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In Deutschland sind nur wenige Versicherungen vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Neben der Kfz-Haftpflicht und der Krankenversicherung gehört dazu die Pflegeversicherung. Letztere wurde erst 1995 zu einem eigenständigen Zweig der Sozialversicherung und ist heute über das SGB XI im Alltag verankert.

Wer wird in die gesetzliche Pflegeversicherung aufgenommen? Und welche Leistungen bietet die Versicherung jenen Verbrauchern, die im Alltag auf Hilfe angewiesen sind?

Gesetzliche Pflegeversicherung – die Grundlagen

Pflegebedürftigkeit war lange eine Erscheinung, die von einer breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wurde. Durch den demografischen Wandel und ein steigendes Lebensalter wächst aber die Gefahr, ab einem bestimmten Punkt im Leben auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Das Problem: Nicht überall sind Familienangehörige vorhanden, welche die Pflege wahrnehmen können. Paare ohne Kinder, Berufstätigkeit der Kinder oder einfach große Entfernungen zwischen Familienmitgliedern – Betroffene sind auf Pflegedienste und Heime angewiesen.

Beides kostet Geld. Die gesetzliche Pflegeversicherung soll diese Personen unterstützen.

Träger der sozialen Pflegeversicherung sind sogenannte Pflegekassen, welche unter dem Dach der Krankenkassen eingerichtet sind.

Gesetzliche Pflegeversicherung – die Leistungen

Eine Versicherung, die bei Pflegebedürftigkeit unterstützen soll, muss verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Dazu gehört einerseits die Sicherstellung einer individuellen Pflege bei Verrichtungen des Alltags.

Auf der anderen Seite muss die gesetzliche Pflegeversicherung aber auch beratend tätig werden – etwa im Zusammenhang mit der Unterstützung pflegender Familienmitglieder.

Unterm Strich sieht die Versicherung folgende Leistungsbereiche vor:

  • Dienstleistungen
  • Sachleistungen und
  • Geldleistungen

Die Pflegebedürftigkeit bestimmt die Leistungen

Die Höhe und der Umfang, den die Leistungen im Einzelnen annehmen, richten sich nach der Pflegebedürftigkeit.

Für deren Bewertung enthält das SGB XI ein Stufenmodell von Pflegestufe I bis Pflegestufe III.

Beispiel: Für eine Unterbringung im Pflegeheim bei vollstationärer Pflege sind in der Versicherung für die erste Pflegestufe 1.064 Euro vorgesehen.

In Pflegestufe III liegt die Pflegepauschale bei 1.612 Euro und mit Härtefallzuschuss bei 1.995 Euro.

  • Die Pflegepauschale der Versicherung deckt weder Unterkunft und Verpflegung noch den Investitionskostenanteil. Diese Aufwendungen muss der Pflegebedürftige weiterhin aus eigenen Mitteln finanzieren.

Gesetzliche Pflegeversicherung – die Versicherungspflicht

Im Hinblick auf das Versicherungskollektiv schreibt der Gesetzgeber über das SGB XI klar vor, dass jedes Mitglied der GKV auch gegen Pflegebedürftigkeit zu versichern ist. Selbst Privatkrankenversicherte können sich der Versicherungspflicht nicht entziehen, sie müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.

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