Strompreis-Erhöhung
Stromzähler zeigt hohen Verbrauch

Jeglicher Konsum unterliegt in Deutschland der Steuerpflicht. Dies ist für den Strom nicht anders als beispielsweise für Kaffee oder Nahrungsmittel.

Allerdings unterliegt die elektrische Energie nicht allein der Mehrwertsteuer, sondern der speziellen Stromsteuer. Sie ist eine indirekte Verbrauchssteuer.

Wie wird die Stromsteuer berechnet?

Die Abgabe wurde im Jahr 1999 durch das Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform erschaffen. Der Teilbereich, der sich um den elektrischen Strom dreht, heißt Stromsteuergesetz oder kurz StromStG. Die Hauptzollämter wurden damit beauftragt, die Abgabe einzutreiben, die zu 100 Prozent dem Bund zugute kommt.

Die Berechnung der Steuer übernahm bislang das Bundesumweltministerium. Durch die Neufassung der Ministerien unter der schwarz-roten Koalition im Spätherbst 2013 sollte diese Kompetenz allerdings ebenfalls dem Wirtschaftsministerium zugeschlagen worden sein, weil dieses mit der Energiewende betraut worden ist.

Für die Berechnung der Abgabe wird dabei zwischen drei Fällen unterschieden:

  • Dem Regelsteuersatz
  • Nachtspeicherheizungen
  • Bahnstrom/ Fahrbetrieb

Der Regelsteuersatz ist dabei von den privaten Haushalten zu entrichten. In den beiden anderen Fällen gilt ein ermäßigter Steuersatz, um die Wirtschaftsbetriebe, die sich des Stroms bedienen müssen, trotz der stetig steigenden Energiekosten konkurrenzfähig zu halten.

Wie hoch ist die Stromsteuer?

Der Regelsteuersatz liegt bei 2,05 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. Die Nachtspeicherheizungen sind seit 2007 komplett von der Abgabe befreit. Für Bahnstrom müssen derzeit pro Kilowattstunde 1,142 Cent bezahlt werden.

Überhaupt keine Steuern müssen zudem in den folgenden Fällen bezahlt werden:

  • Der Strom wird aus Trägern erneuerbarer Energie gewonnen
  • Der Strom wird dazu benötigt, überhaupt erst Strom zu erzeugen
  • Die elektrische Nennleistung der Stromanlage liegt bei höchstens zwei Megawatt
  • Der Strom wird von Notstromaggregaten erzeugt
  • Der Strom wird von Schiffen und Flugzeugen erzeugt und von diesen auch gleich wieder verbraucht

Die Wirtschaft kann zudem zusätzlich darum bitten, dass die Abgabe für den Strom bei einigen Prozessen erfährt, die für den jeweiligen Betrieb von eminenter Wichtigkeit sind. Diese Verfahren sind:

  • Die Elektrolyse
  • Die Herstellung unverzichtbarer Werkstoffe wie beispielsweise Zement, Ziegel oder Glas
  • Die Erzeugung und Weiterverarbeitung von Metallen aller Art
  • Bestimmte chemische Reduktionsverfahren
  • Das Gesetz verbietet es Privatpersonen, die in ihrem Privathaushalt aus Gründen der Selbständigkeit eines der Verfahren durchführen, nicht, auch die Befreiung von der Abgabe zu beantragen.

Allerdings muss jeder, der tatsächlich eine Befreiung erreichen möchte, nachweisen können, in welchem Umfang der Strom tatsächlich für die förderungswürdigen Prozesse verbraucht worden ist.

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