Funktionen des ELSTER-Verfahrens

ELSTER ist in unserer Zeit zu einem allgemein bekannten Begriff geworden. Es handelt sich um eine Abkürzung, die für Elektronische Steuererklärung steht.

Es handelt sich also um eine Möglichkeit, seine Steuerdaten elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln.

Nötig ist hierfür das ELSTER-Programm, das kostenlos im Internet bezogen werden kann. Hierfür wurde von Bund und Ländern eigens eine Internetplattform eingerichtet, die den Namen des Programms trägt.

Viele der modernen Software-Lösungen haben ELSTER aber schon automatisch in die eigene Programmbibliothek integriert und übertragen die eingegeben Daten von alleine an die passenden Stellen. Zu beachten ist allerdings, dass ELSTEROnline standardmäßig nicht unter Linux funktioniert.

Was hat das Bayrische Landesamt für Steuern damit zu tun?

Wer zum ersten Mal mit ELSTER arbeitet und außerhalb von Bayern lebt, hat schnell das ungute Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, denn die Steuerdaten werden erst einmal das Bayrische Landesamt für Steuern - so teilt es das Programm mit - weitergeleitet, welches die Daten dann weiterverarbeitet.

Dazu muss man wissen, dass ELSTER ein Gemeinschaftsprojekt aller deutschen Steuerverwaltungen ist und deshalb einen bundesweiten Koordinator benötigt. Diese Rolle übernimmt das Bayrische Landesamt. Schon in den ELSTER-Formularen kann man angeben, an welches Finanzamt die Steuererklärung genau geschickt werden soll.

Die Geschichte von ELSTER

Die Geschichte von ELSTER begann im Jahr 2005 und war damals noch nicht relevant für Privatpersonen. Der Gesetzgeber verpflichtete damals alle steuerpflichtigen Arbeitgeber bzw. Unternehmer, die Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Lohnsteueranmeldungen sowie Lohnbescheinigungen ihrer Mitarbeiter elektronisch an das jeweils zuständige Finanzamt zu senden.

Die Ämter sollten entlastet werden, zudem ging es darum, eine schnellere Bearbeitung der Daten zu erreichen. Im Jahr 2009 kamen nach einigen juristischen Differenzen auch noch die Kapitalertragssteuer sowie die gesetzliche Verpflichtung zur Sicherheitsauthentifzierung hinzu.

Steuerpflichtige konnten theoretisch auch bereits seit 2005 ihre Steuererklärung elektronisch an das eigene Finanzamt übersenden. Hierfür wurde das ELSTER Formular entwickelt. Allerdings gab es 2005 erst einmal kein Betriebssystem, das mit diesem arbeiten konnte. Für Windows kam die erste lauffähige und stabile Version im Jahr 2008 heraus.

Seit 2010 gibt es eine Version, bei der das Betriebssystem nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, da sie plattformunabhängig arbeitet. Das Bayrische Landesamt für Steuern unterstützt inzwischen alle Software-Hersteller, die ELSTER in ihre Programme einbetten möchten, durch zwei offene Entwickler-Schnittstellen.

So funktioniert ELSTER für den Normalanwender

Die Akzeptanz bei der Bevölkerung wuchs schnell an. Schon 2011 wurden mehr als 8,6 Millionen Steuererklärungen mit dem Verfahren eingereicht. Das Programm bietet nach dem Download im Prinzip die ganz normalen Steuerformulare, die entsprechend ausgefüllt werden müssen.

Anschließend werden diese per Mail an das Finanzamt übersandt. Dabei durchläuft es technisch gesehen einen unglaublich schwierigen Prozess, um die Datensicherheit, die 2010 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert wurde, zu gewährleisten. Dieser Prozess soll hier keine Rolle spielen.

Die Steuererklärung landet innerhalb von Minuten beim passenden Amt und gilt damit als abgegeben, auch wenn noch Belege und eine ausgedruckte Version der Formulare nachzureichen sind.

Die Authentifizierung

Um ELSTER zu verwenden, benötigt man seine Steuernummer und/ oder seine Identifikationsnummer. Eine weitere Authentifizierung war zu Beginn des Verfahrens nicht notwendig, was viel Kritik hervorrief. Denn auf diese Weise könnte mit der Kenntnis der Steuernummer Missbrauch betrieben werden.

Das Gewerbe muss sich wie erwähnt mittlerweile authentifizieren. Die Steuerpflichtigen haben dazu freiwillig die Möglichkeit. Es stehen drei Verfahren zur Auswahl.

Bezeichnung der AuthentifizierungsmöglichkeitWeg der Authentifizierung
ELSTER BASISKostenloses Software-Zertifikat, das auf den Computer oder eine Speichereinheit heruntergeladen werden kann.
ELSTER SPEZIALEin kostenloses Zerfikat wird zur Verfügung gestellt.Um dieses nutzen zu können, muss allerdings ein 'Sicherheitsstick' erworben werden.
ELSTER PLUSEin Zertifikat wird auf eine typische Signaturkarte geladen, die anschließend zur Authentifizierung verwendet werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren