Lohnsteuer kurzfristige Beschäftigung

Unbefristete Arbeitsverhältnisse sind in den letzten Jahren seltener geworden. Beschäftigungen von Arbeitnehmern finden häufiger in Form von geringfügigen Jobs oder kurzfristigen Beschäftigungen statt.

Während geringfügige Beschäftigungen aus Sicht eines Arbeitgebers durch niedrige Sozialabgaben verlockend erscheinen, gelten für die kurzfristigen Beschäftigungen Besonderheiten.

Eine betrifft die Lohnsteuer. Anders als im Rahmen der geringfügigen Arbeitsverhältnisse, die hinsichtlich der Gehaltshöhe engen Rahmenbedingungen unterliegen, ist eine kurzfristige Beschäftigung flexibler.

Was sind kurzfristige Beschäftigungen?

Die Schaffung verschiedener Arbeitsverhältnisse macht es Beschäftigten und Arbeitgebern schwer, den Überblick zu behalten.

Von einer kurzfristigen Beschäftigung wird gesprochen, wenn:

  • drei Monate oder
  • 70 Arbeitstage

Beschäftigungszeit je Kalenderjahr nicht überschritten werden.

Diese Fristen gelten für den Zeitraum von 01.Januar 2015 bis 31.Dezember 2018.Ab 2019 gelten wieder Beschäftigungszeiten von zwei Monaten bzw. 50 Arbeitstagen.

Laut der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See wird bei Arbeitszeiten von fünf Tagen je Woche die Drei-Monats-Regel angewandt. Liegt die Beschäftigungszeit unter fünf Wochentagen, gilt die Arbeitstageregelung.

Lohnsteuer – Pauschalierung vs. Lohnsteuerkarte

Im Rahmen des Abzugs der Lohnsteuer bei einer kurzfristigen Beschäftigung können Arbeitgeber zu zwei unterschiedlichen Durchführungswegen greifen – der Bemessung der Steuer nach individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen oder dem Pauschalabzug.

Letzterer liegt bei 25 Prozent, ist aber an gewisse Rahmenbedingungen gebunden.

So darf:

  • eine nur gelegentliche (keine regelmäßig wiederkehrende) Beschäftigung
  • nur eine maximale Arbeitszeit von 18 Arbeitstagen (zusammenhängend)
  • nur ein Arbeitstaglohn von 62 Euro (Durchschnitt Stundenlohn maximal 12 Euro)

vorliegen. Sofern die kurzfristige Beschäftigung eine der genannten Rahmenbedingungen nicht mehr erfüllt, entfällt die Möglichkeit, Lohnsteuer nach der Pauschale abzuziehen. In diesem Fall ist die einzige Option der Abzug nach Merkmalen der Lohnsteuerkarte.

  • Ein Unternehmen beschäftigt einen Arbeitnehmer vom 13.Mai 2015 bis zum 08.Juni 2015 für täglich fünf Stunden zum Mindestlohn. Aufgrund der Tatsache, dass durch einen Feiertag die 18-Tageregel eingehalten wird und alle anderen Parameter stimmen, ist der Pauschalabzug der Lohnsteuer möglich. Nicht so bei Vollbeschäftigung, hier werden nämlich 68 Euro je Arbeitstag verdient.

Für den Einzug der Lohnsteuer aus kurzfristigen Arbeitsverhältnissen ist das Finanzamt der Betriebsstätte zuständig. Diese gilt für beide Varianten. Zu beachten ist, dass der pauschalierte Abzug die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag nicht enthält, diese sind zusätzlich zu erheben.

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