Progressionsvorbehalt


Bunte KarteisammlungGar nicht so selten tritt der Fall ein, dass eine Person, die nur ein sehr geringes Einkommen erzielt, Steuern zahlen muss.

Dies gilt besonders dann, wenn sie zusätzlich zu ihrem Einkommen staatliche Transferleistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder Elterngeld bezieht.

Diese Leistungen unterliegen dem Progressionsvorbehalt.

Was ist der Progressionsvorbehalt?

Obwohl die staatlichen Transferleistungen grundsätzlich steuerfrei sind, müssen sie in der Jahressteuererklärung angegeben werden.

Wenn die steuerpflichtige Person zusätzliche Einkünfte aus einer selbstständigen, angestellten oder freiberuflichen Tätigkeit erzielt, werden alle Einnahmen addiert und zur Ermittlung des individuellen Steuersatzes herangezogen.

Wie viele Steuern letzten Endes gezahlt werden müssen, hängt allerdings nicht nur von der Höhe der Einkünfte, sondern auch von der Höhe der Werbungskosten, der Sonderausgaben und der außergewöhnlichen Belastungen ab.

Wer sich vor der Abgabe der Steuererklärung über den Progressionsvorbehalt informieren und genauere Rechnungen anstellen möchte, könnte dazu einen speziellen Rechner zu Hilfe nehmen.

Einkommen und ALG II

Viele Personen, die ALG II beziehen, sind nicht arbeitslos, sondern üben eine geringfügige Beschäftigung oder eine Halbtagstätigkeit aus. Laut statistischen Angaben nimmt sogar die Zahl derjenigen Personen, die Vollzeit beschäftigt sind und nicht von ihrer Arbeit leben können, ständig zu.

Sofern sie keinen Ehe- oder Lebenspartner haben, der genügend verdient, bleibt ihnen oftmals kein anderer Weg, als ebenfalls Hartz IV zu beantragen.

Von den erzielten Einkünften sind 100 Euro pro Monat anrechnungsfrei. Sämtliches Einkommen, welches darüber liegt, wird zu 80% mit der Hartz IV Leistung verrechnet. Die verbleibenden 20% kann der Arbeitnehmer behalten.

Für Selbstständige und Freiberufler gibt es adäquate Regelungen. Hier können allerdings die Betriebsausgaben und die laufenden Kosten vom Einkommen abgezogen werden.

Progressionsvorbehalt und ALG II

Die Wirkung des Progressionsvorbehaltes soll an einem Beispiel verdeutlicht werden. Eine Person übt eine geringfügige Beschäftigung aus und erzielt hieraus ein jährliches Einkommen in Höhe von 4000 Euro.

Zusätzlich erhält sie ALG II in Höhe von 6000 Euro. Dies ergibt ein jährliches Gesamteinkommen in Höhe von 10000 Euro. Ist diese Person ledig und in die Steuerklasse 1 eingeordnet, müsste sie in jedem Falle Steuern zahlen.

Eine Ausnahme bestünde lediglich dann, wenn sie hohe Werbungskosten, hohe Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen kann.

Die betreffende Person würde vom Finanzamt so behandelt, als wenn sie ein jährliches Arbeitseinkommen in Höhe von 10000 Euro erzielt.

Welches Einkommen fällt konkret unter den Progressionsvorbehalt?

Wie weiter oben bereits ausgeführt, bezeichnet man als Progressionsvorbehalt einen steuerlichen Sachverhalt, der vor allem Menschen trifft, die in irgendeiner Form staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Die also Einkommen erzielen, ohne dafür gearbeitet zu haben.

Dieses Einkommen ist wie bereits angesprochen Arbeitslosengeld eins oder zwei, Hartz IV, Zahlungen des Sozialamtes, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld oder Streikgeld sein. Diese Unterstützungen sind zwar selbst steuerfrei, wirken sich aber Steuer erhöhend aus.

progressionsvorbehalt rechneDie Auswirkungen auf die persönliche Steuerlast

Um die genaue Auswirkung einer solchen Zahlung auf die eigene Steuerlast ermitteln zu können, benutzt man zweckmäßigerweise einen Progressionsvorbehalt Rechner im Internet. Auf verschiedenen Seiten werden diese angeboten.

Wie funktioniert ein Progressionsvorbehalt Rechner?

Im Progressionsvorbehalt Rechner muss man zunächst einmal das zu versteuernde Einkommen eingeben. Hierbei ist zu beachten, dass dies keinesfalls das Bruttoeinkommen ist. Das zu versteuernde Einkommen errechnet sich, grob gesagt, aus dem Bruttoeinkommen abzüglich Werbungskosten, abzüglich der Sonderausgaben, abzüglich der Sozialkosten und der Altersvorsorgebeiträge.

Des weiteren werden von diesem Bruttoeinkommen die abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen und die außergewöhnlichen Belastungen abgerechnet. Zur Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfordert es also bereits umfangreichen steuerlichen Wissens.

Zur Berechnung ist es wichtig, das dem Progressionsvorbehalt unterliegende Einkommen genau anzugeben

In die nächste Zeile des Progressionsvorbehalt Rechners wird das dem Progressionsvorbehalt unterliegende Einkommen eingetragen. Sind mehrere solcher Einkommen vorhanden, werden diese zu einer Summe addiert.

Grundtarif oder Splittingtarif?

Anschließend wird ausgewählt, ob der Steuerpflichtige dem Grundtarif oder den Splittingtarif unterliegt. Mit anderen Worten, ob er verheiratet ist oder nicht. Verheiratete haben als Vergünstigung das Ehegattensplitting.

Wahl des Veranlagungsjahres

Im Folgenden wird beim Progressionsvorbehalt Rechner das Jahr der Veranlagung gewählt. Denn aufgrund der sich jährlich ändernden Steuergesetze kommt jedes Jahr eine andere Zahl als Ergebnis des Progressionsvorbehalt Rechners heraus.

Anschließend wird der Button Einkommenssteuer errechnen gedrückt.

Das Ergebnis der Progressionsvorbehaltberechnung

Im Ergebnis der Berechnung gibt der Progressionsvorbehalt Rechner neben der zu erwartenden Einkommenssteuer auch den Progressionssteuersatz aus sowie die prozentuale Belastung der Einkommensteile, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

Progressionsvorbehalt Rechner ersetzten keinesfalls einen Steuerberater

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass solche Progressionsvorbehalt Rechner im Internet nur einen ungefähren Überblick über die zu erwartende steuerliche Belastung geben können. Sie ersetzen keinesfalls den Steuerberater.

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