Ausfüllhinweise für die Gewerbesteuererklärung

Alle Betriebe, die der Gewerbesteuerpflicht unterliegen, sind dazu verpflichtet, eine Gewerbesteuererklärung abzugeben. Diese dient zur Veranlagung der Gewerbesteuer. Diese kommt direkt der jeweiligen Gemeinde des Unternehmens zu Gute.

Ein einheitlicher Satz für die Gewerbesteuer lässt sich deshalb nicht nennen, da jede Gemeinde andere Werte über den Hebesatz festlegen darf. In kleineren Orten um Metropolen gibt es beispielsweise sehr häufig Gemeinden mit einem ausgesprochen niedrigen Hebesatz, um die Unternehmen aus der Großstadt anzulocken.

Wer konkret muss eine Gewerbesteuererklärung abgeben?

Als Leitsatz lässt sich merken: Jedes Unternehmen, dessen Bestreben auf die Erzielung von Gewinnen ausgerichtet ist und das nicht durch einen Freiberufler oder einen Selbständigen betrieben wird, muss eine Gewerbesteuererklärung abgeben.

Konkret handelt es sich nach § 25 GewStDV um:

  • Kapitalgesellschaften, soweit sie nicht von der Gewerbesteuer befreit sein sollten
  • Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften
  • Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit
  • Juristische Personen des Privatrechts mit einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb
  • Unternehmen von juristischen Personen des öffentlichen Rechts
  • Unternehmen, bei denen vortragsfähige Fehlbeträge gesondert festgestellt worden sind
  • Unternehmen, die vom Finanzamt dazu aufgefordert worden sind
  • Selbständige, die ihren Betrieb als (Kapital-)Gesellschaft führen

In jedem Fall gilt, dass Gewerbesteuererklärung nur dann abgegeben werden muss, wenn der Gewerbeertrag den Steuerfreibetrag in Höhe von 24.500 Euro übersteigt. Ist dies jedoch nicht der Fall, so ist die Abgabe der Steuererklärung nur dann verpflichtend, wenn das Finanzamt diese explizit angefordert haben sollte.

Die Berechnung der Gewerbesteuer: Der Steuermessbetrag

Der Gewebeertrag wird vom Finanzamt auf volle 100 Euro abgerundet. Als Beispiel: Das Unternehmen hatte einen entsprechenden Ertrag von 54.320 Euro. In diesem Fall wird mit einem Gewerbeertrag von 54.300 Euro gerechnet.

Multipliziert wird dieser Wert mit dem sogenannten Steuermessbetrag. In der Vergangenheit war dessen Bestimmung relativ schwer.

Die Reform der Gewerbesteuer im Jahr 2008 hat das Problem gelöst: Er liegt nunmehr einheitlich bei 3,5 Prozent. Das Ergebnis wird mit dem Hebesatz multipliziert. Der anschließende Betrag ist die zu zahlende Gewerbesteuer.

Eine Beispielrechnung soll dies verdeutlichen: Als Hebesatz werden 400 Prozent veranschlagt:

54300 x 0,035 = 1900,5

1900,5 x 4 = 7602

Das Unternehmen müsste also eine Gewerbesteuer von 7602 Euro bezahlen.

Der entsprechende Bescheid für die Gewerbesteuererklärung kommt von der Gemeinde und nicht vom Finanzamt, obwohl bei diesem die Gewerbesteuererklärung einzureichen ist.

Gewerbesteuererklärung: Auf Hinzurechnungen und Kürzungen achten

Die Gewerbesteuerreform 2008 hatte für die Unternehmen allerdings auch unangenehme Konsequenzen. Seit damals werden ein Viertel der aufgewendeten Finanzierungskosten dem Gewerbeertrag wieder hinzugerechnet, um die Höhe der Einnahmen aus der Gewerbesteuer abzusichern.

Dieser Schritt sollte unbedingt von der Firma selbst erledigt werden, weil dies sonst durch das Finanzamt zu Ungunsten des Betriebs erledigt wird.

Allerdings dürfen auch Kürzungen vermerkt werden. Hierbei geht es darum, die Mehrfachbesteuerung zu vermeiden. Ein betriebliches Grundstück unterliegt bereits der Grundsteuer.

Aus diesem Grund wird ein Teil des Einheitswerts (1,2 Prozent) vom Gewinnertrag abgezogen. Ansonsten dürfen Kürzungen auch noch für die folgenden Ausgaben vorgenommen werden:

  • Gewinnanteile aus einer aus- oder inländischen Mitunternehmerschaft
  • Dividenden aus einer Kapitalgesellschaft im Inland oder im Ausland, wenn wenigstens eine 15-prozentige Beteiligung besteht
  • Gewerbeertrag von einer Betriebsstätte im Ausland
  • Zuwendungen, die für steuerbegünstigte Zwecke getätigt worden sind
  • Bestimmte Dividenden von ausländischen Kapitalgesellschaften - abhängig vom jeweils geltenden Doppelbesteuerungsabkommen

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