Die wichtigsten Fakten

  • Der Behindertenpauschbetrag beträgt bis zu 1.420 Euro.
  • Die Höhe des Freibetrags ist vom Grad der Behinderung abhängig.
  • Der Behindertenpauschbetrag wird im Mantelbogen unter den außergewöhnlichen Belastungen eingetragen.

Zehn-wichtige-Steuerfreibetraege

Behindertenpauschbetrag: Wer hat Anspruch?

Grundsätzlich besteht nach § 33b EStG (Einkommenssteuergesetz) ein Anspruch auf den Pauschbetrag dann, wenn:

  • der Grad der Behinderung (GdB) bei mindestens 50 Prozent liegt
  • oder bei einem GdB ab 25 Prozent Behindertenrenten bezogen werden.

Der zweite Anspruchsgrund kann auch eintreten, wenn die Beweglichkeit der Betroffenen auf Dauer beschädigt ist bzw. die Behinderung ihren Ursprung in einer Berufskrankheit hat.

Über § 33b EStG wird nicht nur festgeschrieben, wer den Behindertenpauschbetrag in Anspruch nehmen kann. Auch die genaue Höhe des Pauschbetrags wird hier geregelt. Grundsätzlich ist der Grad der Behinderung ausschlaggebend.

GdB (in Prozent)Höhe des Pauschbetrags
von 25 und 30310 Euro
von 35 und 40430 Euro
von 45 und 50570 Euro
von 55 und 60720 Euro
von 65 und 70890 Euro
von 75 und 801.060 Euro
von 85 und 901.230 Euro
von 95 und 1001.420 Euro

Hinweis: Unter gewissen Umständen steigt der Betrag bei Hilflosigkeit auf 3.700 Euro.

Entsprechend dieser Vorgaben gelten Pauschbeträge auch für Kinder. Diese sind unter Umständen auf deren Eltern als Pauschbetrag übertragbar.

  • Sind die tatsächlichen Belastungen deutlich höher als der jeweils geltende Behindertenpauschbetrag, kann stattdessen der Abzug über die außergewöhnlichen Belastungen in Erwägung gezogen werden. In diesem Zusammenhang muss aber erst die nach § 33 Abs. 3 EStG geltende Grenze der Zumutbarkeit überschritten werden.

 

Warum hat der Gesetzgeber den Behindertenpauschbetrag eingeführt? Eigentlich könnten Behinderte doch die Absetzung zusätzlicher Kosten nach § 33 EStG in Anspruch nehmen? Das Problem: Der Abzug ist unmittelbar an die Einkommenshöhe gekoppelt.

Singles mit einem Jahreseinkommen von beispielsweise 16.000 Euro müssten zuerst 800 Euro aus eigener Tasche finanzieren, bevor der Abzug in Betracht käme.

Durch den Pauschbetrag wird die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer für behinderte Personen umgehend verringert.

Einzelnachweise


Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Behindertenpauschbetrag (§33, Absatz 3, Einkommensteuergesetz)


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