Vollzeitjob und 450 € Job

Vor Aufnahme eines Minijobs sollte sich der Arbeitnehmer stets genau informieren, wie sich die Tätigkeit steuerlich und auch in Bezug auf andere Einkünfte auswirkt.

450 € bei Bezug von Hartz IV, Altersrente oder Erwerbsunfähigkeitsrente

Generell ist ein Minijob steuerlich unschädlich.

Aber er kann durchaus abträglich, das heißt einkommensmindernd sein, wenn zusätzlich Hartz IV, Altersrente oder Erwerbsunfähigkeitsrente bezogen wird.

Die Konstellation Vollzeitjob und 450 € Job ist steuerlich günstig

Arbeitet ein Arbeitnehmer in einem Vollzeitjob und dazu noch in einem 450 € Job, ist diese Konstellation für ihn sehr günstig. Denn Steuern zahlt er nur auf die Haupttätigkeit.

Die Steuern und Sozialabgaben für den 450 € Job muss der Arbeitgeber abführen. Dazu muss er den Arbeitnehmer bei der Minijobzentrale der Knappschaft anmelden. Diese verlangt vom Arbeitgeber dann eine pauschale Abgabe von 22 % der 450 €, also 99 €.

Einkommen aus 450 € Job muss nicht bei der Steuer angegeben werden

Mit dieser Abgabe sind alle steuerlichen und sonstigen Abgabeverpflichtungen des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers erfüllt. Dies bedeutet insbesondere, dass der Arbeitnehmer das Einkommen aus dem Minijob nicht mehr in seiner eigenen Steuererklärung aufführen muss.

Mitunter verlagern Arbeitgeber die Zahlung dieser Abgaben an die Minijobzentrale auf den Arbeitnehmer. Beispielsweise in der Art, dass der Arbeitnehmer zwar 450 € Lohn erhält, aber nur 351 € ausgezahlt bekommt. Das ist möglich und Verhandlungssache.

Diese Variante, bei der der Arbeitnehmer teilweise oder ganz die Abgaben zahlt, führt nicht dazu, dass der Arbeitnehmer bei seiner Einkommensteuererklärung diese Beträge als bereits gezahlte Steuer geltend machen kann.

Der Hauptarbeitgeber muss über den 450 € Job informiert werden

Wer einen 450 € Job antreten möchte, muss davon unbedingt vorher den Arbeitgeber des Vollzeitjobs informieren und sich eine Genehmigung holen. Liegt keine Genehmigung des Arbeitgebers für eine Nebentätigkeit vor, kann das ein Grund für eine fristlose Kündigung sein.

Der Arbeitnehmer sollte sich diese Genehmigung daher schriftlich geben lassen.

Der Arbeitgeber kann diese nur dann verweigern, wenn er begründet befürchten muss, dass der Arbeitnehmer:

  • Mit Vollzeit- und Nebenjob mehr als 60 Stunden pro Woche arbeitet
  • Er aus nachweisbaren Gründen durch die Nebentätigkeit an der Ausübung der Haupttätigkeit gehindert sein könnte
  • Der Nebenjob in direkter Konkurrenz zum Arbeitgeber steht

Urlaubsanspruch und Krankengeld

Aus dem 450 € Job steht dem Arbeitnehmer wie beim Hauptjob ein Urlaubsanspruch zu. Und auch Krankengeld. Es liegt dabei beim Arbeitnehmer, den Urlaub aus dem Haupt- und dem Nebenjob so zu koordinieren, dass dieser auch wirklich zur Erholung genutzt werden kann.

Das könnte Sie auch interessieren