Informationen zum Erbschaftssteuersatz

Wer erbt, darf von seinem Erbe einen Freibetrag abziehen. Dessen Höhe hängt vom Verwandtschaftsgrad ab.

Der Übertrag - also die Differenz zwischen Erbe und Freibetrag - unterliegt der Erbschaftssteuer.

Die Höhe der zu zahlenden Abgaben wird Erbschaftssteuersatz genannt. Sie hängt von der Steuerklasse sowie von der Höhe des steuerpflichtigen Erbes ab.

Wann gilt welcher Steuersatz?

Höhe des steuerpflichtigen Erbes in EuroErbschaftssteuersatz in Steuerklasse 1Erbschaftssteuersatz in Steuerklasse 2Erbschaftssteuersatz in Steuerklasse 3
Bis zu 75.00071530
Bis zu 300.000112030
Bis zu 600.000152530
Bis zu 6.000.000193030
Bis zu 13.000.000233550
Bis zu 26.000.000274050
Über 26.000.000304350

Welche Rechtsgrundlagen gelten für den Erbschaftssteuersatz?

Die Erbschaftssteuer wird durch das Erbschaftssteuer- und Schenkungsgesetz (ErbStG) sowie die durch die Erbschaftssteuer-Durchführungsverordnung rechtlich geregelt.

Der Erbschaftssteuersatz wird in § 19 ErbStG beschrieben.

Was ist die Behaltensfrist?

Wird Betriebsvermögen vererbt, kann die Erbschaftssteuer komplett umgangen werden. Dies hat die Erbschaftssteuerreform von 2008 ermöglicht. Hierfür gilt die sogenannte Behaltensfrist, die verhindern soll, dass die Erben einen Betrieb auflösen.

Die Erben können zwischen einer fünfjährigen und einer siebenjährigen Behaltensfrist wählen. Die Lohnsumme muss im ersten Fall - also nach fünf Jahren - wenigstens das Vierfache der Lohnsumme des Ausgangsjahres betragen.

In diesem Fall sind 85 Prozent des Erbes von der Erbschaftssteuer befreit. Im zweiten Fall - also nach sieben Jahren - muss die Lohnsumme das Zehnfache des Ausgangsjahres betragen. Dann ist das komplette Erbe von der Erbschaftssteuer befreit.

Dies ist immer der Fall, wenn das Gesamterbe nicht 150.000 Euro übersteigt. Die rechtlichen Grundlagen sind § 13a ff. ErbStG.

Erbschaftssteuersatz bei zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden

Handelt es sich beim Erbe um ein Gebäude, das zu Wohnzwecken genutzt werden soll, fällt weniger Erbschaftssteuer an. Dies regelt § 13c ErbStG.

Vom Wert des Objekts werden in diesem Fall nur 90 Prozent angesetzt. Interessant für den Erbschaftssteuersatz ist dies insbesondere dann, wenn der Wert des Hauses sich in nahe an einer Steuersatzgrenze befindet.

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