Einkommensteuer Infografik

Schritt für Schritt zur Einkommensteuererklärung

Die jährliche Einkommensteuererklärung ist eine ungeliebte Pflichtübung.

Damit diese gelingt und man nach Möglichkeit am Jahresende eine Rückzahlung vom Finanzamt erhält, sollte man systematisch vorgehen.

Sinn macht ein Aufbau nach Schritten, der einen nicht nur ans Ziel bringt, sondern auch dazu zwingt, zur passenden Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Der erste Schritt: Ein System zur Dokumentensicherung entwickeln

Ganz gleich, wer auch die Einkommensteuererklärung erstellen mag, der Steuerpflichtige ist verpflichtet, das ganze Jahr die wichtigsten Dokumente zu sammeln.

Empfehlenswert sind drei Ordner mit den Titeln:

In den Ordnern heftet man alphabetisch oder chronologisch alle diesbezüglichen Unterlagen ab, um sie schnell zur Hand zu haben. Ratsam ist es, dies sofort zu erledigen, wenn man ein entsprechendes Schreiben bzw. eine diesbezügliche Rechnung erhält.

Der zweite Schritt: Wer erstellt die Einkommensteuererklärung?

Ist der Steuerpflichtige eine Privatperson, so hat er drei Möglichkeiten, wer die Steuererklärung erstellen kann:

  • Er selbst ohne Hilfe
  • Er selbst mit Hilfe (z.B. Software oder Lohnsteuerverein)
  • Ein Steuerberater

Der Steuerberater ist die einfachste und sicherte Variante - allerdings kostet sie auch am meisten. Wer selbst und ohne Hilfe arbeitet, spart zwar, läuft aber auch Gefahr, fehlerhafte und möglicherweise kostspielige falsche Angaben zu machen. Die einfachste Variante ist es deshalb, eine kleinere Investition zu machen und sich zur Hilfe z.B. durch eine passende Steuer-Software zu suchen.

Der dritte Schritt: Die notwendigen Formulare besorgen

Eine Software hält die nötigen Formulare und alle passenden Anlagen bereits bereit. Ansonsten können diese auch im zuständigen Finanzamt abgeholt oder auf der Homepage des Finanzministeriums heruntergeladen werden.

An dieser Stelle ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, einen ELSTER-Account anzulegen, der die elektronische Übermittlung der Steuererklärung ermittelt. Für Unternehmen ist dies ohnehin eine Pflichtaufgabe.

Der vierte Schritt: Sortieren und berechnen

Durch das Ordnersystem sind die Formulare bereits weitgehend sortiert. Wer sich dagegen entschieden hat, muss dies jetzt tun. Es ist ratsam, dies zu erledigen, bevor man damit anfängt, die Steuererklärung auszufüllen. Die Erfahrung zeigt, dass nachträglich immer wieder Dokumente auftauchen, die dazu zwingen, Änderungen vorzunehmen.

In diesem Schritt sollte man zudem auch schon die wichtigsten Berechnungen erledigen. Wie viel Einkünfte hatte man insgesamt? Was darf man insgesamt als Werbungskosten abziehen? Wie hoch sind die Sonderausgaben? Was hat man für die Versicherungen gezahlt?

Wer ganz ohne Hilfe arbeitet, solle eines der kostenlosen Steuer-Lexika im Internet benutzen, um diese Fachbegriffe zu kontrollieren. Häufig darf man beispielsweise sehr viel mehr Punkte als Werbungskosten abziehen als man ursprünglich dachte.

Der fünfte Schritt: Die Einkommensteuererklärung machen

Mit den Daten kann nur die Steuererklärung erledigt werden. Die meisten Menschen machen erst komplett den Mantelbogen und wenden sich dann den Anlagen zu. Tatsächlich hat es sich als für die Arbeit einfacher erwiesen, erst die Anlagen auszufüllen und dann zum Mantelbogen überzugehen. So vermeidet man, versehentlich widersprüchliche Angaben zu machen.

Arbeitnehmer füllen immer die Anlage N aus, Selbständige immer die Anlage S - es sei denn, die Einkünfte stammen aus dem Ausland. Dann muss die Anlage gewählt werden, bei der sich noch ein 'AUS' hinter dem Buchstaben befindet. Ansonsten hängen die weiteren Anlagen von der individuellen Situation ab.

Daran zu denken ist auch, dass die Nachweise kopiert und der Erklärung beigegeben werden müssen. Selbständige sollten sich nicht wundern, wenn der Stapel der Nachweise Radiergummi-Stärke erreicht.

Der sechste Schritt: Schlusskontrolle und Versand

Nachdem die Einkommensteuererklärung erledigt ist, sollte man sie noch einmal überprüfen. Software-Lösungen nennen diesen Schritt 'Plausibilitätskontrolle'. Es geht darum, alle Angaben auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Passieren sie außerdem stets zusammen?

Anschließend wird die Steuererklärung versandt. Hierbei ist es wichtig, dass man eine Empfangsbestätigung erhält. Über ELSTER bekommt man diese automatisch. Man muss die Erklärung zwar dann noch einmal postalisch versenden, aber sie gilt schon als abgegeben.

Bei der Post sollte man sich für den Nachweis für ein Einschreiben entscheiden. Wer diese Kosten nicht auf sich nehmen möchte, wirft die Erklärung direkt beim Finanzamt ein.

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