Mann in Fabrik mit Helm

Wer ein neues Gewerbe anmeldet und sich zum ersten Mal damit beschäftigt, wie viel Gewerbesteuer er vermutlich bezahlen muss, fühlt sich schnell verloren.

Verantwortlich für das ungute Gefühl ist eine überaus komplizierte Berechnungsformel und eine Flut neuer Fachwörter, die vom sogenannten Gewerbesteuermessbetrag gekrönt werden.

Zur Beruhigung: Auf den zweiten Blick ist es nur noch halb so schlimm.

Was genau ist der Gewerbesteuermessbetrag?

Bekanntlich entscheiden die Gemeinden in Deutschland darüber, wie hoch die bei ihnen zu zahlende Gewerbesteuer ist. Sie erreichen dies über den sogenannten Hebesatz.

Damit dieser aber tatsächlich etwas 'heben' kann, ist ein entsprechender Referenzwert notwendig. Dieser ist der Gewerbesteuermessbetrag oder oft verkürzt auch Steuermessbetrag.

Folgende Formel muss man sich deshalb merken:

Gewerbesteuermessbetrag x Hebesatz = Steuerlast

Wie setzt sich der Gewerbesteuermessebetrag zusammen?

Die Berechnung des Messbetrages ist bedauerlicherweise nicht ganz einfach. Eigentlich müssen lediglich 3,5 Prozent des Gewerbeertrags ermittelt werden. Anders als man denken könnte, handelt es sich beim Gewerbeertrag aber nicht nur um den Gewinn des Betriebs.

Dieser muss zudem noch mit den gesetzlich vorgeschriebenen Hinzurechnungen und Kürzungen versehen werden. § 9 Gewerbesteuergesetz informiert diesbezüglich genau. Eine generelle Auflistung ist nicht möglich, da sowohl Hinzurechnungen als auch Kürzungen maßgeblich vom Betriebsvermögen abhängen.

Anrechnung des Gewerbesteuermessbetrages auf die Einkommensteuer

Einzel- und Mitunternehmer von Personengesellschaften können den Messbetrag auf die von ihnen zu zahlende tarifliche Einkommensteuer anrechnen. Der Steuermessbetrag reduziert diese seit 2008 um das 3,8-fache.

Bedingung hierfür ist, dass die Gewerbesteuer zumindest teilweise auf im Einkommen zu versteuernde Gewerbeeinkünfte entfällt, was bei Einzel- und Mitunternehmern an einem Gewerbebetrieb allerdings stets der Fall ist. Vereinfacht gesagt genügt es, Einkünfte zu erhalten, die aus den Gewinnen eines Gewerbebetriebs stammen.

Maximal darf die Einkommensteuer um 3800 Euro reduziert werden. Der Steuermessbetrag würde in diesem Fall bei 1000 Euro liegen. Es darf allerdings niemals zu einer Steuerrückzahlung kommen.

Beträgt die Einkommensteuerpflicht 3000 Euro, könnte man aber theoretisch eine Reduzierung von 3800 Euro erreichen, so werden dem Staat die 800 Euro zugeschlagen. Die Einkommensteuerpflicht sinkt auf Null, aber nicht darüber hinaus.

Zu bedenken ist, dass die Reduzierung stets nur auf den Teil des Einkommens entfällt, der aus dem Gewerbebetrieb stammt.

Ein Beispiel: Eine Person hat eine Steuerlast von 3000 Euro aus dem Gewerbebetrieb und eine zusätzliche Last von 7000 Euro aus einem Angestelltenverhältnis. Der Steuermessbetrag würde eine Reduzierung der Einkommensteuer von 3800 Euro erlauben. Auch in diesen Fall darf die Einkommensteuer nur um 3000 Euro reduziert werden.

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