Erbschein Kosten

Tritt man das Erbe für den verstorbenen Partner oder die Eltern an, ist dies meist ein schwerer Gang. Auch das Erbe tröstet selten über den Verlust des geliebten Menschen hinweg.

Hinzu kommt, dass viele Erben im ersten Moment mit der „Bürokratie“ rund um das Thema Erbe und Erbschein einfach überfordert sind.

Letzterer wird beispielsweise gebraucht, wenn es um die Übertragung von Grundbesitz geht. Was kostet der Erbschein?

Erbschein: Kosten orientieren sich am Nachlasswert

Im Hinblick auf die Kosten für Erbscheine gehen die Nachlassgerichte natürlich nicht nach Gutdünken vor.

Ausschlaggebend für die Berechnung der Gebühren ist das Gerichts- und Notarkostengesetz (abgekürzt einfach GNotKG). Letzteres greift, da die zuständigen Nachlassgerichte allgemein der freiwilligen Gerichtsbarkeit zugeordnet.

  • Die Kosten für den Erbschein werden gesondert zu anderen Gebühren – wie beispielsweise die eidesstattliche Versicherung – berechnet.

Die Bemessungsgrundlage für die Kosten eines Erbscheins ist der Wert des Nachlasses. Dieser wird im GNotKG als Geschäftswert bezeichnet.

Den gesetzlichen Regelungen zufolge kostet der Erbschein mindestens fünfzehn Euro (Gebühr nach Tabelle B, ausgehend von einem Geschäftswert in Höhe von fünfhundert Euro).

Kosten für Erbscheine steigen stufenweise

Der Grundsatz, dass die Kosten für den beantragten Erbschein mit dem Nachlasswert steigen, gilt im gesamten Verfahren. Aber: Es ist hier kein linearer Anstieg vorgesehen. Vielmehr sieht § 34 GNotKG eine stufenweise Anhebung vor.

Beispiel: Bis zu einem Geschäftswert von zweitausend Euro kommen bei den Gebühren für angefangene fünfhundert Euro je vier Euro hinzu. Bis zehntausend Euro steigt die Gebühr in 1.000er Schritten um sechs Euro.


Kosten sparen für Erben

Das Erben ist unter anderem aufgrund der Ausgaben für die Erbscheine teuer. Lassen sich diese Ausgaben umgehen? Ja – in dem einfach auf das Dokument verzichtet wird.

Hält man beispielsweise ein notarielles Testament mit Eröffnungsurkunde oder einen Erbvertrag in den Händen, kann auf den Erbscheinantrag oft verzichtet werden.

Viele Behörden und Vertragspartner verzichten beim Vorlegen alternativer Nachweise auf den Erbschein – was letzten Endes die finanziellen Belastungen für Hinterbliebene mindert.

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