macht und sich beide Parteien darüber einig sind, dass diese unentgeltlich erfolgte, so spricht man von einer Schenkung.

Derartige Schenkungen unterliegen der Schenkungsteuer, die weitgehend identisch mit der Erbschaftssteuer ist.

Beide Fälle werden deshalb auch von dem Erbschaftsteuergesetz geregelt. Damit das Finanzamt weiß, wie viel Schenkungsteuer zu bezahlen ist, muss der Beschenkte eine Schenkungsteuererklärung abgeben.

Abgegeben werden muss diese Erklärung bei dem Finanzamt, das für den Schenkenden die Zuständigkeit besitzt.

Ab wann besteht eine Schenkungsteuerpflicht?

Genau wie bei der Erbschaftsteuer gibt es auch bei der Schenkungsteuer sehr hohe Freibeträge, die abhängig vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten sind.

Eine Steuerpflicht besteht nur für den Betrag, der oberhalb dieses Freibetrags liegt. Allerdings muss man auch immer dann eine Schenkungsteuererklärung abgeben, wenn man eigentlich der Ansicht ist, keine Schenkungsteuer zahlen zu müssen.

Der Unterschied zwischen einer Aufmerksamkeit und einer Schenkung

Praktisch ist diese Auflage natürlich unmöglich, weil beispielsweise Eltern für jedes Kind, dem sie Taschengeld zahlen, eine Schenkungsteuererklärung einreichen müssten.

Wer einem Obdachlosen zehn Cent in den Hut wirft, der hat in Regel wenig Lust, diesen gleich nach seinen Personalien zu fragen, um eine entsprechende Erklärung für das Finanzamt ausfüllen zu können.

Es gibt jedoch keine Legaldefinition, ab welchem Betrag eine Schenkung vorliegt. In der allgemeinen Verkehrsanschauung der Gerichte wird deshalb zwischen einer Aufmerksamkeit und einer Schenkung unterschieden.

Im betrieblichen Steuerrecht ist eine Aufmerksamkeit jede Zuwendung bis zu einer Höhe von 35 Euro. Im privaten Zusammenhang kann eine Aufmerksamkeit noch einmal weit höher ausfallen.

Kein Finanzamt wird sich beschweren, wenn ein Enkelkind keine Schenkungsteuererklärung dafür ausgefüllt hat, wenn es 100 oder 200 Euro von den Großeltern erhalten hat. Im Zweifel gilt jedoch: Eine entsprechende Erklärung über die Schenkungsteuer sollte lieber ausgefüllt werden.

Diese Informationen müssen in der Schenkungsteuererklärung eingetragen werden

Die Schenkungsteuererklärung ist wesentlich kürzer als beispielsweise der Mantelbogen für die Einkommensteuererklärung. Neben der Höhe und der Art der Schenkung müssen folgende Angaben nach der Reihe vermerkt werden:

  • Zeitpunkt der Schenkung
  • Personalien inklusive Wohnort und Staatsangehörigkeit der Beteiligten
  • Verwandtschaftsverhältnis
  • Bekanntgabe der Schenkung
  • Unterschriften

Optional kann die Schenkungsteuer auch vom Schenkenden übernommen werden. Ein entsprechender Vermerk ist dann zwischen dem Verwandtschaftsverhältnis und der Bekanntgabe der Schenkung zu vermerken.

Handelt es sich um eine ausländische Schenkung, auf die bereits Schenkungsteuer entrichtet wurde, ist dies nach der Übernahme der Schenkungsteuer in der Erklärung zu vermerken. Die ausländische Steuer kann auf die deutsche angerechnet werden.

Die Freibeträge bei der Schenkungsteuer

Unverzichtbar ist in der Steuererklärung nicht nur die Definition über das Verwandtschaftsverhältnis, sondern auch die Erklärung über die Steuerklasse.

Nahe Verwandte (Ehepartner, Lebenspartner in einer eingetragenen Lebenspartnergemeinschaft, Eltern, Großeltern, Kinder, Enkelkinder) gehören in die Steuerklasse I.

Geschwister und entfernte Verwandte (Onkel, Tante, Stiefeltern, Stiefkinder, Schwiegereltern, Schwiegerkinder) werden zur Steuerklasse II in der Schenkungsteuererklärung gezählt. Unter die Steuerklasse III fallen alle sonstigen Empfänger. Der Freibetrag für die Steuerklassen II und III liegt bei 20.000 Euro.

Die Freibeträge in der Steuerklasse I für die Schenkungsteuererklärung

VerwandtschaftsverhältnisSteuerfreibetrag
Ehepartner sowie gleichgeschlechtliche Partner in einer eingetragenen Lebenspartnergemeinschaft500.000 Euro
Kinder und Enkelkinder (gemeinsame Schenkung), Adoptivkinder, Enkelkinder deren Eltern verstorben sind, Stiefkinder400.000 Euro
Enkelkinder200.000 Euro
Eltern und Großeltern100.000 Euro

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