Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale

Durch die Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ElStAM) zum 1.Januar 2013 wurde in Deutschland das elektronische Lohnsteuerabzugsverfahren eingeführt.

Dieses, auch als elektronische Lohnsteuerkarte bezeichnete Verfahren, löst die Lohnsteuerkarten aus Papier ab.

Die ursprüngliche geplante Einführung der Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) zum 1.1.2011 verzögerte sich aufgrund von Softwareproblemen um zwei Jahre.

Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale

Das neue elektronische Verfahren sollte bereits ab 1.Januar 2011 zum Einsatz kommen. Aber die Software wollte nicht so wie die Steuerverwaltung. Von Jahr zu Jahr wurde die Einführung verschoben, bis sie nunmehr Wirklichkeit wurde.

Das hat zur Folge, dass die letzte Lohnsteuerkarte aus Papier aus dem Jahr 2010 war. Sie galt auch noch in 2011 und 2012 weiter. Die automatische Zusendung der Lohnsteuerkarte durch die Einwohnermeldeämter, wie bis 2010 üblich, entfällt damit.

Beantragung einer Nachweises erfolgt über das Finanzamt

Wer jetzt einen Nachweis über seine Steuermerkmale benötigt, muss eine entsprechende steuerliche Bescheinigung persönlich beim Finanzamt beantragen.

Mit der Beantragung dieser Bescheinigung übersendet das Finanzamt auf elektronischem Wege die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale an den jeweiligen Arbeitgeber.

Am Ende des Kalenderjahres erhält man eine Kopie

Dieser bzw. seine Buchhaltung verwenden sie dann zur Berechnung und Auszahlung der Löhne und zur Abführung der Sozialabgaben.

Im Ergebnis des ganzen Verfahrens erhält der Arbeitnehmer nach Abschluss des Kalenderjahres eine Kopie der elektronischen Lohnsteuerkarte.

Diese ist lediglich für ihn zur Information gedacht. Bei der Erstellung seiner Einkommensteuererklärung muss der Arbeitnehmer diese nicht dem Finanzamt einreichen, denn dort liegen diese Daten bereits elektronisch vor.

Lohnsteuerabzugsmerkmale nach Erhalt der Kopie überprüfen

Nach Erhalt der Kopie der elektronischen Lohnsteuerkarte sollte der Arbeitnehmer tunlichst die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, die dort enthalten sind, akribisch überprüfen.

Denn die Finanzverwaltung hat mehrfach kundgetan, dass bei der Überführung der Daten von den Einwohnermeldeämtern zu den Finanzämtern diverse Fehler aufgetreten sind.

Diese Überprüfung sollte auch noch mehrere Jahre lang durchgeführt werden, damit der Arbeitnehmer sicher sein kann, dass die richtigen elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale eingetragen sind.

Insbesondere dann, wenn sich die Voraussetzungen für den Arbeitnehmer ändern, sollte er darauf achten, dass die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale entsprechend geändert worden sind.

Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn er aus der Kirche austritt oder in die Kirche eintritt oder die Religion wechselt. Auch nach der Geburt eines Kindes müssen diese Merkmale geändert werden, damit der entsprechende Kinderfreibetrag korrekt hinterlegt ist.

Gleiches gilt bei Freibeträgen, die auf der Lohnsteuerkarte eingetragen sein können, wie etwa:

  • Kilometerpauschale für einen langen Arbeitsweg
  • Verpflegungspauschale bei Einsatzwechseltätigkeit
  • oder eine Schwerbeschädigung.

Manche Änderungen erfolgen automatisch, andere werden beantragt

Ändern sich diese elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, muss der Arbeitnehmer lediglich prüfen, ob diese Änderung beim Arbeitgeber auch angekommen ist.

Beispielsweise wird die Änderung des Kinderfreibetrages automatisch durch das Finanzamt veranlasst, wenn die Geburt eines Kindes beurkundet worden ist. In anderen Fällen wie etwa einer Körperbehinderung mit Eintragung eines Behinderungsgrades muss der Arbeitnehmer selbst aktiv werden.

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