Die wichtigsten Fakten

  • Der Spitzensteuersatz ist die obere prozentuale Grenze für die Steuern bei hohem Einkommen.
  • Zusätzlich gibt es die sogenannte Reichensteuer.
  • Der Spitzensteuersatz liegt bei 42%.
  • Je mehr man verdient, desto höher steigt der Grenzsteuersatz.
  • Damit dieser prozentual nicht ins Unermessliche steigt, gibt es den Spitzensteuersatz.

Spitzensteuersatz

Wie hoch ist der Spitzensteuersatz?

Spitzensteuersatz42%ab 53.666 Euro (zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Person (Stand 2017))
Reichensteuer45%ab 256.304 Euro (zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Person (Stand 2017))
Grenzsteuersatz

Unterscheidung zwischen Spitzensteuersatz und Reichensteuer

Ab einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 53.666 Euro greift der Spitzensteuersatz. Dies bedeutet, dass jeder Euro, der über dieser Grenze liegt, zu 42% versteuert wird.

Für Ehepaare gilt der doppelte Wert; die Grenze liegt hier entsprechend bei 107.332 Euro.

  • Das zu versteuernde Einkommen ist nicht dasselbe wie das Bruttoeinkommen. Da von dem Bruttoeinkommen beispielsweise noch Steuerfreibeträge abgezogen werden, verringert sich dadurch das zu versteuernde Einkommen. So kann es sein, dass das zu versteuernde Einkommen unter die Bemessungsgrenze des Spitzensteuersatzes rutscht.
    Zu versteuerndes Einkommen berechnen

 

Übersteigt das jährlich zu versteuernde Einkommen einer Person 250.731 Euro, gilt der eigentliche höchste Spitzensteuersatz von 45%, die in Deutschland sogenannte Reichensteuer.

Alles, was über diese Grenze hinaus geht, unterliegt diesem Steuersatz.

Für Ehepaare ist auch hier wieder der doppelte Betrag in Höhe von 501.462 Euro als Grenze vorgesehen.

Häufig gestellte Fragen

Die Diskussionen drehen sich in der Regel um den niedrigeren der beiden Spitzensteuersätze. Hier gibt es zwei mögliche Schrauben, an denen angesetzt werden kann.

Es ist möglich

  • den eigentlichen Steuersatz zu erhöhen
  • oder die Progression zu verändern.

Tatsächlich sind beide Lösungen in der Diskussion. Häufig wird vorgeschlagen, sowohl die Progression als auch den Steuersatz zu erhöhen.

Somit wird die Zahl der Personen, die den höchsten Einkommensteuertarif zahlen muss, sinken. Allerdings müssten diese mehr als bislang zahlen.

Das nordische Modell taucht häufig als sogenanntes schwedisches Modell auf. Obwohl in den skandinavischen Ländern wie Schweden, Finnland, Norwegen und Dänemark nicht nur der Spitzensteuersatz, sondern auch die Steuern insgesamt sehr hoch angesetzt sind, floriert die Wirtschaft und auch der Sozialstaat in seiner Gesamtheit ist optimal strukturiert und ausgebaut.

Ökonomen sehen in der Steuerpolitik eine Vorbildfunktion. Aus diesem Grund tauchen die Begriffe nordisches Modell bzw. schwedisches Modell immer wieder in der Diskussion um den Spitzensteuersatz in Deutschland auf.

Es ist möglich, mehr zu verdienen und dennoch nicht den Spitzensteuersatz zahlen zu müssen. Denn Abzugsmöglichkeiten werden berücksichtigt.

  • Eine Frau verdient 59.000 Euro brutto pro Jahr, hat aber ein Kind und entscheidet sich, den Kinderfreibetrag wahrzunehmen. In diesem Fall drückt sie der Freibetrag unter die Grenze für den höchsten Steuersatz.

 

Zwar ist dieser Steuersatz in Deutschland im EU Vergleich nicht am höchsten. Mit 42 % bzw. 45% im Höchstsatz werden aber deutlich mehr Steuern fällig im Vergleich zu den meisten anderen Ländern in der EU.

Spitzenreiter ist Dänemark. Hier werden 55,6% fällig. Und auch in Belgien und Portugal liegt der Spitzensteuersatz nur leicht unter dem Höchstwert in Dänemark mit 53,7% in Belgien und 53% in Portugal. Und sowohl die Niederlande als auch Spanien toppen den deutschen Steuersatz mit 52%.

Dänemark
55.6%
Belgien
53.7%
Portugal
53%
Niederlande
52%
Spanien
52%
  • In Deutschland wird eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49% angestrebt. Mit den Mehreinnahmen will der Staat EU-Rettungskosten decken.

 

Ja, denn die sogenannte Reichensteuer als eigentlich höchster Tarif im System der Einkommensteuer gilt nur für jeden Euro, den man tatsächlich mehr als die Grenze verdient.

  • Ein Mann verdient 300.000 Euro pro Jahr. In dem Fall versteuert er 250.730 Euro zu 42 Prozent. Lediglich sein Restverdienst in Höhe von 49.270 Euro muss zu 45 Prozent versteuert werden.

 

Einzelnachweise

  1. Deutscher Bundestag: Aktueller Begriff - Spitzensteuersatz
  2. Universität Duisburg-Essen, Sozialpolitik aktuell: Grenz- und Durchschnittssteuersätze

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