Hübsche Frau mit Globus in der Hand

Die Einfuhrumsatzsteuer scheint den meisten Menschen nur für internationale Wirtschaftsunternehmen bedeutend zu sein.

Tatsächlich ist dies falsch. So betrifft die Steuer jeden.

Die Abgabe wird immer dann erhoben, wenn Waren aus Drittländern nach Deutschland gesendet werden, deren Wert 22 Euro übersteigt.

Wer aus dem Urlaub teure Waren mit der Post nach Hause schickt, um den Koffer nicht zu voll zu machen, oder über das Internet derartige Waren bestellt, muss ausdrücklich damit rechnen, die Abgabe zu zahlen, denn diese ist ausdrücklich auch Verbrauchssteuer.

Wie berechnet man die Einfuhrumsatzsteuer?

Maßgeblich für die Umsatzsteuer auf Einfuhren nach Deutschland sind vor allem die Paragraphen 11, 13 sowie 21 des Umsatzsteuergesetzes (UStG).

Demnach errechnet sich die Abgabe aus dem Produkt von:
  • Der Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt-Wert)
  • Dem nationalen Umsatzsteuersatz (19 Prozent oder sieben Prozent)
Der EUSt-Wert ist die Summe aus:
  • Zoll
  • Verbrauchsteuer
  • Innergemeinschaftlichen Beförderungskosten

Haben alle Punkte eine Höhe von Null, wird für den EUSt-Wert Eins gesetzt.

Wer erhebt die Einfuhrumsatzsteuer?

Die Abgabe wird vom Zoll erhoben und muss bei diesem auch entrichtet werden.

Warum gibt es die Einfuhrumsatzsteuer?

Die Abgabe gilt als eine Maßnahme, um internationale Steuergerechtigkeit zu erreichen. Führt man Waren aus einem Land aus, fällt häufig keine Umsatzsteuer auf diese an. In der Fachsprache heißt es, die Ware sei von der Abgabe 'entlastet'.

Um zu verhindern, dass Produkte bis zum Endverbraucher kommen, die von jeglicher Umsatzsteuer befreit sind, wurde die entsprechende Abgabe auf die Einfuhren eingeführt.

Tatsächlich dürfte dies aber nur die halbe Wahrheit sein. Die Steuer ist für Deutschland mittlerweile auch eine erhebliche Einnahmequelle geworden. Die jüngsten Angaben des Zolls zu ihr stammen aus dem Jahr 2009.Damals nahm die Bundesrepublik mehr als 35 Milliarden Euro durch die Abgabe ein. Inzwischen dürften es eine noch einmal erheblich höhere Summe sein.

Was sind Drittländer?

Drittländer, für welche die Einfuhrumsatzsteuer gilt, sind alle Staaten, die mit Deutschland kein Abkommen bezüglich der Vermeidung einer Doppelbesteuerung haben.

Alle Mitgliedsstaaten der EU sowie die Schweiz scheiden deshalb aus. China ist hingegen ein Drittland.

Wie wird die Einfuhrumsatzsteuer bezahlt?

Das Gesetz schreibt vor, dass die Regeln für den Zoll bezüglich der Abgabe sinngemäß gelten. Eine Zollanmeldung muss folglich abgegeben werden.

Dies gilt ausdrücklich auch dann, wenn Waren eingeführt werden, die ansonsten den Vorschriften des steuerfreien Verkehrs unterliegen. Die Steuerschuld entsteht der juristischen oder natürlichen Person, die für die Einführung verantwortlich zeichnet.

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