Erbpachtgrundstück

Endlich in die eigenen vier Wände umziehen. Wer vom eigenen Häuschen im Grünen träumt, braucht mehrere Dinge. Auf der einen Seite ist das nötige Geld zwingende Voraussetzung. Andererseits steht kein Haus einfach in der Luft – das passende Grundstück muss her.

Gerade in Stadtlagen mitunter schwierig. Als Alternative zum Kauf von Grund und Boden hat sich das Erbpachtgrundstück entwickelt.

Der Vorteil: Man muss als Erbbauberechtigter nicht die Belastungen eines Kaufs stemmen.

Erbpachtgrundstück – was steckt dahinter?

Das Erbpachtgrundstück bzw. Erbbaurecht wurde 1919 in Deutschland geschaffen. Es handelt sich dabei um ein Dauerschuldverhältnis, in dem der Eigentümer seinen Grund und Boden quasi „verleiht“. Der Erbpachtberechtigte kann das Grundstück anschließend für die Bebauung nutzen.

Dabei gehen dessen Rechte relativ weit. Ein Erbpachtrecht kann mit Grundpfandrechten belastet und vererbt werden. Für das Erbpachtgrundstück ist ein sogenannter Erbpachtzins zu leisten.

Dieser war bis Mitte der 1990er Jahre im Vorfeld für die Erbpacht über die Laufzeit festzuschreiben. Inzwischen hat der Gesetzgeber das Erbbaurecht aber angepasst.

Für das Erbpachtgrundstück kann es daher beim Erbbauzins zu Anpassungen kommen, die sich am Verbraucherpreisindex orientieren. Hinsichtlich der Laufzeit bewegen sich Verträge in der Erbpacht heute meist im Rahmen von 50 bis 99 Jahren.

Erbpacht – was passiert am Ende der Laufzeit?

Für den Erbbauberechtigten bietet das Erbpachtgrundstück einen finanzierbaren Weg ins Eigenheim – ohne fürs Grundstück eine Bank mit ins Boot holen zu müssen. Was passiert mit der Immobilie am Ende der Laufzeit? Grundsätzlich sind das Gebäude und das Grundstück während der Erbpacht getrennt voneinander zu betrachten.

Läuft der Vertrag aus, wird die Immobilie wieder Bestandteil des Grundstücks – es fällt somit theoretisch automatisch an dessen Eigentümer.

Aber: Der Erbbauberechtigte hat Anspruch auf eine entsprechende Entschädigung.

Darüber hinaus kann im Vertrag zum Erbpachtgrundstück eine Klausel den späteren Erwerb des Grundstücks regeln, der Berechtigte am Erbbaurecht wird so zu dessen Eigentümer.


  • Im Erbbaurecht taucht der sogenannte Heimfall auf. Unter diesem Stichwort kann der Eigentümer des Grundstücks einen Rückübertragungsanspruch geltend machen. Mögliche Anspruchsgründe können Verwahrlosung oder Eigenbedarf sein. Erbbauberechtigte sollten entsprechende Klauseln meiden.

Das könnte Sie auch interessieren