Grundfreibetrag


Die wichtigsten Fakten

  • Der Grundfreibetrag ist der Betrag, der nicht steuerpflichtig ist.
  • Der Grundfreibetrag beträgt für Singles 8.652 Euro, für Ehepaare 17.304 Euro.
  • Er gilt für alle steuerpflichtigen Personen.
  • Der Freibetrag wird bei der Steuererklärung automatisch berücksichtigt.
  • Durch den Grundfreibetrag wird erst ein Einkommen über 8.652 Euro pro Person steuerpflichtig.

Steuerfreibetrag-Grundfreibetrag

Grundfreibetrag: Höhe und Bedeutung

Der Grundfreibetrag wird im deutschen Steuerrecht über § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG (Einkommenssteuergesetz) geregelt. Die Idee dahinter beruht auf der Freistellung des Existenzminimums von der Einkommensbesteuerung.

Aktuell (für das Steuerjahr 2016) liegt der Grundfreibetrag bei 8.652 Euro. Eine Anpassung erfolgt regelmäßig für neue Steuerjahre. Hierfür sind die Berichte des Bundeskabinetts zum Existenzminimum von Bedeutung.

SteuerjahrHöhe pro Person
20168.652 Euro
20158.472 Euro
20148.354 Euro
20138.130 Euro

Prinzipiell steht der Freibetrag jeder in Deutschland steuerpflichtigen Person zu. Davon profitieren also nicht nur Arbeitnehmer oder Selbständige, sondern auch:

  • Jeder, der Einkünfte unterhalb des Freibetrags erzielt, zahlt in Deutschland keine Einkommenssteuer.

Grundfreibetrag in den Steuerklassen

SteuerklasseHöhe
Steuerklasse 18.652 Euro
Steuerklasse 28.652 Euro
Steuerklasse 317.304 Euro
Steuerklasse 48.652 Euro
Steuerklasse 5kein Grundfreibetrag
Steuerklasse 6kein Grundfreibetrag

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Häufig gestellte Fragen

Der Freibetrag muss nicht separat beantragt werden – er wird automatisch in der Einkommenssteuer berücksichtigt.

Prinzipiell gehören alle Bundesbürger zu den Profiteuren des Freibetrags. Schließlich wäre – wenn der Freibetrag plötzlich entfällt – das zu versteuernde Einkommen deutlich höher. Dieser Sachverhalt ist aber nur eine Seite der Medaille. Im Zusammenhang mit dem Freibetrag lassen sich verschiedene Personengruppen ausmachen, die hier besonders stark im Vordergrund stehen.

Wer ein Einkommen – zum Beispiel von 9.500 Euro als Auszubildender – hat, sollte über die Steuererklärung nachdenken. Hier sind beispielsweise Fahrtkosten oder Lehrmaterial als Werbungskosten abzuziehen. Und auch die Krankenversicherung macht sich bemerkbar. Rutscht man unter den Grundfreibetrag, gibt es vom Finanzamt eine Nachzahlung.

Wer heute eine Altersrente bezieht, muss sich mit dem Thema Steuern auseinander setzen. Seit 2005 werden Altersrenten schließlich besteuert. Dabei greift ein individueller Rentenfreibetrag, dessen Höhe sich nach dem Renteneintrittsjahr richtet.

Der Vorteil: Nur das den Freibetrag übersteigende Einkommen ist zu versteuern. Liegt es unter dem Steuergrundfreibetrag, fällt keine Einkommenssteuer an. Sofern man als Rentner den Freibetrag übersteigt, kann sich die Abgabe der Steuererklärung lohnen. Durch Sonderausgaben und Werbungskosten mindern sich die Einkünfte unter Umständen soweit, dass keine Steuer mehr erhoben wird.

Mit dem Grundfreibetrag schützt der Gesetzgeber das Existenzminimum vor dem Zugriff des Finanzamts. Mit derzeit 8.652 Euro auf den ersten Blick nicht besonders hoch, sollte man trotzdem genau hinschauen. Gerade Steuerpflichtige, welche den Freibetrag nur knapp „reißen“, können durch geschicktes Ausnutzen von Werbungskosten und Sonderausgaben ihr steuerpflichtiges Einkommen ausreichend drücken.

Aber auch andere Haushalte profitieren von diesem Schritt. In Deutschland steigt der Einkommenssteuertarif schließlich nicht linear. Schon wenige Euro, um die sich das Einkommen vermindert, können sehr deutliche Auswirkungen haben. Dabei kommen Krankenversicherung und Altersvorsorge vielen Steuerpflichtigen sehr gelegen. Aber auch ein Zweitwohnsitz oder lange Fahrten zum Büro machen sich steuermindernd bemerkbar.

Der existenzsichernde Freibetrag gilt für jeden Steuerpflichtigen. Im Fall einer Eheschließung oder Lebenspartnerschaft können sich Betroffene gemeinsam veranlagen lassen. Hier werden die Freibeträge addiert – es steht der doppelte Freibetrag in Höhe von 17.304 Euro zur Verfügung.

Parallel ist eine Steuerklassenwechsel zu prüfen. Gerade im Zusammenhang mit starken Gehaltsunterschieden kann sich dieser Aspekt rechnen, da im Steuerjahr ein höheres Einkommen zur Verfügung steht.

Einzelnachweise


Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz


 

 

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