Erbschaftssteuer Verjährung

Auch von Erbschaften gehen in Deutschland Steuern ab. Das betrifft jedoch nicht jeden, denn es existieren großzügige Freibeträge und Sonderregelungen für Verwandte.

Aber auch, wer eigentlich die Erbschaftssteuer zahlen muss, kann Glück haben, denn das Finanzamt muss den Betrag innerhalb einer Frist einfordern.

Ansonsten tritt die Verjährung ein und der Anspruch des Staates erlischt.

Die Verjährung und der Beginn des Fristablaufs

Die Frist bis zur Verjährung der Erbschaftssteuer beträgt vier Jahre. Nach Ablauf dieser Zeit verfällt die Steuer. Allerdings ist es nicht ganz so einfach, wie es zunächst klingt, denn die Frist beginnt nicht am gleichen Tag, an dem geerbt wird.

  • Grundsätzlich beginnt die Frist bis zur Verjährung mit dem Ende des gleichen Kalenderjahres. Bei einer Erbschaft von August 2010, endet die Frist beispielsweise Neujahr 2015.
  • Der Fristablauf startet nicht, wenn der Erbe noch gar nichts von seiner Erbschaft weiß. Wenn er es erfährt beginnt der Fristablauf ebenfalls erst mit dem Ende des Kalenderjahres.
  • Auch das Finanzamt muss von der Erbschaft in irgendeiner Weise erfahren haben. Sobald es Kenntnis darüber erlangt, läuft der Fristablauf ebenso ab, wie in den ersten zwei Varianten.

Kurz gesagt, beginnt der Fristablauf bis zur Verjährung der Erbschaftssteuer erst, wenn der Erbe und das Finanzamt von der Erbschaft wissen und das jeweilige Kalenderjahr abgelaufen ist.

Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich häufig einen Fachmann zu konsultieren, der klar sagen kann, ob die Verjährung bereits eingesetzt hat.

Nachweis für das Finanzamt

Jetzt könnte man sich denken, im Zweifel wird das Finanzamt immer sagen, es habe nichts von der Erbschaft gewusst. Doch es gibt eine ganz leichte Methode einen Nachweis zu schaffen:

Es muss dem Finanzamt lediglich die Erbschaft gemeldet werden. In der Regel erhält es die Informationen auch von anderer Seite, in diesem Fall ist es aber nachweisbar. Außerdem ist es die Pflicht eines jeden Erben dies zu tun.

Wer dem nicht nachkommt oder falsche Angaben macht, um weniger oder gar keine Steuern zu zahlen, macht sich gegebenenfalls der Steuerhinterziehung strafbar.

Dazu erhöht sich die Verjährungsfrist. Die neue Länge hängt von der schwere der Tat ab. Und nicht zuletzt könnte dadurch zusätzlich zur Erbschaftssteuer eine Strafe fällig werden.

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