Ausfüllhinweise zur Umsatzsteuererklärung

Die Umsatzsteuererklärung ist in Deutschland von allen Personen in dem Fall bei dem für sie zuständigen Finanzamt abzugeben, wenn sie der Pflicht zur Zahlung der Umsatzsteuer unterliegen.

Faktisch geben die meisten Unternehmen alle drei Monate eine solche Umsatzsteuererklärung gemeinsam mit der Anmeldung für den Vorsteuerabzug ab. Sie kann aber auch nur jährlich eingereicht werden.

Was ist die Umsatzsteuer?

Etwas frei wird Umsatzsteuer häufig auch als Mehrwertsteuer der Wirtschaft bezeichnet. Die Umsatzsteuer wird dann erhoben, um den vermögenswirksamen Austausch von Waren und sonstigen Lieferungen zu besteuern. Besteuert wird dabei der Netto-Erlös.

Es handelt sich also um eine indirekte Verbrauchssteuer. Sie fällt nämlich nur an, wenn es tatsächlich zum Handel kommt. Indirekt ist sie, weil sie nicht von der eigentlich steuerpflichtigen Person zu entrichten ist, sondern vom Käufer.

Denn genau wie die Mehrwertsteuer ist auch die Umsatzsteuer, die ebenfalls eine Höhe von 19 Prozent hat, bereits Teil des Kaufpreises: Der Käufer zahlt nicht nur sein Produkt, sondern auch die Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuererklärung

Die Umsatzsteuererklärung besteht aus zwei Hauptvordrucken (USt 2 A, USt 2 E) sowie zwei Anlagen (UR, UN). Von den Hauptvordrucken muss nur USt 2 A beim Finanzamt eingereicht werden. Beim anderen Vordruck handelt es sich um die Ausfüllerklärung. Von den Anlagen ist UR unbedingt von jedem Unternehmer abzugeben.

Hier werden die innergemeinschaftlichen Erwerbungen sowie die von der Steuer befreiten Umsätze vermerkt. Die Anlage UN muss nur abgegeben werden, wenn das Unternehmen im Ausland ansässig ist.

Der Vorsteuerabzug

Wie erwähnt wird mit der Umsatzsteuererklärung in der Regel auch der Vorsteuerabzug geltend gemacht. Dabei geht es um das Folgende: Die Steuer wird in jedem Produktionsschritt einer Ware erhoben, wird dabei aber auf jeder Stufe wieder auf Null gesetzt, so als sei sie noch gar nicht bezahlt werden.

Dieses komplizierte Verfahren ist notwendig, weil der Verkäufer nicht wissen kann, ob das Produkt beim Käufer das Ende seines Wegs erreicht hat. Jeder der Beteiligten muss deshalb auch eine entsprechende Steuererklärung abgeben.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:

Ein Bauer verkauft Tomaten im Wert von 15 Euro an einen Großhändler, der verkauft sie seinerseits weiter an einen Einzelhändler für 60 Euro weiter, von dem sie dann für 100 Euro an den Endkunden verkauft werden. Der Endkunde hat eine Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer von 15,97 gezahlt, die nun eigentlich vom Einzelhändler ans Finanzamt gezahlt werden müssten.

Doch dieser hat seinerseits bereits 11,97 Euro Steuern an den Großhändler gezahlt. Diese darf er als Vorsteuerabzug von seiner Steuerschuld in der Steuererklärung abziehen. Faktisch muss er also für die verkauften Tomaten vier Euro ans Finanzamt abführen.

Der Vorsteuerabzug muss in der Umsatzsteuererklärung stets mit einem deutlichen Minus bei den Abzugsbeträgen und einem deutlichen Plus bei den zu zahlenden Beträgen vermerkt werden. Dies wird ansonsten vom jeweiligen Finanzamt bemängelt.

Befreiung von der Umsatzsteuer

Um die Umsatzsteuererklärung überhaupt beim Finanzamt abgeben zu können, muss sich das Unternehmen elektronisch registrieren, damit eine Übermittlung der Steuererklärung über das ELSTER oder das SESAM-System möglich ist.

Grundsätzlich gilt dies für jeden Unternehmer, denn eine Befreiung von der Umsatzsteuer ist nur selten der Fall. Grundsätzlich gibt es diese nur nach § 19 Absatz 1 UStG. Diese Norm gilt als die sogenannte Kleinunternehmerregelung.

Hat der Unternehmer im Vorjahr einen Umsatz von weniger als 17.500 Euro gemacht und ist in diesem Jahr ein Umsatz zu erwarten, der die 50.000 Euro nicht übersteigt, entfällt die Steuer. Ein entsprechender Nachweis muss mit der leeren Umsatzsteuererklärung dennoch abgegeben werden.

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