Anwalt vor Akten

Wer ein Unternehmen führt, das nicht in der Landwirtschaft beheimatet ist und das Ziel verfolgt, Renditen zu erwirtschaften, betreibt ein Gewerbe.

Für die objektive Ertragskraft des Betriebs ist die Gewerbesteuer zu entrichten.

Deren Höhe sowie die Zahlungsmodalitäten, beschreibt das Gewerbesteuergesetz, welches GewStG abgekürzt wird.

Welche Grundzüge legt das Gewerbesteuergesetz fest?

Das GewStG regelt:

  • wer steuerpflichtig ist
  • dass die Abgabe an die Kommunen fließen
  • dass die Kommunen die Höhe der Gewerbesteuer über den Hebesatz selbst bestimmen
  • dass der minimale Hebesatz bei 200 Prozent liegt
  • dass sich die Höhe der Gewerbesteuer aus der Multiplikation von Steuermessbetrag und Hebesatz ergibt
  • dass der Steuermessbetrag 3,5 Prozent des Gewinnertrags des Gewerbes sind
  • welche Hinzurechnungen und Kürzungen für die Ermittlung des Gewinnertrags zu berücksichtigen sind
  • dass Personengesellschaften einen Steuerfreibetrag von 24.500 Euro haben, alle anderen Unternehmensarten einen Freibetrag von 5.000 Euro
  • dass Kapitalgesellschaften allerdings überhaupt keinen Freibetrag besitzen
  • wie die Gewerbesteuerzerlegung funktioniert, die anzuwenden ist, wenn ein Betrieb in mehreren Gemeinden vertreten sind - maßgebliche Bezugsgrößen sind demnach der Lohn und das Gehalt, die in der jeweiligen Kommune gezahlt werden

Wie lange gibt es das Gewerbesteuergesetz bereits?

Das GewStG gehört zu den ältesten Steuergesetzen der deutschen Geschichte.

Die erste Version der bis heute geltenden Regelung wurde im Jahr 1936 erschaffen. Allerdings gab es damals noch eine zusätzliche Gewerbekapitalsteuer, die im Jahr 1998 gestrichen wurde.

Seit damals ist die Gewerbesteuer ausschließlich ertragsabhängig.

Das Gesetz schreibt vor, dass Gewerbebetriebe in der Zeit von Verlusten (mit Ausnahme der Umsatzsteuer) keine Abgaben zahlen müssen und die Verluste in Form eines Verlustvortrags auf spätere Gewinne anrechnen können.

Welchen Umfang hat das Gewerbesteuergesetz

Das GewStG gliedert sich in zehn Abschnitte, die mit römischen Ziffern unterschieden werden und besitzt insgesamt 36 Paragraphen.

§ 37, den es früher einmal gab, wurde inzwischen gestrichen.

Er taucht allerdings in vielen Texten noch auf, hat jedoch keine Bewandnis mehr.

Welche weiteren Gesetze ergänzen das Gewerbesteuergesetz?

Das GewStG ist zwar die Rechtsgrundlage der Gewerbesteuer, aber nicht die einzige Rechtsvorschrift, die für ihre Erhebung maßgeblich ist.

Ebenfalls zu beachten sind die Gewerbesteuer-Richtlinien sowie die Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung.

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