Mann mit Taschenrechner und Akten

Wer sich in Deutschland selbstständig macht oder ein Unternehmen gründet, stellt sich sehr schnell die Frage, ob er eigentlich Gewerbesteuer zahlen muss und an wen diese zu entrichten ist.

Gerade für Selbstständige gibt es eine gute Nachricht: Die Gewerbesteuerpflicht reicht längst nicht derart weit, wie man möglicherweise denken mag.

Wer unterliegt der Gewerbesteuerpflicht?

Jedes Gewerbe, das beim Gewerbeamt angemeldet werden muss, muss auch Gewerbesteuer zahlen. Anmeldungspflichtig ist ein Gewerbe dann, wenn es sich um keine freiberufliche Tätigkeit handelt oder um eine betriebliche Arbeit, die in der Landwirtschaft angesiedelt ist.

Zudem muss das Unternehmen auf die Erwirtschaftung von Gewinnen ausgerichtet sein.

Faktisch unterliegen auch nur die Betriebe der Steuerpflicht, deren Erträge den Freibetrag übersteigen. Kapitalgesellschaften müssen immer, sobald sie sich in der Gewinnzone befinden, die Abgabe entrichten.

Personengesellschaften haben einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro. Sonstige Gewerbebetriebe dürfen einen Freibetrag in Höhe von 5000 Euro nutzen.

Wann beginnt die Gewerbesteuerpflicht?

Die Steuerpflicht greift nicht sofort ab der Anmeldung des Gewerbes, sondern ab dann, wenn der Geschäftsbetrieb aufgenommen wurde.

Die Juristen sprechen davon, dass sich das Unternehmen erstmals am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt haben muss. Allerdings bilden Kapitalgesellschaften hier erneut eine Ausnahme: Sie müssen ab der Eintragung ins Handelsregister die Steuer bezahlen.

Wie oft gilt die Gewerbesteuerpflicht?

Die Gewerbesteuer ist alle drei Monate an das Finanzamt am eigenen Wohnort zu entrichten.

Dieses leitet die Gelder anschließend an die Kommune weiter, welcher das Geld zusteht. Allerdings muss auch eine Jahresabrechnung erstellt werden.

Diese richtet sich nach dem Kalenderjahr.

2014 muss also die Abrechnung für 2013 erstellt werden.

Warum unterliegen Freiberufler nicht der Gewerbesteuerpflicht?

Insbesondere Selbstständige fragen sich aus verständlichen Gründen, ob sie eigentlich Freiberufler oder Gewerbetreibende sind.

Schließlich müssen Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen, da sie, so ein höchstrichterlicher Spruch aus dem Jahr 2008, die Infrastruktur ihrer Gemeinde kaum belasten. Die Gewerbesteuer wird also Kostenkompensation für die Nutzung der Straßen verstanden.

Freiberufler ist jeder, der eine wissenschaftliche, erzieherische, künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit ausübt. Im Vordergrund der Arbeit muss der geistig schöpferische Aspekt stehen.

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