Geschenkte Immobilie

Viele Personen, die größere Schenkungen planen, fragen sich nicht nur, welche rechtlichen Vorschriften sie beachten müssen, sondern auch, welche Auswirkungen diese Schenkungen auf ihre Einkommenssteuer haben werden.

Grundsätzlich hängt dies von verschiedenen Faktoren ab. So spielt nicht nur die Art der Schenkung, sondern auch die Frage eine Rolle, in welcher Beziehung der Schenker und der Beschenkte zueinander stehen.

Schenkung und Freibetrag

Die Freibeträge bei einer Schenkung können sehr unterschiedlich sein. Sie gelten immer für 10 Jahre und können nicht jedes Jahr erneut in Anspruch genommen werden.

Für alle Personen, die der Gruppe I zugeordnet werden liegt der Freibetrag der Schenkung bei 500.000 Euro für den Ehegatten, 400.000 Euro für die Kinder und 200.000 Euro für die Enkel. Ganz wichtig wäre dabei, dass die Schenkung durch eine Schenkungsurkunde dokumentiert wird.

In die Gruppe II gehören die Schwiegereltern, die geschiedenen Ehegatten, die eigenen Geschwister und ihre Kinder. Hier beträgt der Schenkungs Freibetrag ähnlich wie in der Gruppe III, in die alle anderen Personen eingeordnet werden, 20.000 Euro.

Überschreitet der Wert einer oder mehrerer Schenkungen den Freibetrag der Schenkung, müssen die Schenkungen besteuert werden. Der Mindestsatz liegt hier bei 7% und der Höchstsatz bei 30%.

Erhält zum Beispiel ein Enkel eine Schenkung in Höhe von 250.000 Euro, wären 200.000 Euro steuerfrei. Die restlichen 50.000 Euro würden mit 7% besteuert. In der Paxis bedeutet dies, dass 3.500 Euro an das Finanzamt abgeführt werden müssen.

Schenkungsvertrag und Schenkungsurkunde

Insbesondere bei der Schenkung einer Immobilie wäre es dringend erforderlich, dass nicht nur ein Schenkungsvertrag angefertigt, sondern auch eine Schenkungsurkunde ausgestellt wird, die darüber hinaus auch noch notariell beglaubigt sein muss.

Durch die Schenkung einer Immobilie, eines größeren Wertpapierdepots oder anderer Wertgegenstände kann nicht nur der Pflichtteil im Erbrecht gemindert, sondern auch ein großer Teil der Erbschaftssteuer eingespart werden.

Eine wichtige Voraussetzung der Schenkung wäre die Tatsache, dass sich der Schenker und der Beschenkte mit der unentgeltlichen Übertragung der Wertgegenstände einverstanden erklären.

Die Schenkung einer Immobilie wird erst dann rechtskräftig, wenn sie notariell beglaubigt und die Änderung ins Grundbuch eingetragen ist.

Schenkungsvertrag und Sozialleistungen

Eine Schenkung hat immer eine gravierende Änderung der Vermögensverhältnisse zur Folge. Dies gilt sowohl für den Schenker als auch für den Beschenkten.

Aus diesem Grunde sollten alle beteiligten Personen wissen, dass die Schenkung erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Sozialleistungen wie zum Beispiel Hartz IV oder die Grundsicherung haben kann.

Die wichtigste Voraussetzung für die Zahlung von Hartz IV oder der staatlichen Grundsicherung ist nicht nur ein fehlendes oder zu geringes Einkommen, sondern auch eine allgemeine Bedürftigkeit. Diese liegt erst dann vor, wenn die betreffende Person entweder kein oder nur ein geringes Vermögen vorweisen kann.

Durch die Schenkung einer Immobilie oder anderer Wertgegenstände könnte es sehr schnell passieren, dass der Freibetrag für die Gewährung von Sozialleistungen deutlich überschritten wird.

Dies hätte zur Folge, dass kein Hartz IV mehr gezahlt werden kann. Das Gleiche trifft auf die Grundsicherung im Alter oder die Sozialhilfe zu. Der Sozialleistungsempfänger wäre gezwungen, seinen Lebensunterhalt anders zu bestreiten oder die Immobilie beziehungsweise die anderen Wertgegenstände zu veräußern.

Diese Vorgehensweise wird unabhängig davon praktiziert, ob die beschenkte Person Single ist oder eine Familie zu ernähren hat. Bei Familien liegt aber der Freibetrag deutlich höher als bei Singles.

In all den genannten Fällen ist es auch zwecklos, den Schenkungsvertrag rückgängig zu machen oder eine Weiterverschenkung an dritte Personen zu veranlassen. Dieses Verhalten würde nicht nur als freiwilliger Verzicht auf das Vermögen, sondern auch als eine mutwillige Herbeiführung der Hilfsbedürftigkeit gewertet.

Unter bestimmten Umständen wäre es möglich, dass die Schenkungsurkunde und damit auch die Schenkungen wieder aufzuheben. Dies wäre insbesondere der Fall, wenn der Schenker durch einen Unfall, eine längere Krankheit oder eine allgemeine Pflegebedürftigkeit nicht mehr in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und Sozialleistungen beantragen muss.

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