Die ordentliche Kündigung ist eine fristgerechte Kündigung. Die Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen. Für die ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer ist kein Kündigungsgrund notwendig. Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer die Kündigungsfrist einhält und die Kündigung schriftlich erfolgt. Möchte der Arbeitgeber ordentlich kündigen, unterliegt er einigen Einschränkungen.

Bei Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes für den Arbeitsvertrag muss der Arbeitgeber Gründe nachweisen, die seine Kündigung sozial rechtfertigen. Ist das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar, ist eine Kündigung ohne Angabe von Gründen durch den Arbeitgeber gerechtfertigt.


Das Kündigungsschutzgesetz für eine ordentliche Kündigung

Ordentliche Kündigung im Arbeitsrecht

Damit das Kündigungsschutzgesetz angewendet werden kann, müssen folgende Aspekte gegeben sein:

  • der Beschäftigte ist mindestens ein halbes Jahr ohne Unterbrechung im Betrieb beschäftigt
  • im Betrieb sind mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt.

Der Arbeitgeber hat zudem für einige Arbeitnehmergruppen ganz besondere Kündigungsschutzregeln zu beachten.

Arbeitnehmergruppenbesondere Kündigungsschutzregeln
Schwangere und MutterschutzKündigungsschutz während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung
Schwerbehindertevor der Kündigung muss Arbeitgeber die Zustimmung des Integrationsrates einholen und die Schwerbehindertenvertretung beteiligen
BetriebsratsmitgliederKündigung ist unzulässig für die Dauer der Amtszeit des Betriebsratsmitglieds sowie während eines Jahres nach Ende der Amtszeit
Arbeitnehmer in Elternzeitwährend der Elternzeit ist keine Kündigung zulässig, Beginn mit Anmeldung der Elternzeit (frühestens acht Wochen vor deren Beginn), Ende mit Ablauf der Elternzeit
Pflege- oder Familienpflegezeitwährend der Pflegezeit von längstens sechs Monaten für nahe Angehörige und während einer kurzzeitigen Arbeitsverhinderung besteht Kündigungsverbot

Schriftliche ordentliche Kündigung

Die ordentliche Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Eine Kündigung per SMS, Fax oder E-Mail reicht nicht aus. Jede Kündigung muss eigenhändig unterschrieben sein.

  • Kündigt der Arbeitnehmer ordentlich, empfiehlt es sich im Hinblick auf das Verhältnis zum alten Arbeitgeber und auf das Arbeitszeugnis, im Kündigungsschreiben einen allgemeinen oder einen besonderen Kündigungsgrund anzugeben. So ein Grund ist beispielsweise das Finden einer neuen Herausforderung.

Ordentliche Kündigung zustellen

Eine Kündigung wird erst mit Zugang beim Arbeitgeber oder mit dem Zugang beim Arbeitnehmer wirksam. Der Einwurf in den Briefkasten bewirkt den nächsten Zugang, sobald mit der nächsten Entnahme zu rechnen ist. Arbeitgeber verschicken meistens ihre Kündigungen per Einschreiben mit Rückschein. Damit sind sie auf der sicheren Seite, denn der Empfänger muss bei Übergabe des Einschreibens den Erhalt mit seiner Unterschrift bestätigen.

Die ordentliche Kündigung gilt übrigens auch als zugestellt, wenn sich der Arbeitnehmer im Urlaub befindet und der Arbeitgeber weiß, dass er nicht zu Hause ist. Eine Verweigerung der Kündigung bedeutet keine Verhinderung der Kündigung. Hat der Postbote den Empfänger der Kündigung nicht angetroffen und legt eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten, muss der Empfänger das Einschreiben bei einer Poststelle abholen.

Die ordentliche Kündigung vor dem Arbeitsantritt

Findet ein Arbeitnehmer ein attraktiveres Jobangebot, obwohl er schon einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat, ist eine Kündigung vor dem Arbeitsantritt sinnvoll. Ein Widerruf oder ein Rücktritt vom Arbeitsvertrag ist nicht möglich. Ob der Arbeitnehmer kündigen kann, erschließt sich aus dem Arbeitsvertrag. Wenn eine Kündigung vor dem Arbeitsantritt ganz ausdrücklich im Arbeitsvertrag ausgeschlossen wurde, kann der Arbeitnehmer nicht kündigen.

Er muss dann erst einmal seine Tätigkeit aufnehmen und kann dann innerhalb der verkürzten Probezeit kündigen. Steht so eine Regelung nicht im Arbeitsvertrag, ist eine Kündigung möglich. Dafür gelten dann die üblichen Kündigungsfristen.

Wehren gegen die ordentliche Kündigung

Möchte sich ein Arbeitnehmer gegen eine ordentliche Kündigung wehren, sucht er am besten einen Experten für Arbeitsrecht auf.

Schnelles Handeln ist angesagt, da nur innerhalb von drei Wochen nach Zustellung der Kündigung eine Kündigungsschutzklage erhoben werden kann.
Möchte sich der Arbeitgeber gegen die Kündigung nicht wehren, weil er nicht mehr für den Arbeitgeber arbeiten möchte, lohnt es sich dennoch, sich von einem Experten für Arbeitsrecht beraten zu lassen. Es können dann beispielsweise Vergleichsgespräche geführt werden, um das Arbeitsverhältnis gegen die Zahlung einer Abfindung zu beenden.


Quellen

Michalski, Lutz: Arbeitsrecht »
Thüsing, Gregor / Laux, Helga / Lembke, Mark / Arnold, Manfred / Benkert, Daniel: Kündigungsschutzgesetz »
Bährle, Ralph Jürgen: Praxishandbuch Arbeitsrecht: Juristisches Know-how für Manager und Führungskräfte »
Muschiol, Thomas: Praxiswissen Arbeitsrecht - inkl. Arbeitshilfen online »
Hempelmann, Gerrit / Korinth, Michael H. / Pathe, Mechthild / Pollert, Dirk / Roßbach, Gundula / Dodt, Anke / Gengenbach, Juliane / Berger, Gabriel: Lexikon Arbeitsrecht 2017 incl. Webinar: incl. Webinar »


Das könnte Sie auch interessieren