Progressionsvorbehaltsrechner

Fachausdrücke kennt jede Branche, so auch die Finanzwirtschaft.

Sie dienen der Verständigung der Fachleute untereinander.

Mitunter finden fachspezifische Begriffe auch Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch.

So ist es auch mit dem Progressionsvorbehalt.

Woher stammt der Begriff Professionsvorbehalt?

Der Begriff entstammt dem Steuerrecht und beschreibt die Tatsache, dass bestimmte Einkommen zwar nicht besteuert werden, dennoch die Steuerlast erhöhen können.

Wenn etwa jemand unversteuerbares Einkommen bezieht, erhöht dieses trotz seiner Unversteuerbarkeit dennoch die zu zahlende Einkommensteuer.

Vom Staat gezahlte Leistungen & öffentliche Körperschaften = Einkommen

Diese Einkommen sind, kurz gesagt, sämtliche Leistungen, die ein Arbeitnehmer oder ein selbstständig Tätiger vom Staat oder öffentlichen Körperschaften erhält. Dies können sein:

  • Arbeitslosengeld
  • Krankengeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Erziehungsgeld
  • Elterngeld
  • Streikgeld

Bei der Nutzung eines online Progressionsvorbehalt Rechners werden diese Größen bei der Rechnung miteinbezogen. Die Aufzählung ist nicht vollständig, sie dient nur der Veranschaulichung.

Wer ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet?

Immer dann, wenn ein steuerpflichtiger deutscher Bürger eine dieser Geldzahlungen erhält, ist er verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

In dieser Einkommensteuererklärung muss er alle seine Einkünfte darlegen, unabhängig davon, aus welcher Quelle sie kommen. Der Progressionsvorbehalt Rechner nimmt Steuerzahlern die teilweise komplizierte Berechnung unter Berücksichtigung der Faktoren ab.

Alle Arbeitnehmer können staatliche Zusatzleistungen erhalten

So ist es etwa der Normalfall, dass ein Arbeitnehmer Arbeitslohn erhält, der versteuert wird. Zusätzlich kann er jedoch auch während eines Teils des Jahres arbeitslos gewesen sein, also Arbeitslosengeld erhalten haben. Oder er war krank, hat gestreikt, sie war ein Mutterschaftsurlaub, Elterngeld wurde gezahlt.

Lohnersatzleistungen werden nicht direkt besteuert

Auf den erarbeiteten Anteil des Einkommens werden die Einkommenssteuern festgelegt. Diese oben genannten Lohnersatzleistungen werden jedoch nicht direkt besteuert, dennoch in die Einkommensteuererklärung eingetragen. Sie bewirken, dass der Steuersatz, der auf das übrige Einkommen zu leisten ist, progressiv erhöht wird. Daher der Name Progressionsvorbehalt.

Der zu zahlende Steuersatz erhöht sich nichtlinear

Der zu zahlende Steuersatz der Einkommenssteuer erhöht sich nämlich nichtlinearer, wenn das Einkommen erhöht wird. Der Steuersatz erhöht sich progressiv. Das bedeutet, je höher das Einkommen ist, desto höher ist auch der Steuersatz.

Das unter Progressionsvorbehalt stehende Einkommen dem erarbeiteten Einkommen hinzurechnen

Das unter dem Progressionsvorbehalt stehende Einkommen wird bei der Ermittlung des Steuersatzes dem erarbeiteten Einkommen hinzugerechnet. Mit dem so ermittelten Wert geht das Finanzamt dann in die Steuertabelle und liest den Steuersatz ab, die er für ein Einkommen dieser Höhe festgelegt ist.

Dieser erhöhte Steuersatz wird dann jedoch nur auf das Einkommen angewendet, das erarbeitet wurde, nicht auf das Einkommen mit Progressionsvorbehalt.

Mit einem Progressionsvorbehaltsrechner die richtigen Zahlen ermitteln

Das hört sich insgesamt kompliziert an, doch mit Hilfe eines Progressionsvorbehalt Rechners kann der Wert einfach ermittelt werden.

Die Funktionsweise eines Progressionsvorbehalt Rechners

Die Errechnung des Progressionsvorbehalts ist nicht ganz einfach, denn verschiedene Faktoren müssen berücksichtigt werden, um ein genaues Ergebnis zu erhalten. Dank des Internets ist die Berechnung des Progressionsvorbehalts für jeden Steuerzahler einfach möglich. Ein Progressionsvorbehalt Rechner hilft dabei.

Wie nutzt man den Progressionsvorbehalt Rechner?

Essentiell ist es, die genauen Zahlen bereitzuhalten, denn,  um den Progressionsvorbehalt Rechner effektiv zu nutzen, müssen korrekte Werte eingegeben werden.

In einem ersten Schritt gilt, es in den Progressionsvorbehalt Rechner das zu versteuernde Einkommen einzugeben. Hier ist das Nettoeinkommen gemeint.

Wie errechnet sich das zu versteuernde Einkommen?

Progressionsvorbehalt Rechner

Zur Errechnung des Nettoeinkommens nimmt man das Bruttoeinkommen. Hiervon werden, grob gesagt,  Sonderausgaben, Werbungskosten, Altersvorsorgebeiträge und Sozialkosten abgezogen. Auch außergewöhnliche Aufwendungen und Vorsorgeaufwendungen werden zum Abzug gebracht.

Im nächsten Schritt muss im Progressionsvorbehalt Rechner angegeben werden, ob der Steuerzahler verheiratet ist oder der Grundtarif gilt. Ist man verheiratet kann man vom Ehegattensplitting profitieren.

Nachdem sich Steuergesetze jedes Jahr ändern, muss auch das Jahr der Veranlagung gewählt werden.

Hat man alle Eingaben getätigt, verfügt der Progressionsvorbehalt Rechner über alle nötigen Angaben, um die Berechnung durchzuführen.

Der Progressionsvorbehalt Rechner: das Ergebnis der Berechnung lesen

Das Ergebnis der Berechnung mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinend, ist jedoch im Grunde leicht verständlich, wenn man weiß, wie die Ergebnisse der Berechnung zu lesen sind.

So wird zum einen die zu erwartende Einkommenssteuer angezeigt als auch der Progressionssteuersatz. Ebenso Teil des Ergebnisses ist die prozentuale Belastung der Einkommensteile.

Auch diese unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Ein Progressionsvorbehalt Rechner ist ein außerordentlich hilfreiches Werkzeug.

Allerdings kann er  nur bei korrekten Angaben aussagekräftige Ergebnisse liefern. Hat man jedoch bereits Schwierigkeiten das anzusetzende Nettoeinkommen anzugeben aufgrund vielfältiger Abzüge, empfiehlt es sich in jedem Fall einen Fachmann aufzusuchen.

Fragen rund um den Progressionsvorbehalt

Hat man in einem Jahr über mehrere Monate Krankengeld bezogen, wirkt sich dies auf die Höhe einer Steuerrückerstattung auf. Denn Krankengeld fällt unter die Lohnersatzleistungen und wird steuerfrei ausgezahlt.

Bei der Besteuerung des restlichen Einkommens wird es bei der Einkommenssteuererklärung addiert, um den korrekten Steuersatz zu erhalten, sprich den Progressionsvorbehalt. Der daraus resultierende höhere Steuerersatz muss nun auf das restliche Einkommen angewandt werden. Aus diesem Grund wird sich auch die zu erwartende Steuerrückzahlung reduzieren.

Progressionsvorbehalt Elterngeld

Im Prinzip sind Sozialleistungen wie das Elterngeld nicht steuerpflichtig. Im Klartext heißt dies, dass keine Steuern abgeführt werden müssen, wenn Sie im zurückliegenden Jahr nur Elterngeld bezogen haben.

Anders jedoch, wenn andere Einkünfte hinzukommen. In den meisten Fällen wird ein Ehepartner weitere Einkünfte bezogen haben. In diesem Fall wird zumeist eine nachträgliche Steuerzahlung fällig.

Der Grund hierfür ist der Progressionsvorbehalt. Denn bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens wird das Einkommen der Eheleute addiert. Hier muss auch das Elterngeld erfasst werden.

In einem zweiten Schritt wird aus der Steuertabelle der Prozentsatz ermittelt, der für das ermittelte Gesamteinkommen greift. Anhand dieses Prozentsatzes wird nunmehr das zu versteuernde Einkommen ermittelt.

Aufgrund der Tatsache, dass das Elterngeld zum Gesamteinkommen addiert wird, ist es meistens der Fall, dass das zu versteuernde Einkommen sich in einen höheren Steuersatz verschiebt und damit höher besteuert wird.

Tatsache ist, dass das Elterngeld abgabenfrei ist. Doch Tatsache ist auch, dass das Elterngeld dem Progressionsvorbehalt unterliegt. War eine Mutter, bevor sie in Mutterschutz gegangen ist voll erwerbstätig, dann wird sich der Bezug von Elterngeld kaum auf die Steuer auswirken.

Anders hingegen, wenn sie keiner Vollzeitbeschäftigung nachgegangen ist. Das Elterngeld wird bei der Steuer dann dem Ehemann bei einer gemeinsamen Veranlagung hinzugerechnet. Im Anschluss wird anhand der Steuertabelle der sich aus dem Gesamteinkommen ergebende Steuerprozentsatz ermittelt. In der Folge können in der Tat teilweise hohe Nachzahlungen fällig werden.

Wirklich umgangen können Nachzahlungen bei Elterngeld also nicht. Wichtig wäre es allerdings darauf zu achten, dass nach der Geburt kein Wechsel der Steuerklasse von 4/4 auf 3/5 erfolgt. Die 3/5 Steuerklassenkombination provoziert Nachzahlungen bei Elterngeld geradezu und sollte daher vermieden werden.

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